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Curriculum vitae


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kartoniert
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März 1996

Beschreibung

Beschreibung

Zwangsweise emeritiert, durch vielerlei Verbote in seiner wissenschaftlichen Arbeit gehindert, begann der Dresdner Romanist Victor Klemperer 1939 mit der Niederschrift seiner Autobiographie. "Mit dem Bibliotheksverbot bin ich nun buchstäblich arbeitslos geworden. Ich habe mir vorgenommen, nun wirklich einen Vita-Versuch zu wagen."
So hatte er es in seinen kürzlich erschienenen Tagebüchern notiert, die mit dem Alltag der Judenverfolgung auch die entwürdigenden Umstände festhielten, unter denen die "Vita" entstand: jenes geschliffene Zeit- und Sittenbild des deutschen Mittelstandes vor und nach der Jahrhundertwende von höchster Genauigkeit, ohne Sentimentalität oder Bitterkeit.

"Das ist das schlechterdings Fabelhafte der Prosa-Existenz Victor Klemperers: seine unter gar allen Umständen gleichbleibende Genauigkeit, die sich oft genug auswächst zu einer Unerbittlichkeit gegen ihn selbst."
Martin Walser in seiner Laudatio auf Victor Klemperer zur Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 1995

"Klemperers Curriculum ist ein Ozean komplexer Beziehungen zwischen banalster Alltäglichkeit, Begegnungen mit der Geschichte und Ausflüge in die Gefilde von Kunst und Literatur. Diese ungeschminkte Mobilisierung komplexester Lebenszusammenhänge eines deutsch-nationalen jüdischen Mitbürgers von der Zeit der Jahrhundertwende bis zum Ausgang des Ersten Weltkrieges läßt einen Kosmos vergangener Lebensbezüge wieder lebendig werden, und damit auch ein sprachliches Medium (der naturalistisch-jugendstilistischen literarischen Denkstrukturierung), das wir tot und vergessen wähnten. Curriculum vitae ist nicht zuletzt auch in der Sublimierung banaler Sprach- und Denkraster ein außergewöhnlicher Text, der aus der deutschen Literatur nicht wieder wegzudenken sein wird."

Portrait

Obwohl Victor Klemperer Jude war, blieb er während des Dritten Reichs in Deutschland. Da er mit einer Nichtjüdin verheiratet war, wurde er nicht deportiert. Weil ihm die Lehrerlaubnis entzogen wurde, begann er intensiv Tagebuch zu schreiben. Unter seinem selbst auferlegten Motto "Beobachten, notieren, studieren" entstand eine herausragende Chronik von Schicksalen und Familientragödien. Klemperer wurde am 9.10.1881 in Landsberg geboren. Er studierte Philosophie sowie romanische und germanische Philologie in München, Genf, Paris und Berlin. Im ersten Weltkrieg war er Freiwilliger. Erst 1935 verliert er seine erworbenen Rechte. Er musste Zwangsarbeit leisten und unter unwürdigen Umständen im Judenhaus leben. Berühmtheit erlangt er nach dem Krieg mit seinem LTI-Notizbuch eines Philologen, in dem er die Sprache des Dritten Reichs dokumentiert. Posthum wurden seine Erinnerungen 1989 als "Curriculum vitae - Erinnerungen eines Philologen" veröffentlicht und unlängst verfilmt. Klemperer starb am 11.2.1960 in Dresden.
EAN: 9783746655000
ISBN: 3746655005
Untertitel: Erinnerungen 1881 - 1918. 'Aufbau Taschenbücher'.
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: März 1996
Seitenanzahl: 1367 Seiten
Format: kartoniert
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