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Ödipus auf Kolonos


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kartoniert
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Juli 1996

Beschreibung

Beschreibung

»Im König Oidipus sehen wir den tragisch geschlagenen Menschen, den die Gottheit in das tiefste ausdenkbare Elend stürzt. Im Oidipus auf Kolonos erkennen wir ein erhabenes Paradoxon: derselbe Mensch, den die Götter so furchtbar trafen, war zu gleicher Zeit ein Auserwählter. Dadurch, daß sie ihn zum großen Beispiel machten, ist sein grauenhafter Sturz in einem auch Erhebung gewesen. So rufen sie ihn nun am Ende seiner qualvollen Wanderschaft in das erhöhte Dasein eines Heros.«

Portrait

Sophokles wurde 496 v. Chr. im attischen Demos Kolonos als Sohn eines wohlhabenden Unternehmers geboren. Er genoss eine sehr gute Erziehung und Ausbildung, verkehrte in Intellektuellenkreisen, übernahm bald verschiedene politische Ämter und wirkte im kulturellen und politischen Leben Athens mit.§§Bereits als 25-jähriger gewann Sophokles die Dionysien, ein Wettstreit zwischen Dichtern im Dionysostheater, mit seiner Tetralogie Triptolemos . Auch seine weiteren Stücke wie Antigone , Philoktet und Ödipus wurden zu großen Erfolgen. Von seinem äußerst umfangreichen Werk sind leider nur sieben Tragödien überliefert. Sophokles gilt als Neuerfinder der attischen Tragödie: er führte den dritten Schauspieler ein, die Schauspieler für seine Stücke wurden passend zur Rolle ausgewählt, er erhöhte die Zahl der Chorsänger von 12 auf 15 und integrierte den Chor in das Stück, und außerdem wurde zum ersten Mal die Handlung durch Bühnenbilder verdeutlicht. Durch diese Neurungen wurde das Schauspiel lebendiger, spannender und dramatischer. Erstmals bei Sophokles wird der Mensch als Individuum mit all seinen Fehlern und die Götter nicht mehr nur verehrend dargestellt. Er gilt als Meister der tragischen Ironie, der gedanklichen Tiefe und sprachlichen Ausdruckskraft.§§Im Alter von etwa neunzig Jahren ist Sophokles 406 oder 405 v. Chr. gestorben. Kurz nach seinem Tod wurde ihm zu Ehren eine Statue im Dionysostheater aufgestellt.

Pressestimmen

Die Übersetzung des Luzerner Philologen Kurt Steinmann nähert sich dem Text (...) im originalen Versmaß. Dass der schlichte Ausdruck dadurch manchmal etwas zerdehnt wird und an Prägnanz verliert, wird man angesichts der ungekünstelt fließenden Sprache gern in Kauf nehmen, die auch in den Chorpartien nie überladen wirkt. Neben Anmerkungen, die gründliche Wort- und Sacherklärungen geben, bietet ein Nachwort Informationen zum antiken Theaterwesen und Hinweise zur Interpretation dieses Alterswerks, das Hegel für die vollendetste antike Tragödie hielt.
Neue Zürcher Zeitung


EAN: 9783150006412
ISBN: 3150006414
Untertitel: 'Reclam Universal-Bibliothek'. Neuausg.
Verlag: Reclam Philipp Jun.
Erscheinungsdatum: Juli 1996
Seitenanzahl: 135 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Kurt Steinmann
Format: kartoniert
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