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Die Mühlen Gottes


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kartoniert
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Juni 2003

Beschreibung

Beschreibung

Ein Roman wie Dynamit: rasant, voller Spannung und unerwarteter Wendungen.
Gesamtauflage von Sidney Sheldon weltweit: über 300 Millionen Exemplare!
Allein rund 500.000 verkaufte TB-Exemplare von "Das nackte Gesicht"!

Spanien 1976. Franco ist tot, doch der Kampf der Basken um ihre Autonomie geht weiter. Im Auftrag von Regierung und Geheimorganisationen verfolgt Colonel Acoca, ein Mann mit Killerinstinkt, die Anführer der ETA, allen voran den furchtlosen Jaime Miro. Bei seiner erbitterten Jagd schreckt Acoca vor nichts zurück, nicht einmal vor einem bestialischen Überfall auf ein Kloster ...

Portrait

Sidney Sheldon hat mit seinen Romanen bis heute weit mehr als 300 Millionen Leser auf der ganzen Welt begeistert. Vielfach preisgekrönt - u.a. erhielt er 1947 einen "Oscar" für das Original-Drehbuch zu "So einfach ist die Liebe nicht"-, erreichte er mit all seinen bisherigen Romanen jedes Mal Spitzenplätze auf den internationalen Bestsellerlisten. Er ist der am häufigsten übersetzte Autor der Welt und erzielte damit sogar einen Eintrag im "Guinness Buch der Rekorde". Im Jahr 2007, kurz vor seinem neunzigsten Geburtstag, verstarb Sidney Sheldon.

Leseprobe

Die Handlung dieses Romans ist erfunden. Und dennoch...
Das romantische Land des Flamencos, Don Quichottes und exotisch aussehender Señoritas mit Schildpattkämmen im Haar ist auch das Land Thomas de Torquemadas, der spanischen Inquisition und eines der blutigsten Bürgerkriege der Weltgeschichte. Bei den Machtkämpfen zwischen Republikanern und aufständischen Nationalisten verloren in Spanien über eine halbe Million Menschen das Leben. Von Februar bis Juni 1936 wurden dort zweihundertneunundsechzig politische Morde verübt, und die Nationalisten richteten pro Monat etwa tausend Republikaner hin, um die nicht öffentlich getrauert werden durfte. Hundertsechzig Kirchen wurden niedergebrannt und Nonnen gewaltsam aus Klöstern vertrieben, als seien sie, wie der Herzog von Saint-Simon über eine frühere Auseinandersetzung zwischen Kirche und Staat in Spanien geschrieben hatte, Huren in einem Bordell. Zeitungsredaktionen wurden geplündert, Streiks und Unruhen überzogen das ganze Land. Der Bürgerkrieg endete mit dem Sieg von General Francos Nationalisten, und nach seinem Tode wurde Spanien wieder eine Monarchie.
Der Bürgerkrieg, der von 1936 bis 1939 dauerte, mag offiziell beendet sein, aber die beiden Spanien, die sich damals bekämpft haben, sind niemals miteinander ausgesöhnt worden. Heute tobt in Spanien ein anderer Krieg weiter: der von den Basken geführte Guerillakrieg zur Wiedererlangung ihrer Autonomie, die sie während der Republik erhalten und unter dem Franco-Regime eingebüßt hatten. Dieser Krieg wird mit Sprengstoffanschlägen, Bank-Überfällen zur Finanzierung von Sprengstoffkäufen, Mordanschlägen und Unruhen geführt.
Als ein Mitglied der baskischen Untergrundorganisation ETA in einem Madrider Krankenhaus starb, nachdem er von der Polizei gefoltert worden war, führten die daraus entstehenden landesweiten Unruhen dazu, daß der Generaldirektor der spanischen Polizei, fünf Sicherheitsdirektoren und zweihundert hohe Polizeibeamte zurücktraten.
Im Jahre 1986
verbrannten Basken in Barcelona öffentlich eine spanische Flagge, und in Pamplona flüchteten Tausende aus der Stadt, als baskische Nationalisten bei Unruhen, die sich dann im ganzen Land ausbreiteten und die Stabilität der Regierung gefährdeten, der Polizei blutige Kämpfe lieferten. Die paramilitärische Polizei schlug zurück, indem sie zur Vergeltung wahllos auf Häuser und Geschäfte von Basken schoß. Der weiterexistierende Terrorismus ist gewalttätiger als je zuvor.
Die Handlung dieses Romans, der zwei turbulente Wochen des Jahres 1976 schildert, ist erfunden. Und dennoch...

Pamplona 1976
Schlägt der Plan fehl, sterben wir alle. Mit diesem Bewußtsein überprüfte er ihn ein letztes Mal, sondierte, testete, suchte nach Schwachstellen. Aber er fand keine. Der Plan war gewagt und erforderte sorgfältige, auf die Sekunde genaue Zeitplanung. Funktionierte er, würde ihnen eine spektakuläre, des großen Cid würdige Heldentat gelingen. Schlug er jedoch fehl...
Nun, zum Sorgenmachen ist jetzt keine Zeit mehr, dachte Jaime Miro philosophisch. Jetzt muß gehandelt werden!
Jaime Miro war eine lebende Legende: für die Basken ein Held, für die spanische Regierung ein Staatsfeind. Er war 1,83 Meter groß und hatte ein energisches, intelligentes Gesicht, düstere schwarze Augen und einen muskulösen Körper. Zeugen neigten dazu, ihn größer, wilder und finsterer zu schildern, als er in Wirklichkeit war. Er war ein komplizierter Mann, ein Realist, der sich darüber im klaren war, wie schlecht seine Chancen standen, ein Romantiker, der bereit war, für seine Überzeugungen in den Tod zu gehen.
Ganz Pamplona schien in einem Taumel zu leben. Dies war der letzte Morgen, an dem während der vom 7. bis 14. Juli jeden Jahres stattfindenden Fiesta de San Permin die Stiere durch die Stadt getrieben wurden. Dreißigtausend Besucher waren aus aller Welt in die Stadt geströmt. Die meisten waren nur gekommen, um das gefährliche Schauspiel des Stiertreibens zu sehen; einige wollten
jedoch ihre Männlichkeit beweisen, indem sie selbst daran teilnahmen und vor den heranstampfenden Stieren herliefen. Sämtliche Hotelzimmer waren längst ausgebucht, und Studenten aus Navarra übernachteten in Autos, Hauseingängen, Bankschalterhallen, auf dem großen Platz der Stadt und selbst auf Straßen und Gehsteigen.
Die Touristen drängten sich in den Cafés und Hotels, beobachteten die lärmenden, farbenprächtigen Umzüge mit Papiermachegiganten und hörten der Musik der mitmarschierenden Blaskapellen zu. Die Teilnehmer an den Umzügen trugen violette Roben - manche mit grünen Kapuzen, andere mit granatroten, wieder andere mit goldenen. Auf ihrem Weg durch die Straßen erinnerten diese Umzüge an regenbogenfarbene Flüsse. Ketten explodierender Feuerwerkskörper an den Strommasten und -leitungen der Straßenbahn vermehrten den Lärm und die allgemeine Verwirrung.
Die Menge war gekommen, um die abendlichen Stierkämpfe zu sehen, aber das spektakulärste Ereignis war der Encierco - der frühmorgendliche Auftrieb der Stiere, die später in der Arena kämpfen würden.
Zehn Minuten vor Mitternacht waren die Stiere aus den Corrales de gas, den Aufnahmekorralen, durch die verdunkelten Straßen der unteren Stadt und auf einer Brücke über den Fluß zu dem Korral am Ende der Calle Santo Domingo getrieben worden, in dem sie die Nacht verbringen würden. Morgens würden sie freigelassen werden und durch die enge Calle Santo Domingo laufen, auf der hölzerne Barrieren an jeder Kreuzung ein Entkommen verhinderten, um schließlich in die Korrale auf der Plaza de Hemingway zu gelangen, in denen sie bis zum nachmittäglichen Stierkampf bleiben würden.
Die Besucher blieben von Mitternacht bis acht Uhr morgens wach, tranken und sangen und liebten sich, weil sie vor Aufregung keinen Schlaf fanden. Wer am Stiertreiben teilnehmen würde, trug den roten Schal San Fermins um den Hals.
Ab Viertel vor sechs marschierten Blaskapellen durch die Straßen und spielten die ins Blut gehende Musik Nava
rras. Um Punkt sieben Uhr verkündete eine abgeschossene Rakete, daß die Korraltore geöffnet worden waren. Die Menge wurde von fieberhafter Erregung erfaßt. Unmittelbar danach stieg eine zweite Rakete auf, um die Stadt zu warnen, daß die Stiere los waren.
Nun folgte ein unvergeßliches Schauspiel.
Zuerst kam das Geräusch. Es begann mit einem schwachen, fernen, eben wahrnehmbaren Rauschen im Wind und wurde dann lauter und lauter, zu einer Explosion aus donnernden Hufen, mit der plötzlich sechs Ochsen und sechs riesige Stiere auftauchten. Die je siebenhundert Kilogramm schweren Kolosse rasten die Calle Santo Domingo wie ein tödlicher Schnellzug entlang. Vor den hölzernen Barrieren, die an jeder Kreuzung aufgestellt worden waren, um die Tiere am Verlassen der Straße zu hindern, standen Hunderte von eifrigen, nervösen jungen Männern, die sich den tobenden Bestien stellen wollten, um ihren Mut zu beweisen.




Pressestimmen

"Sheldon ist unvergleichlich. Niemand schreibt so fesselnde Geschichten wie er." Associated Press


EAN: 9783442358823
ISBN: 3442358825
Untertitel: Roman. Originaltitel: The Sands of Time. 'Blanvalet Taschenbücher'.
Verlag: Blanvalet Taschenbuchverl
Erscheinungsdatum: Juni 2003
Seitenanzahl: 384 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Wulf Bergner
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

sommerlese - 27.08.2015, 16:45
Spannender Roman über ETA, Nonnen und die Liebe!
Der 2007 verstorbene Erfolgsautor *Sydney Sheldon* schrieb seinen Roman *Die Mühlen Gottes* im Jahr 1988. Das Buch erscheint im *Goldmann Verlag* . Spanien 1976. Franco ist tot, doch der Kampf der Basken um ihre Autonomie geht weiter. Im Auftrag von Regierung und Geheimorganisationen verfolgt Colonel Acoca, ein Mann mit Killerinstinkt, die Anführer der ETA, allen voran den furchtlosen Jaime Miro. Bei seiner erbitterten Jagd schreckt Acoca vor nichts zurück, nicht einmal vor einem bestialischen Überfall auf ein Kloster. Dieser Roman ist eine Mischung von Krimi und Unterhaltungsroman. Er verbindet die Zeit der Untergrundorganisation ETA mit einer fiktiven Geschichte um ein Nonnenkloster und zeigt die fesselnden Lebensläufe von 4 Frauen. ETA-Kämpfer halten sich in einem spanischen Kloster versteckt und können bei einer Polizeirazzia mit vier Nonnen fliehen. Diese Frauen sind aus unterschiedlichen Gründen im Kloster eingezogen und beschreiben ihre unterschiedlichste Lebenswege. Auf der Flucht verbünden sich die Nonnen mit den Kriminellen und eine gefährliche Jagd durch Geheimdienst und Regierungsmitarbeitern beginnt. Das Buch startet 1976 mit einem typischen spanischen Stierkampf in Pamplona, der durch Manipulation durch die Untergrundorganisation ETA zu einem blutigen Gemetzel ausartet. Die Zuschauer, darunter auch viele Touristen, werden zum Teil tödlich verletzt und das Blutbad ist entsetzlich. Diese Beschreibungen sind grausam und wirken eher wie ein echter Thriller. Das hat mich anfangs etwas abgeschreckt, schliesslich ist das Buch als Roman deklariert. Doch genau mit dieser Brutalität fesselt Sheldon seine Leser und führt sie hinein in eine gut geschriebene Geschichte. Sein Schreibtalent kommt hier voll zum Tragen, er schreibt wunderbar flüssig und man verfällt einem regelrechten Lesesog. Der historische Bezug zu Spanien und der Franco-Zeit wird schnell deutlich gemacht. Doch die Geschichte entwickelt sich dann eher zu einem Krimi mit einem Touch Liebe, der gerade in dieser Zeit spielt als zu einer historischen Aufarbeitung der Terrorszene. Ein spannender und sehr unterhaltsam geschriebener Roman, den man bis zum Ende gefesselt liest. Diesen Autor sollte man gelesen haben, er ist nicht umsonst Bestsellerautor!