HUDU

Das Narrenschiff


€ 11,00
 
kartoniert
Sofort lieferbar

Beschreibung

Beschreibung

Die ganze Menschheit besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Narren
- das ist die zentrale Botschaft des Narrenschiffs. Im Narren-Begriff treffen
das christliche Konzept der Sünde und das humanistische der Unvernunft
zusammen; entsprechend ambivalent ist der dem Narrentum didaktisch entgegengehaltene
Begriff der Weisheit. Die Narren als solche haben hier jedoch ihre sowohl
in der Volkskultur als auch im höfischen Leben deutliche Ambivalenz, nach
der sie auch Monopolisten der Weisheit sein konnten, nahezu vollständig
eingebüßt. Das Buch will ein Narrenspiegel sein, verkennt aber, dass ein
solches Instrument der Weisheit doch ein Werkzeug der Narren ist. Brants
Moralvorstellungen sind einerseits rückwärtsgewandt, andererseits vertritt
er eine Ethik stadtbürgerlichen Gemeinsinns. Jeder soll sich mit dem Ort
bescheiden, an den das Schicksal ihn gestellt hat - doch zugleich wird
die Wechselhaftigkeit des Schicksals im Bild des Fortunarads betont. Kaiser
Maximilian I. wird ausdrücklich unterstützt (>>Dem kommt ohn Zweifel in
die Hand/Die heilge Erd, das gelobte Land>Da
fing die Macht zu zerfallen an,/Wardst einem Kaiser untertan
TML>

Portrait

Sebastian Brant, 1457 Straßburg - 10. 5. 1521 ebd. Der aus einer Straßburger Ratsherren- und Gastwirtsfamilie stammende B. studierte in Basel klassische Sprachen und Jura (Lizentiat 1483/84); danach lehrte er hier Kirchen- und Zivilrecht sowie Poesie. Er promovierte 1489 zum Doktor beider Rechte, wurde Dekan der juristischen Fakultät (1492) und 1496 Professor für römisches und kanonisches Recht. 1500 kehrte B. nach Straßburg zurück; 1501 übernahm er das Amt des Syndikus, 1503 wurde er Stadtschreiber. Als Berater, Korrektor und Lektor war er wesentlich an der Baseler Buchproduktion zwischen 1480 und 1500 beteiligt (Editionen u. a.). In seinem dichterischen Schaffen bediente sich B. zunächst der lat. Sprache. Thematische Schwerpunkte seiner Sammlungen neulat. Lyrik sind die Marien- und Heiligenverehrung und die bedrohliche politische Situation, der Maximilian, Adressat zahlreicher Lobgedichte, begegnen soll. Mit der Hinwendung zum Deutschen suchte er ein breiteres Publikum zu erreichen. Dies gelang ihm mit einer Reihe von illustrierten Flugblättern mit lat. und dt. Texten über sensationelle Naturereignisse sowie politische und religiöse Themen (zwischen 1488 und 1504), v. a. jedoch mit der Moralsatire Das Narrenschiff, seinem überaus erfolgreichen, ins Lateinische und zahlreiche europäische Volkssprachen übersetzten Hauptwerk. Es porträtiert in 112 (in späteren Auflagen 114) lose aneinandergereihten Kapiteln (paarweise gereimte Vierheber) im Rahmen einer Narrenschifffahrt einen ganzen Narrenkosmos, um den Leser zur Einsicht in seine Unvernunft und damit zur Selbsterkenntnis als Voraussetzung der Überwindung der 'Narrheit', der menschlichen Gebrechen und Laster, zu bringen. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

EAN: 9783150008997
ISBN: 3150008999
Untertitel: 'Reclam Universal-Bibliothek'.
Verlag: Reclam Philipp Jun.
Seitenanzahl: 536 Seiten
Format: kartoniert
Es gibt zu diesem Artikel noch keine Bewertungen.Kundenbewertung schreiben