HUDU

Hinter allen Worten


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kartoniert
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Juni 1992

Beschreibung

Beschreibung

Der Band enthält Gedichte von Rose Ausländer aus den Jahren 1980 und 1981. Sie wurden zum großen Teil in den Bänden >Einverständnis< und >Mein Atem heißt jetzt< veröffentlicht. Diese lyrischen Arbeiten entstanden mithin in einer Zeit, in der Rose Ausländer nach langen Jahren endlich die Anerkennung einer großen Öffentlichkeit zuteil wurde. Es gelingt der Dichterin, ihr Leben, das von den brutalen Verletzungen dieses Jahrhunderts entstellt wurde, ohne Beschönigung, aber auch ohne Bitterkeit in Verse von karger Pracht zu bringen. »Zähl nicht die Stunden«, heißt es in einem ihrer Gedichte, »Sie zählen sich selbst / zum Jahr / zur winzigen Ewigkeit / deines Aufenthalts hier / Dieser rollende Hauch.« In ihrem Nachwort schreibt Ingeborg Drewitz: »Die Leichtigkeit, das Verstummen der Wunden, das Leise der Trauer sind es, die Rose Ausländers Gedichte so zugänglich machen.«

Portrait

Rose Ausländer (geb. Rosalie Scherzer), 11.5.1901 Czernowitz (Bukowina) - 3.1.1988 Düsseldorf. Die aus einer dt.-jüdischen Beamtenfamilie stammende A. musste nach dem Tod ihres Vaters das Philosophiestudium abbrechen und emigrierte 1921 in die USA. Sie arbeitete als Bankangestellte in New York und heiratete 1923 ihren Studienfreund Ignaz Ausländer; die Ehe hielt nur drei Jahre. 1931 kehrte sie nach Czernowitz zurück, um ihre Mutter zu pflegen; von 1941-44 lebte sie im Ghetto von Czernowitz, das letzte Jahr in einem Kellerversteck. Nach dem Krieg ging sie erneut in die USA (1946-64), kehrte aber 1964 wieder nach Europa zurück und ließ sich nach einem Aufenthalt in Wien 1965 in Düsseldorf nieder. Ihr erster, 1939 erschienener Gedichtband 'Der Regenbogen' gilt als verschollen. Nach den Schrecken des Krieges und der Verfolgung verstummte sie. Dann schrieb sie zunächst nur in engl. Sprache; erst 1956 kehrte sie zur dt. Sprache zurück. 1957 traf sie Celan wieder, den sie bereits im Czernowitzer Ghetto kennen gelernt hatte. Er machte sie mit den neuesten Strömungen der dt. Lyrik vertraut. Seit 1961 widmete sich A. ganz dem Schreiben. Ausgangspunkt waren zunächst Alltagserfahrungen, Gedanken und Gefühle, dann erhielt das Thema der Sprache eine immer größere Bedeutung. Sprache wurde zum Ersatz für die erlittenen Verluste und das dichterische Wort selbst zum Gegenstand des lyrischen Sprechens. Daneben kennt ihre Dichtung eine Vielzahl weiterer Themen: die Erfahrung der Verfolgung und die Vernichtung des Judentums, Landschaften und Städte, Liebe, Freundschaft. Ihre Texte zeigen seit den 70er-Jahren zunehmend eine Tendenz zu Reduktion und Konzentration
EAN: 9783596111602
ISBN: 3596111609
Untertitel: 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Juni 1992
Seitenanzahl: 210 Seiten
Format: kartoniert
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