HUDU

Melonenschale


€ 10,50
 
kartoniert
Sofort lieferbar
Mai 2005

Beschreibung

Beschreibung

»Wenn Lea also genug Kleingeld beisammen hatte, ging sie auf den Markt. Sie lief ein bisschen zwischen den Reihen hin und her und kaufte dann meist duftende rote Walderdbeeren mit grünen Schwänzchen. Die Marktfrau reichte ihr die Beeren in einer Tüte aus Zeitungspapier.« Lea, die Chronistin von Melonenschale, ist bereits sieben Jahre alt und es hat sie und ihre Familie nach Moskau verschlagen, nein eigentlich in den Vorort Woskressensk, wo sie in einer staubigen Siedlung untergekommen sind und Lea sich erstmal als »Emigrantin« fühlt. Angefangen hat ihre Geschichte im menschenüberfüllten, farbenprächtigen aserbaidschanischen Baku, wo sie als Tochter ihrer jüdischen Mutter Selda Perlschtein und ihres armenischen Vaters Akop Tschachmachtschew auf die Welt kam. Die Kriegsjahre werden sie nach Baschkirien, dann nach Stalingrad führen. Später wird sie viele Jahre in Prag verbringen, von dort mit ihrer Familie als politische Emigrantin nach Hamburg gelangen - zurückbleiben mußte auf dieser letzten Etappe das alte Klavier, ein Familienheiligtum, das immerhin bereits die Wirren der Oktoberrevolution überstanden hatte. »Dann flüchteten sie aus Prag und waren überzeugt, daß sie niemals wieder zurückkehren könnten. Schimon wurde wegen Republikflucht verurteilt, und all ihre Sachen wurden beschlagnahmt, das Klavier natürlich auch. Indem sie sich selbst retteten, ließen sie es im Stich. Wo es jetzt steht und bei wem, ist unbekannt.« Der Stoff von Melonenschale ist offen autobiographisch - Lea ein literarisches Alter Ego der Autorin Rada Biller, die über all die Jahre hinweg in geschliffenen literarischen Impressionen ihre Erfahrungen festgehalten hat. Aus den vielfältigen Mosaiksteinen hat sie behutsam den Roman eines Lebens zusammengesetzt, dessen Leitmotiv Verlust und Neubeginn darstellen.

Portrait

Rada Biller wurde 1930 in Baku geboren. 1937 wanderte die Familie nach Moskau aus, in den Kriegsjahren lebte sie in Baschkirien und Stalingrad. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte sie in Moskau Geographie und zog in den fünfziger Jahren nach Prag. Nach der Niederlage des Prager Frühlings emigrierte sie 1970 mit ihrer Familie nach Hamburg. Dort forschte sie am Außenwirtschaftsinstitut der Hamburger Universität. Nebenbei schrieb sie in all diesen Jahren Prosaskizzen und kurze Geschichten in ihrer russischen Muttersprache. Im Berlin Verlag sind bereits erschienen: »Melonenschale« (2003) und »Lina und die anderen« (2006).
EAN: 9783833302992
ISBN: 3833302992
Untertitel: Lebensgeschichten der Lea T. - Autobiographischer Roman. 'Berliner Taschenbuch'.
Verlag: Berliner Taschenbuch Verl
Erscheinungsdatum: Mai 2005
Seitenanzahl: 372 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Antje Leetz
Format: kartoniert
Es gibt zu diesem Artikel noch keine Bewertungen.Kundenbewertung schreiben