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Religion und Politik in Tibet


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kartoniert
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Juli 2008

Beschreibung

Beschreibung

Religion und Politik sind nicht zwei getrennte Bereiche menschlichen Handelns, sondern voneinander abhängige Aspekte gesellschaftlicher Kommunikationsprozesse, denn Herrschaft und politisches Handeln erfahren durch Religion Legitimierung, und umgekehrt prägen sich politische Interessen in religiösen Ideen und im Kultus aus. Religionen wollen das Wesen hinter den Erscheinungen der Welt im Kult sichtbar machen und im symbolischen Ausdruck sowie durch systematisierte Lehren deuten, und diese Symbole und Deutungen haben Einfluß auf die individuellen und gesellschaftlichen Lebensformen. Durch gesellschaftliche Gestaltungsprozesse wird Religion in politische Praxis umgesetzt und nicht selten auch instrumentalisiert.
Erst seit der europäischen und amerikanischen Neuzeit geht Macht "vom Volke" aus, zuvor war sie immer und in allen Kulturen in eine religiöse Sphäre eingebunden und strahlte von dort auf die menschlichen Repräsentanten aus, auf Könige, Bischöfe, Priester, Lamas usw. Inwieweit auch der tibetische Buddhismus in diesem Weltbild wurzelt, untersucht der vorliegende Band, der erstmals 1999 erschien und hier in einer Neuausgabe als Taschenbuch vorgelegt wird.
Deutlich wird der Widerspruch von Anspruch und Wirklichkeit, der jeder politischen Geschichte, auch der tibetischen, innewohnt. Dieser Widerspruch aber treibt zu immer neuen Gestaltungen politischer Prozesse, zu Reformen und Neubildungen, durch die Kreativität freigesetzt wird. Dies geschieht nach den Maßgaben eines kulturellen Grundmusters, das in Tibet durch das tantrische Weltbild und die buddhistische Philosophie gegeben ist. Erst durch die Kenntnis dieser Traditionen wird es möglich, das Land, seine Kultur und Religion und auch seine besondere politische Situation angemessen zu begreifen.

Ein aufklärendes Buch von einem der besten Kenner des tibetischen Buddhismus über ein weltweit aktuelles, ja brennendes Thema: über Tibet, seine Religion und seine politische Situation innerhalb des chinesischen Vielvölkerstaats.

Der Autor:
Michael von Brück, geboren 1949, Dr. theol., Professor für Religionswissenschaft und Leiter des interfakultären Studiengangs Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Portrait

Prof. Dr. Michael von Brück, geb. 1949, seit 1991 Professor für Religionswissenschaft und Leiter des interfakultären Studiengangs Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dozentur und Studium in Indien, Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gremien weltweit. Forschungsschwerpunkte und Publikationen: Hinduismus, Buddhismus, interreligiöser Dialog.

Pressestimmen

»Der Autor ist selbst Religionsprofessor an einer deutschen Universität. Dies schlägt sich in einer sehr fundierten, aber durchaus spannenden Darstellung der Geschichte nieder. Auch die Entwicklung des religiösen Kosmos in Tibet wird detailliert dargestellt. ... Auch wenn die Bücher dieses Verlages für ein elitäres Publikum gemacht zu sein scheinen, sind die Inhalte durchaus auch für Laien nachvollziehbar und wertvoll. Viele Vorurteile werden durch genaue Erklärungen aus dem Weg geräumt. Das allein ist schon ein Grund, Bücher wie dieses zu lesen.«
EAN: 9783458720102
ISBN: 3458720103
Untertitel: Originaltitel: Religion und Politik im Tibetischen Buddhismus. 'Verlag der Weltreligionen'.
Verlag: Verlag der Weltreligionen
Erscheinungsdatum: Juli 2008
Seitenanzahl: 240 Seiten
Format: kartoniert
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