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Der Mandant


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kartoniert
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Februar 2009

Beschreibung

Beschreibung

Unschuldslamm oder teuflischer Killer?

Der Strafverteidiger Mickey Haller gilt als begnadeter Stratege. Bis ihn sein Gespür verlässt und er ein Mandat übernimmt, das ihn mehr als nur seine Reputation kosten könnte. Mit seinem neuen Thriller sorgte Bestsellerautor Michael Connelly für Furore. Von der Presse als sein bislang bester Roman gefeiert, stand "Der Mandant" wochenlang auf Platz eins der New York Times-Bestsellerliste.

Mickey Haller ist der "Lincoln Lawyer". Der Anwalt lässt sich in seinem Wagen durch Los Angeles chauffieren und erledigt dabei auf der Rückbank seine Fälle. Seine Maxime: Jeder Angeklagte verdient die denkbar beste Verteidigung. Bislang hat sich Haller nie von diesem Grundsatz abbringen lassen. Ob Dealer, Kleinkriminelle, Prostituierte - er versteht sich exzellent darauf, das Optimum für seine Klienten herauszuholen. Als ihm die Verteidigung eines reichen Sprösslings aus gutem Hause angeboten wird, zögert er nicht lange, verspricht dies doch ein äußerst lukrativer Auftrag zu werden. Die Anklage lautet auf schwere Körperverletzung und Vergewaltigung einer Prostituierten. Obwohl die Beweislage erdrückend ist, beteuert der Angeklagte seine Unschuld. Haller recherchiert und findet bald einen ersten Hinweis, der die Beweisführung der Anklage zu entkräften vermag. Der Fall scheint gelöst zu sein, doch was als Routine beginnt, entpuppt sich als ein teuflisches Spiel, bei dem nicht nur Mickey Haller um sein Leben kämpfen muss.

Portrait

Michael Connelly, geboren 1956 in Philadelphia, studierte zunächst Journalismus und Kreatives Schreiben in Florida. Anschließend (ab 1980) arbeitete er für verschiedene Zeitungen in Fort Lauderdale und Daytona Beach, wo er sich auf Polizeireportagen spezialisierte. Nachdem 1986 eine seiner Reportagen für den Pulitzer Preis nominiert worden war, wechselte er als Polizeireporter zur "Los Angeles Times". Für sein Thrillerdebüt erhielt er 1992 auf Anhieb den Edgar Award, den renommiertesten amerikanischen Krimipreis. Heute lebt er mit seiner Familie wieder in Florida.

Leseprobe

Montag 7. März


Im Spätwinter ist die Morgenluft aus der Mojave-Wüste das Frischeste und Sauberste, was man im Los Angeles County jemals zu atmen bekommt. Sie führt den Geschmack der Verheißung mit sich. Wenn sie so hereinzuwehen beginnt, lasse ich in meiner Kanzlei gern ein Fenster offen. Es gibt nur wenig Menschen, die von dieser Angewohnheit wissen. Fernando Valenzuela zum Beispiel - der Kautionsbürge, nicht der Baseballpitcher. Ich war gerade zu einer Neun-Uhr-Terminbesprechung ins Gericht von Lancaster unterwegs, als er mich anrief. Er muss den Wind in meinem Handy pfeifen gehört haben.
Mick, sagte er, bist du heute Morgen im Norden oben?
Im Moment, ja, sagte ich und fuhr das Fenster hoch, um ihn besser verstehen zu können. Hast du was für mich?
Sieht so aus. Klingt nach einer richtig lohnenden Sache. Aber der Kerl wird schon um elf dem Richter vorgeführt. Schaffst du's bis dahin zurück in die Stadt?
Valenzuela hat ein Ladenbüro am Van Nuys Boulevard, nur einen Block vom Civic Center entfernt, zu dem auch zwei Gerichte und das Van-Nuys-Gefängnis gehören. Seine Firma nennt sich Liberty Bail Bonds. Seine Telefonnummer prangt in rotem Neon auf dem Dach seines Büros und ist vom Hochsicherheitstrakt im zweiten Stock des Gefängnisses aus zu sehen. Außerdem findet sie sich in sämtlichen Zellenblocks in die Wandfarbe neben den Münztelefonen gekratzt.
Fast ebenso unauslöschlich ist sein Name auf meiner Weihnachtsgrußliste verewigt. Am Jahresende schenke ich jedem auf dieser Liste eine Dose gesalzener Nüsse. Die Planters-Festtagsmischung. Jede Dose hübsch mit einem Band und einer Schleife versehen. Aber sie enthält keine Nüsse. Nur Bargeld. Ich habe eine Menge Kautionsbürgen auf meiner Weihnachtsgrußliste stehen. Und bis weit in den Frühling hinein esse ich dann aus Tupperware-Behältern Planters-Festtagsmischung. Seit meiner letzten Scheidung ist das manchmal alles, was ich zum Abendessen kriege.
Bevor ich Valenzuelas Frage beantworte
te, dachte ich über die Terminbesprechung nach, zu der ich unterwegs war. Mein Mandant hieß Harold Casey. Würden die Namen auf der Prozessliste alphabetisch aufgerufen, könnte ich es bis elf Uhr problemlos zu einer Anhörung in Van Nuys schaffen. Aber Richter Orton Powell absolvierte gerade seine letzte Amtsperiode. Danach ging er in Pension. Das hieß, im Gegensatz zu seinen Kollegen musste er sich keine Gedanken mehr um seine Wiederwahl machen. Und um seine neu gewonnene Unabhängigkeit zu demonstrieren -und möglicherweise auch aus Rache an allen, denen er zwölf Jahre lang politisch verpflichtet gewesen war -, warf er in seinem Gerichtssaal gern alles über den Haufen. Manchmal ging er bei der Terminbesprechung alphabetisch vor, manchmal umgekehrt alphabetisch, manchmal nach dem Einreichungsdatum. Nach welchem Schema er sich richtete, erfuhr man erst, wenn man da war. Nicht selten standen sich Anwälte in Powells Gerichtssaal über eine Stunde lang die Beine in den Bauch. Das gefiel dem Richter.
Ich glaube, ich schaffe es bis elf, sagte ich, ohne mir wirklich sicher zu sein. Worum geht's?
Der Kerl muss ordentlich Kohle haben. Adresse in Beverly Hills, und gleich als Erstes kommt der Familienanwalt angerauscht. Ein richtig dicker Fisch, Mick. Sie haben die Kaution auf eine halbe Million festgesetzt, und heute ist der Anwalt seiner Mutter vorbeigekommen, um eine Immobilie in Malibu als Sicherheit zu hinterlegen. Hat erst gar nicht versucht, die Kaution runterzuhandeln. Schätze mal, sie sind sich ziemlich sicher, dass er freikommt.
Wegen was haben sie ihn hochgenommen?, fragte ich.
Meine Stimme blieb ruhig. Ein lukrativer Fall wie dieser konnte in kürzester Zeit die Konkurrenz auf den Plan rufen, aber ich hatte Valenzuela an Weihnachten oft genug bedacht, um zu wissen, dass ich den Fall exklusiv am Haken hatte. Ich konnte die Sache ganz gelassen angehen.
Die Cops haben ihn wegen schwerer Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung festgenommen, antwo
rtete der Kautionsbürge. Der Staatsanwalt hat meines Wissens noch keine Anklage erhoben.
Die Polizei fuhr bei den Anklagepunkten gern schwere Geschütze auf. Doch am Ende zählte nur, was die Ankläger tatsächlich einreichten und gerichtlich geltend machten. Ich sage immer, Fälle kommen anmarschiert wie Löwen und schleichen sich dann wie Lämmer. Ein Fall, der als schwere Körperverletzung mit versuchter Vergewaltigung daherkam, konnte sich am Ende als harmlose Tätlichkeit entpuppen. Es würde mich nicht groß wundern, und in dem Fall spränge nicht viel für mich heraus. Trotzdem, wenn ich das Mandat erhielt und ein Honorar auf Basis der ursprünglichen Anklagepunkte vereinbarte, stünde ich auch dann noch gut da, wenn sie die Staatsanwaltschaft später herunterstufte.
Irgendwelche Einzelheiten?, fragte ich.
Man hat ihn gestern Nacht verhaftet. Klingt, als hätte er jemanden aus einer Bar abgeschleppt und die Sache wäre eskaliert. Der Anwalt der Familie behauptet, die Frau hätte es auf sein Geld abgesehen. Du weißt schon, Zivilklage im Anschluss an den Strafprozess. Aber ich wäre mir da nicht so sicher. Angeblich hat er sie ziemlich übel zugerichtet.
Wie heißt der Anwalt der Familie?
Augenblick. Ich hab seine Karte hier irgendwo rumliegen.
Während ich wartete, dass Valenzuela die Visitenkarte hervorkramte, sah ich aus dem Fenster. Bis zum Gericht von Lancaster waren es noch zwei Minuten, bis zum Beginn der Terminbesprechung zwölf. Dazwischen brauchte ich noch mindestens drei Minuten, um mich mit meinem Mandanten zu besprechen und ihm die schlechte Nachricht zu überbringen.
Ah, hier ist sie, sagte Valenzuela. Er heißt Cecil C. Dobbs, Esquire. Aus Century City. Hab ich's nicht gesagt. Kohle.
Valenzuela hatte recht. Aber es war nicht die Century-City-Adresse des Anwalts, die nach Geld roch. Es war der Name. Ich wusste, welcher Ruf C. C. Dobbs vorauseilte, und vermutlich gab es unter seinen Mandanten nur wenige, die keine Adresse in Bel-Air oder Holm
by Hills vorzuweisen hatten. Orte, an denen die Menschen dem Himmel näher schienen als gewöhnliche Sterbliche.
Und der Name des Mandanten?, sagte ich.
Louis Ross Roulet.
Er buchstabierte, und ich notierte ihn auf einem Schreibblock.
Fast wie Roulette, aber man spricht ihn Rulee aus, erklärte er. Schaffst du es rechtzeitig, Mick?
Bevor ich antwortete, notierte ich noch den Namen C. C. Dobbs. Dann stellte ich Valenzuela eine Gegenfrage.
Warum ich? Haben sie ausdrücklich nach mir verlangt? Oder hast du mich empfohlen?
Ich musste vorsichtig sein. Womöglich gehörte Dobbs zu der Sorte, die schnurstracks zur Anwaltskammer rannte, wenn sie Wind davon bekam, dass ein Strafverteidiger Kautionsbürgen schmierte. Ich begann mich sogar zu fragen, ob Valenzuela nicht vielleicht in eine Falle der Anwaltskammer getappt war. Ich gehörte nicht gerade zu den Lieblingen der Kammer. Sie hatten mir früher schon am Zeug zu flicken versucht. Und das mehr als einmal.




Pressestimmen

"Ein vielschichtiger Roman mit so vielen unerwarteten, intelligenten Wendungen und einer so unglaublichen Spannung, dass er ohne Unterbrechung gelesen werden will. Ein fesselnder Thriller, der schon jetzt nach dem nächsten Fall des 'Lincoln Lawyer' dürsten lässt."
EAN: 9783453433670
ISBN: 345343367X
Untertitel: Roman. Originaltitel: The Lincoln Lawyer. 'Heyne-Bücher Allgemeine Reihe'.
Verlag: Heyne Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Februar 2009
Seitenanzahl: 544 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Sepp Leeb
Format: kartoniert
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