HUDU

Ich habe nach dir gewonnen


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kartoniert
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Februar 2009

Beschreibung

Beschreibung

Wertvolle Geschichten für einen anderen Blick auf den Alltag

Was macht es aus, das Gefühl von Angenommen-Sein und Glück? Oft kommt es nur auf den Blickwinkel an. Zauberhaft und tiefsinnig sind die hier versammelten Geschichten vom ganz Alltäglichen. Sie geben Anstoß, vieles einmal von einer anderen Warte aus zu betrachten und daraus neue Möglichkeiten zu schöpfen. Ein ganz besonderes Lesebuch für stille Momente, das den Alltag bereichert.

Portrait

Kristina Reftel, geboren 1975, arbeitet als Lektorin im Argument Verlag in Varberg/Schweden. Schreiben, Reisen und Geschichtensammeln sind ihre großen Leidenschaften. Aus diesen Passionen haben sich bislang mehr als 30 veröffentliche Bücher, 20 von ihr bereiste Länder und eine große Geschichtensammlung ergeben.

Leseprobe

Der Ballonmann


Ein Vater nahm seinen kleinen Sohn mit in ein Spielwarengeschäft. Während der Vater nach dem suchte, was er kaufen wollte, sah sich der Junge auf eigene Faust um. In einer Ecke fand er eine Figur aus Luftballons. Der große Luftballonmann faszinierte den Jungen, darum blieb er eine Weile davor stehen.
Nach einer Weile konnte es der Junge nicht bleiben lassen, ein wenig gegen die Figur zu tippen, einfach nur, um zu sehen, was dann passieren würde. Die Luftballonfigur kippte leicht nach hinten, kippelte dann aber wieder nach vorne zurück und stand wieder aufrecht.
Das machte den Jungen nur noch neugieriger, sodass er nun dem Luftballonmann einen tüchtigen Stoß versetzte, diesmal mit voller Kraft. Aber auch diesmal passierte dasselbe: Der Luftballonmann kippte zwar zunächst nach hinten, wippte dann aber wieder nach vorne und blieb aufrecht stehen.
In dem Augenblick kam der Vater des Jungen hinzu und sah, wie sein Sohn fasziniert den Luftballonmann anschaute. Woher, glaubst du, kommt es, dass er jedes Mal wieder aufsteht, wenn du ihn niedergeschlagen hast?, fragte der Vater.
Der Junge dachte eine Weile nach und sagte dann: Vielleicht kommt das daher, dass er innerlich aufrecht steht?
Wenn du so weit gekommen bist, wie du es vermagst, und vor dem Abgrund zum Unbekannten stehst - dann halte an dem Glauben fest, dass eine von zwei Sachen passieren wird: Entweder wirst du einen festen Grund finden, auf dem du stehen kannst, oder du wirst fliegen lernen.


Vom Urteilen


Es war einmal ein alter Mann, der in einem kleinen Dorf wohnte. Er war sehr arm, doch sogar Könige beneideten ihn um sein schönes, weißes Pferd. Viele hatten das Pferd bereits kaufen wollen, doch der Mann hatte das immer abgelehnt.
Eines Morgens entdeckte der Mann, dass das Pferd nicht mehr im Stall stand. Das ganze Dorf kam und redete auf den Mann ein: Was bist du doch für ein Dummkopf gewesen! Du hättest das Pferd verkaufen sollen,
dann hättest du jetzt ein wenig Geld, um am Ende deines Lebens davon zu leben. Nun ist das Pferd gestohlen worden, und du hast weder Geld noch das Pferd. Welch ein Unglück!
Der alte Mann antwortete: Das können wir nicht wissen. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass das Pferd nicht mehr im Stall steht. Das ist das Einzige, was wir sicher wissen, alles andere sind Vorurteile. Ob das ein Unglück oder ein Segen ist, das wissen wir noch nicht, denn das, was wir sehen können, ist nur ein Fragment des Lebens. Wer weiß schon, was noch passieren wird?
Die Leute im Dorf lachten den Mann aus. Man hatte immer schon gedacht, dass er ein bisschen merkwürdig war, ein wenig verrückt - und nun hatten sie den Beweis dafür. Doch vierzehn Tage später kam das Pferd plötzlich wieder zurück. Es war gar nicht gestohlen worden, sondern ausgebrochen und in die Wildnis gegangen. Und nun kam es zurück, zusammen mit zwölf anderen weißen Pferden, die genauso schön waren wie es selbst.
Die Leute im Dorf kamen zusammen und wunderten sich: Alter, du hattest Recht. Das war wirklich kein Unglück, dass dein Pferd verschwunden ist. Jetzt sehen wir, welch ein Segen es gewesen ist!
Der alte Mann antwortete: Das können wir nicht wissen. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass mein Pferd zurückgekommen ist. Ob das ein Unglück oder ein Segen ist, das wissen wir noch nicht. Wenn man nur ein einziges Wort eines Satzes liest, wie kann man da das ganze Buch beurteilen?
Dieses Mal lachten die Dorfbewohner den Mann nicht offen aus, doch tief in sich wussten sie, dass er Unrecht hatte. Er hatte ja nun dreizehn schöne Pferde, über die er sich freuen konnte.
Der Sohn des alten Mannes begann damit, die Wildpferde zuzureiten. Doch nach nur einer Woche fiel er von einem der Wildpferde und brach sich das Bein.
Die Leute des Dorfes kamen wieder zusammen: Denk mal, du hattest Recht! Das war ganz offensichtlich ein Unglück, dass diese Pferde zu dir gekommen sind. Nun hat sich dein einziger Sohn
ein Bein gebrochen, er, der das Geld für euch beide verdiente. Nun bist du ärmer dran als jemals.
Der alte Mann antwortete: Das können wir nicht wissen. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass mein Sohn sich das Bein gebrochen hat. Ob das ein Unglück ist oder ein Segen, das wissen wir noch nicht. Ein einziger Pinselstrich ist nicht ausreichend, um das ganze Bild zu beurteilen.
Einen Monat später brach im Land Krieg aus und alle jungen Männer des Dorfes wurden eingezogen. Doch der Sohn des alten Mannes wurde nicht eingezogen, weil er am Bein verletzt war.
Die Dorfbewohner kamen wieder bei dem alten Mann zusammen: Du hattest Recht! Dass dein Sohn sich das Bein gebrochen hat, war alles andere als ein Unglück. Natürlich ist er immer noch verletzt, aber immerhin kann er weiterhin bei dir sein. Welch ein Segen! Wir sehen unsere Söhne vielleicht nie mehr wieder.
Und der alte Mann antwortete: Das können wir nicht wissen. Alles, was wir wissen, ist, dass eure Söhne in den Krieg ziehen mussten und dass mein Sohn hier ist. Ob das ein Unglück ist oder ein Segen, das wissen wir noch nicht. Urteilt nicht, das lässt die Sinne erstarren. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass die Wege des Lebens unendlich sind. Ein Weg kommt an sein Ende, ein anderer Weg hat gerade erst angefangen. Eine Tür schließt sich, eine andere tut sich auf. Man erreicht die Bergspitze, doch es findet sich eine höhere Spitze irgendwo anders. Das Leben ist eine Reise. Was hinter einer Wegbiegung wartet, wissen nur diejenigen, die weitergehen.


Freu dich darüber, dass du gestolpert bist - du hast es geschafft, nicht hinzufallen!


Positive Lebenseinstellung
Hampus, dreieinhalb Jahre alt, hat wie viele andere Kinder großen Spaß daran, aus allem Möglichen und Unmöglichen einen Wettbewerb zu machen. Und er hat viele in seiner Umgebung gelehrt, Gewinnen und Verlieren mit anderen Augen zu sehen.
Wenn Hampus nicht der Erste ist, sagt er zum Gewinner:
Ich habe nach
dir gewonnen! (Eingeschickt von Andreas Nilsson,)


Zwei Söhne
Vom Bauern Fleming wird berichtet, dass er eines Tages wie gewöhnlich draußen auf dem Feld arbeitete, als er plötzlich jemanden nach Hilfe rufen hörte. Er ließ sofort alles stehen und liegen und rannte in die Richtung, aus der der Hilfeschrei kam. Direkt neben seinem Feld war ein großer Sumpf, und daher kamen die Hilferufe.
Als Fleming zum Sumpf kam, fand er einen Jungen, vor Schreck erstarrt, der um sein Leben kämpfte. Fleming musste sich bis zum Äußersten anstrengen, aber es gelang ihm schließlich, den Jungen aus dem Sumpf zu ziehen.
Am nächsten Tag fuhr ein prachtvoller Wagen auf dem Hof des Bauern Fleming vor. Ein eleganter Adliger stieg aus und stellte sich als der Vater des Jungen vor, dessen Leben Fleming gerettet hatte.
Ich stehe tief in deiner Schuld, sagte der Adlige. Du hast das Leben meines Sohnes gerettet, und dafür will ich dir eine große Summe Geldes als Belohnung schenken.
Nein, dafür kann ich keine Belohnung entgegennehmen, antwortete Fleming. Ich habe nur das getan, was jeder andere auch getan haben würde.
In dem Augenblick tauchte Flemings Sohn auf dem Hof auf.
Das ist mein Sohn Alexander, erklärte der Bauer stolz.
Da mache ich dir einen Vorschlag, sagte der Adlige. Lass mich für deinen Sohn sorgen und ihm eine gute Ausbildung zukommen lassen. Wenn er auch nur annähernd seinem Vater ähnlich ist, wird er zu einem Mann werden, auf den du sehr stolz sein kannst.
Und so geschah es. Flemings Sohn machte sein Examen am St. Mary's Hospital in
London. Später wurde er bekannt als Sir Alexander Fleming, der Mann, der das Penizillin entdeckte.
Einige Jahre später erkrankte der Sohn des Adligen an Lungenentzündung. Das Heilmittel dagegen war Penizillin.
Der Name des Adligen? Lord Randolph Churchill. Sein Sohn? Winston Churchill.


Wem gehört das Geschenk?
Es wird von einem großen Krieger berichtet, von dem, obwohl er inzwi
schen alt geworden war, immer noch das Gerücht ging, dass er jeden Gegner besiegen könnte. Seine Geschicktheit mit dem Schwert ebenso wie seine Weisheit hatten dazu geführt, dass er viele Schüler um sich gesammelt hatte.




Pressestimmen

"Freu dich darüber, dass du gestolpert bist - du hast es geschafft, nicht hinzufallen!"
EAN: 9783442170555
ISBN: 3442170559
Untertitel: Weisheits-Geschichten. Für einen anderen Blick auf das Leben. Originaltitel: Det är aldrig kört - samlingsvolym. 'Goldmanns Taschenbücher'.
Verlag: Goldmann TB
Erscheinungsdatum: Februar 2009
Seitenanzahl: 160 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Gabriele Schneider
Format: kartoniert
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