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Die vierte Hand


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kartoniert
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Juli 2003

Beschreibung

Beschreibung

Während einer Indienreportage wird einem New Yorker Journalisten vor laufender Kamera die linke Hand von einem hungrigen Zirkuslöwen aufgefressen; Millionen Fernsehzuschauer sind Zeugen des Unfalls. In Boston wartet ein verschrobener Handchirurg auf eine Gelegenheit, die erste amerikanische Handtransplantation vorzunehmen. Und eine junge Ehefrau in Wisconsin hat es sich in den Kopf gesetzt, dem einhändigen Reporter die linke Hand ihres Mannes zu geben - wenn dieser stirbt. Doch der Mann ist jung und kerngesund.

Portrait

John (Winslow) Irving, geboren am 2. März 1942 in Exeter, im Staat New Hampshire, als ältestes von vier Kindern. John Irvings Vater war Lehrer und Spezialist für russische Geschichte und Literatur. Seine Kindheit verbrachte Irving in Neuengland. 1957 begann er mit dem Ringen; 19jährig wusste Irving, was er werden wollte: Ringer und Romancier. Studium der englischen Literatur an den Universitäten von New Hampshire und Iowa, wo er später Gastdozent des Schriftsteller-Workshops war. Deutschkurs in Harvard. 1963-1964 Aufenthalt in Wien. 1964 Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Arbeit als Lehrer an Schule und Universität bis 1979. Lebt heute in Toronto und im südlichen Vermont. 1992 wurde Irving in die National Wrestling Hall of Fame in Stillwater, Oklahoma, aufgenommen, 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für seinen von Lasse Hallström verfilmten Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag.

Pressestimmen

John Irving ist ein Spalter. Nicht im moralischen, sondern im gesellschaftlichen Sinne. Für die einen ist er gefälliger Schreiberling des Eskapismus, für die anderen einer der größten weil fantasievollsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein neunter Roman erzählt im gewohnten Stil zwischen Manierismus und Lakonie die Geschichte des TV-Reporters Patrick Wallingford, der teilnahmslos jede Frau vögelt, die ihn will; er kann halt nicht nein sagen. Dann beißt ihm ein Zirkuslöwe die Hand ab. Von nun an entdeckt der seelenlose News-Mann eine neue Welt: Moral spielt darin eine Hauptrolle, Gefühle führen Regie. Wallingford verfällt der Witwe eines toten Handspenders, die ihn zurückweist. Doch der "Löwenmann" hat gelernt, dass jeder Verlust auch ein Gewinn ist - und kämpft um seine erste große Liebe. Die Kapriolen, die die Story schlägt, sind tyisch für Irving: Was man nicht erwartet, wird garantiert geschehen, und man wird es für das Normalste auf der Welt halten. Störend ist nur die mangelhafte Übersetzung des Irvingschen Wortwitzes. Köstliches, das aus Doppeldeutigkeiten entsteht - wie Dick, der Kurzform von Richard, und dick, dem amerikanische Schimpf- und Slangwort für das männliche Geschlecht -, geht komplett verloren. Verglichen mit inhaltlich wie thematisch monströsen früheren Werken ("Owen Meany", "Garp") ist "Die vierte Hand" ein angenehm entspanntes, fast faules Buch, das einen ab und zu vor Lachen vom Sofa haut, aber meist zärtlich gebannt lesen lässt. Irvings bewährte Motive - psychischer und körperlicher Verlust, Schicksal, Sexualität, Tod - sind vorhanden, aber sie sind weniger radikal und komplex als sonst. Es ist Irvings erstes Alterswerk, ein Entwicklungsroman, der den Wahnsinn der modernen Welt als Summe vieler Einsamkeiten begreift und eine einfache, schöne Lösung hat: Liebe. Und Heimspiele der Green Bay Packers.
(vs) © kulturnews

Aktuelle Live - Berichterstattungen gehören für den New Yorker Fernseh - Journalisten Patrick Wallingford zum Alltagsgeschäft. Doch als ihm in Indien vor laufender Kamera von einem Löwen die linke Hand abgebissen wird, bricht er alle Zuschauer - Rekorde. Zukünftig wird er nur noch "Der Löwenmann" genannt. Mit diesem für Patrick so tragischen Ereignis sind weit reichende Konsequenzen verbunden. Nicht nur für sein Leben. Für den Arzt Dr. Zajack ist die erste Handtransplantation in den USA eine berufliche Herausforderung der Sonderklasse. Als er sicher ist, für Patrick die richtige Hand gefunden zu haben, geht er ans Werk. Wer hätte gedacht, dass die Witwe des Spenders einige kleine, aber nicht unwichtige Bedingungen daran knüpft, dass Patrick die Hand ihres Mannes erhält. Zum einen drängt sie darauf, unverzüglich schwanger zu werden, - von Patrick natürlich -, und dann möchte sie, dass ihr ein Besuchsrecht der Hand eingeräumt wird. Schließlich gibt es das für Kinder auch, also, warum nicht für Hände. Immerhin ist diese Hand alles, was ihr von ihrem Mann geblieben ist. Aus dieser ungewöhnlichen Ausgangssituation, und John Irving war noch nie verlegen, wenn es darum ging, aus möglichst abwegigen Zutaten eine gute Geschichte zu erzählen, entwickelt der brillante amerikanische Autor seinen neuen Roman. "Die vierte Hand" ist eine ganz besondere Liebesgeschichte. John Irving zeigt, wie sich ein oberflächlicher Journalist, für den der Beruf immer an erster Stelle steht, und dem die Quote und schnelle Meldung alles bedeutet, zu einem Mann entwickelt, der bereit ist Verantwortung zu tragen und Liebe zu empfinden. Auch wenn die Transplantation nicht gelingt, so hatte "Patrick Wallingford zweimal seine linke Hand verloren, aber [...] eine Seele gewonnen."
Manuela Haselberger
EAN: 9783257233704
ISBN: 3257233701
Untertitel: Originaltitel: The Fourth Hand. 'Diogenes Taschenbücher'.
Verlag: Diogenes Verlag AG
Erscheinungsdatum: Juli 2003
Seitenanzahl: 448 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Nikolaus Stingl
Format: kartoniert
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