HUDU

Die Lausitzer Musen


€ 12,99
 
kartoniert
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März 2016

Beschreibung

Beschreibung

Unterm Mühlrad im Wasser der Löbau werden kurz hintereinander zwei Frauenleichen geborgen. Während die Bewohner von einem tragischen Unglück ausgehen und den beiden Vorfällen weiter keine Beachtung schenken, glaubt der Wandergeselle Jakub nicht an einen Zufall. Zusammen mit der Magd Mathilde und Dr. Cornelius Waldeck versucht er, Licht ins Dunkel zu bringen. Doch die Zeit drängt, denn schon bald könnte die nächste Frau im Wasser der Löbau gefunden werden.

Portrait

Ivonne Hübner, geboren 1977 in Weißwasser/OL, wuchs in einem Dörfchen nahe Görlitz auf. Sie absolvierte beide Staatsexamen für Germanistik, Kunstgeschichte, Kunstpädagogik sowie Erziehungswissenschaften und Psychologie in Leipzig und Potsdam. Auf Umwegen über Berlin, Tokio und Osaka landete sie an einem Oberlausitzer Gymnasium als Lehrerin für Kunst und Deutsch. Die Schriftstellerei ist insbesondere in den Abendstunden ein willkommener Ausgleich, aber die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bleibt eine Leidenschaft, genau wie der große Bauernhof, in dem nicht nur gewirtschaftet, sondern auch gemalt, fotografiert, modelliert, gelesen und vorgelesen, der Kater unterhaltenund gepicknickt wird - dies alles ausgiebig und gemeinsam mit ihren Kindern.http://ivonnehuebner.wordpress.com
EAN: 9783839218167
ISBN: 3839218160
Untertitel: Historischer Kriminalroman. 'Historische Romane im GMEINER-Verlag'. 'Cornelius Waldeck'. 'Gmeiner Spannung'. Empfohlen ab 16 Jahre.
Verlag: Gmeiner Verlag
Erscheinungsdatum: März 2016
Seitenanzahl: 410 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

janaka - 30.04.2016, 11:04
Tote Musen in der Löbau
Der Müllergesell Jakub landet auf seiner Wanderschaft in der schönen Lausitz. Er trifft das Dorf in tiefer Trauer, ein junges Mädchen, die Tochter des Müllers wurde tot in der Löbau gefunden. In kurzer Zeit ist er dem Müller eine große Stütze geworden und Jakub gefällt es im Dorf sehr gut, woran die schöne Schankmagd Mathilde nicht ganz unschuldig ist. Dann wird ein zweites Mädchen tot in Löbau gefunden. Alles nur Zufall? Auch Dr. Cornelius Waldeck wird hellhörig und zusammen untersuchen sie die beiden Todesfälle etwas genauer. Die Zeit drängt. Die Lausitzer Musen von Ivonne Hübner ist mein erster historischer Krimi und wird bestimmt nicht mein letzter sein. Zuerst musste ich mich ein bisschen an die Zeit und Sprache gewöhnen. Die Autorin schafft es mit ihren detaillierten und anschaulichen Beschreibungen über das Land, den Menschen und die Gepflogenheiten dieser Zeit mir einen genauen Einblick vom frühen 19. Jahrhundert zu geben. Ihr Schreibstil ist angenehm und flüssig, nur die Spannung hat mir an manchen Stellen gefehlt. Die Ängste und Träume der Menschen in diesem Dorf sind greifbar beschrieben worden. Die Todesangst des ersten Mordopfers konnte ich förmlich spüren. Die Charaktere sind vielschichtig und lebendig beschrieben. Der Unterschied von Adel zu dem einfachen Volk ist sehr anschaulich, man bekommt ein Gefühl das Leben um 1815. Jakub ist mir schnell ans Herz gewachsen, er ist ehrlich, bescheiden und hilfsbereit. Mathilde ist ein schüchternes und fleißiges Mädchen, dass Jakub zwar anziehend und attraktiv findet, sich aber fern von ihm hält, weil ein Müller auf Wanderschaft nicht der richtige Umgang für sie ist und dann kommt er auch noch aus Böhmen. Graf Adrian ist eine weitere sehr interessante Person, sein Auftreten ist zwar selbstbewusst aber eigentlich ist er unsicher, nur in seiner Malerei findet er Zuflucht und Bestätigung. Seine Musen findet er im Dorf, doch leider sterben diese sobald das Bild beendet ist. Ist er vielleicht der Mörder? Fazit: Dieser Krimi hat mich neugierig auf weitere historische Kriminalromane gemacht, hier herrscht eine andere Spannung, nämlich ganz ohne Technik. Freue mich auf eine Fortsetzung mit Dr. Cornelius Waldeck und Jakub.
dorli - 13.04.2016, 20:35
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Lausitz, 1815. Nach Henriette Müllerin wird auch Gertrude Baumert tot unter dem Mühlrad im Wasser der Löbau aufgefunden. In beiden Fällen gehen die Dorfbewohner von Selbstmord aus. Die 17-jährige Mathilde, die sich mit Gertrude ein Zimmer geteilt hat, bezweifelt jedoch, dass diese sich das Leben genommen hat, ganz einfach, weil es keinen Grund dafür gab. Gemeinsam mit Cornelius und Jakub beginnt sie daher nachzuforschen¿ In einem zweiten Handlungsstrang lernt man den Grafen Adrian von Gersdorf und seine junge Frau Josephine kennen. Die Ehe der beiden ist nicht gerade glücklich, während Josephine sich nur inmitten ihrer zahlreichen Puppen wohlfühlt, vergräbt Adrian sich voll und ganz in seiner Malerei¿ In ihrem historischen Kriminalroman "Die Lausitzer Musen" entführt Ivonne Hübner den Leser in ein kleines Dorf ans Löbauer Wasser und wartet mit einer spannenden Geschichte auf. Die Handlungsorte werden von der Autorin sehr detailliert beschrieben, so dass man sich ein gutes Bild von den Schauplätzen machen kann. Die ländliche Atmosphäre des frühen 19. Jahrhunderts wird sehr gut vermittelt. Nach einem kurzen Prolog, in dem man den grausigen Mord an der jungen Henriette Müllerin miterlebt, lernt man die Hauptakteure kennen. Da ist zunächst einmal der Arzt Cornelius Waldeck. Cornelius ist gebildet, wirkt aber auf den ersten Blick ein wenig schusselig. Er macht sich viele Gedanken über seine Mitmenschen und steht nicht gerne im Mittelpunkt. Jakub, ein Müllergeselle auf Wanderschaft, ist freundlich und hilfsbereit. Er will kein Aufsehen erregen und versucht, jeglichem Ärger aus dem Weg gehen. Mathilde ist Magd im Wirtshaus. Dem netten, zuverlässigen Mädel fehlt es ein wenig an Selbstbewusstsein. Die Spurensuche dieses ungewöhnlichen Ermittlertrios verläuft in sehr ruhigen Bahnen. Da die drei bei ihren Ermittlungen stets im Rahmen ihrer Möglichkeiten bleiben, wirkt das ganze Geschehen durchweg echt und glaubwürdig. Der Blick des Lesers wird im Verlauf der Handlung in unterschiedliche Richtungen gelenkt, so dass man bis zum Schluss über die Identität des Täters mitgrübeln kann. "Die Lausitzer Musen" lässt sich angenehm zügig lesen und hat mir ein paar spannende, unterhaltsame Lesestunden beschert. Obwohl die Krimihandlung nur langsam in Schwung kommt, hat es mir großen Spaß gemacht, in das Jahr 1815 zu reisen und die Akteure bei ihren Ermittlungen zu begleiten.
Damarel - 01.04.2016, 22:24
Das Wandern ist des Müllers Lust
Das trifft auch auf Jakub, den Müllerburschen aus Böhmen zu und so landet er in der Lausitz. Land und Leute gefallen ihm ganz gut und vor allem die junge Schankmagd Mathilde. Jakub findet nicht nur schnell Arbeit und Unterkunft in der Mühle am Ort, sondern auch Anklang bei Mathilde, aber das dauert etwas länger. Mathilde hat zwar noch einen zweiten, eher heimlichen Verehrer(Clemmens Waldeck, den ortsansässigen Arzt), aber da Jakub offensiver vorgeht, kommt er ihm zuvor und bändelt dann recht heftig mit Mathilde an. Der Doktor ist aber ganz gut mit der gräflichen Familie beschäftigt, vor allem mit Josefine, der jungen Frau des Grafen Adrian. Und zwischendrin verlieren drei junge Mädchen aus dem Ort ihr Leben. In der dörflichen Gemeinschaft geht man von Selbstmord aus, aber irgendwann wird der Doktor stutzig und ermittelt zusammen mit Mathilde und Jakub. Die Lausitzer Musen haben mir eigentlich ganz gut gefallen. Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Alles ist recht eindrücklich beschrieben, so dass die Zeit, das Leben damals, Land und Leute gut vorstellbar sind, man ist so richtig mittendrin. Auch die Darstellung der einzelnen Stände fand ich recht gelungen. Man war dabei, wenn Mathilde nach getaner Arbeit mit schmerzenden Füssen in ihr Bett sank, wenn Josefine sich verzweifelt ihren Puppen widmete, weil ihr Gatte mal wieder im gräflichen Selbstmitleid badete. Zusammen mit dem Doktor verdrehte man heimlich die Augen, über die gräflichen Spinnereien und Marotten. Man durfte mitbekommen, wie Jakub und Mathilde sich annäherten. Und man durfte einem Mord und einer Exhumierung beiwohnen. All diese Kleinigkeiten sorgen für ein buntes Bild und ein anschauliches Leseerlebnis. Allerdings war das Buch für mich war kein Kriminalroman. Dazu plätscherte alles dann zu gemächlich dahin. Mir fehlte einfach dieser rote Spannungsfaden , der sich doch durch einen Krimi ziehen sollte. Der Einstieg in die Kriminalgeschichte und die Ermittlungen erfolgte für mich zu spät und die Neugierde in Bezug darauf, wer denn nun der Mörder ist, wurde bei mir nicht geweckt. Ich war eher daran interessiert, wie es mit den Protagonisten weiterging. Das allerdings hätte mich nicht so sehr gestört, die Geschichte ist ja nett und kurzweilig zu lesen. Mein Hauptkritikpunkt ist aber die Handlung auf den letzten 100 Seiten, bzw. die für mich nicht nachzuvollziehenden Handlungsweisen einiger Personen. Auch wirkte am Ende vieles recht überstürzt. Doch darüber sollte sich jeder selbst seine Meinung bilden, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Ich würde das Buch mit 3,5 Sternen bewerten. Da das nicht funktioniert runde ich auf vier Sterne auf.
nellsche - 13.03.2016, 13:20
Die Lausitzer Musen
Der Wandergeselle Jakub kehrt in ein kleines Dorf ein. In diesem Dorf werden kurz hintereinander zwei junge Frauen tot aufgefunden. Beide sind im Löbauer Wasser unter dem Mühlenrad gefunden worden. Die Bewohner gehen davon aus, dass die Frauen freiwillig ins Wasser gegangen sind. Jakub lernt die Magd des Schankwirts, Mathilde kennen. Jakub und Mathilde glauben nicht an den Zufall, dass die beiden Frauen sich freiwillig das Leben genommen haben und wenden sich an den Arzt Dr. Claudius Waldeck, der ebenfalls so seine Zweifel hat. Gemeinsam versuchen sie, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und Licht und Dunkel zu bringen. Und tatsächlich finden sie Beweise, dass die Frauen gestoßen wurden und dadurch ums Leben kamen. Die Geschichte wird interessant beschrieben. Ich wurde gedanklich ins Jahr 1815 gebracht und konnte mir die Personen und Umgebungen gut vorstellen. Gut beschrieben wurden z.B. auch die damalige Hygiene und die entsprechenden Gerüche. Da hat¿s mich manchmal echt geschüttelt. Jakub macht sofort einen sympathischen Eindruck. Ein aufgeweckter freundlicher junger Mann. Er gewinnt sehr schnell das Vertrauen der Dorfbewohner. Und auf die Magd Mathilde hat er sehr schnell ein Auge geworfen, denn von ihrer Schönheit ist er regelrecht gefangen. Mathilde macht ebenfalls einen freundlichen Eindruck, ist jedoch irgendwie reserviert. Trotzdem merkte ich, dass sie Jakub sehr mag. Für eine junge Frau zur damaligen Zeit war es sicherlich sehr schwierig, die Gefühle für einen Mann zu zeigen. Zu Mathilde könnte ich allerdings keinen rechten Zugang finden, sie blieb immer ein wenig ungreifbar und undurchsichtig. Dr. Cornelius Waldeck ist ein fortschrittlicher Arzt. Wie er die Beweise für Mord suchte und auch die Leichen exhumierte und untersuchte, war wirklich spannend zu lesen. Dabei hatte Cornelius die Hilfe und Unterstützung von Jakub. Dieser hatte davon so gar keine Ahnung, gab aber sein Bestes. Das ließ mich manchmal etwas schmunzeln. Es gab sehr viele Personen, die erwähnt wurden. Einige spielten eine wichtige Rolle, andere nicht. Um viele Optionen zum möglichen Täter zu schaffen, ist das sicherlich wichtig. Jedoch waren es mir zu viele Personen, denn ich musste teils sehr viel überlegen, wer das denn gerade ist und in welchem Verhältnis er zu den anderen steht. Das hat meinen Lesefluss leider behindert und ich konnte mich nicht so in die Geschichte vertiefen, wie ich es mag. Ich hatte sehr lange keine Idee, wer denn der Mörder sein könnte. Die Autorin hat ein paar Möglichkeiten in meinen Kopf gebracht, doch wirklich festlegen konnte ich mich da nicht. So solls sein. Die Aufklärung am Ende war schlüssig und nachvollziehbar. Insgesamt ein interessanter Roman, den man gut lesen kann. Die Spannung hat mich allerdings nicht ganz gepackt bzw. halten können, so dass ich drei Sterne vergebe.
hasirasi2 - 12.03.2016, 16:36
Historischer Krimi mit Entwicklungspotential
Die Müllerstochter Henriette wird tot unterm Mühlrad der Löbau gefunden. Alle gehen von Selbstmord aus, nur der Arzt Cornelius Waldeck glaubt nicht daran. Kurze Zeit später wird die Schankmagd Gertrude an der gleichen Stelle gefunden und diesmal ist Cornelius nicht mehr der Einzige, der an Mord glaubt. Gertrudes Freundin Mathilde und der wandernde Müllergeselle Jakub denken genau so, denn welchen Grund sollten die Frauen gehabt haben, sich umzubringen? Sie beginnen, die richtigen Fragen zu stellen: Was hatten die Mädchen gemeinsam und wer wollte sie aus dem Weg haben? Der Junggeselle Dr. Cornelius Waldeck ist als Figur sehr sympathisch und glaubhaft. Er sorgt sich um seine Patienten und ist nicht auf den Mund gefallen. Im Privatleben ist er allerdings einsam und weiß nicht so recht, wie er sich seiner Angebeteten erklären soll - also himmelt er sie etwas ungeschickt aus der Ferne an. Jakub, ein böhmischer Müllergeselle auf Wanderschaft, wollte eigentlich nicht lange im Ort bleiben, aber dann verguckt er sich in die Schankmagd Mathilde und auch in der örtlichen Mühle nimmt man ihn gern auf. Mathilde kommt zu Beginn sehr vorsichtig, fast unbedarft rüber. Später dann eher forsch und intelligent, irgendwie zwiegespalten und deshalb nicht so richtig glaubhaft. Ihre Sprache wirkt leider oft gekünstelt, nicht wie die einer Magd. In "weiteren Rollen" gibt es noch den Grafen Adrian, der sich selbst als großen Maler sieht und in seiner arrangierten Ehe unglücklich ist, seine einsame depressive Kindfrau Josephine und deren resolute Magd Berta. Waldeck, Jakub und Mathilde ermitteln mehr oder weniger gemeinsam, was die Mädchen außer ihrer Todessart verbunden hat. Als nach und nach jeweils ein persönliches Stück der Toten auftaucht, gibt es bald auch genügend Verdächtige. Den Kriminalfall an sich fand ich sehr spannend, aber "das Drumherum" war nicht immer ganz stimmig. Zudem war das Ende zu überstürzt und zu viel auf einmal. Kurz vor Ende des Buches wurde plötzlich noch ein Wilddieb gesucht, dass fand ich irgendwie störend und nicht wirklich notwendig, es sei denn, um Informationen zu verschleppen und den Leser nochmal zu verwirren. Auch mit diesem Krimi beweist der Gmeiner Verlag wieder, dass er seine Bücher toll ausstattet. Mir gefällt das Cover sehr gut - es hat so ein bisschen was von "Heile Welt". Das Wasser, die Mühle, es wirkt alles so friedlich, irgendwie besinnlich und beruhigend (im Gegensatz zum Kriminalfall). Das Coverbild findet sich auch innen im Einband und auf dem Lesezeichen. Mein Fazit: Ein Buch und Protagonisten mit Entwicklungspotential, leider noch nicht ganz stimmig. Wobei ich nochmal sagen möchte, dass ich den Kriminalfall an sich sehr spannend fand, nur das Gerüst passte nicht immer.