HUDU

Was ich wirklich will


€ 9,99
 
kartoniert
Sofort lieferbar
Juni 2003

Beschreibung

Beschreibung

Hildegard Ressel zeigt in ihrem neuen Buch, was uns hindert, so zu leben, wie wir es eigentlich wollen. Und wie wir diese Hindernisse und Blockaden überwinden können, um zu unserem ganz eigenen Leben zu finden.

Portrait

Hildegard Ressel, geboren 1954 in München, ist Diplom-Psychologin. Seit 1987 in eigener Praxis als Psychotherapeutin in München tätig. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Töchter. Im Fischer Taschenbuch Verlag ist erschienen: »Was ich wirklich will« (Bd. 16223).

Leseprobe

Irgendwann zwischen zwanzig und dreißig gehen uns unsere Träume verloren. Bis zur Pforte unseres Erwachsenenlebens wissen die meisten von uns in etwa, was sie sich für ihr Leben wünschen, wenn auch nicht unbedingt in konkreten Vorstellungen, so doch in vielen farbigen Bildern.

Mit dem Erwachsenwerden wird von uns gefordert, Entscheidungen bezüglich unserer Zukunft zu treffen. Also müssen wir beginnen, die Bilder auszusortieren, prüfen, welchen Träumen die Realität nicht gänzlich im Wege steht, was machbar ist.

Allzu große Zögerlichkeit bewirkt, dass andere anfangen unsere Entscheidungen zu fällen, plötzlich sind wir in Zeitdruck und sehen uns gezwungen, eher nach dem kleinsten Übel als nach dem großen Plan Ausschau zu halten. Das Dumme dabei ist, dass, sobald wir durch eine Tür gehen, die anderen zuzufallen scheinen. Wir müssen uns festlegen, Alternativen ausklammern. Klar, dass dabei eher unser Verstand als unser Gefühl gefragt ist. Schließlich geht es darum, wie wir später dastehen in der Welt, mit allen Konsequenzen.

Wir wählen einen Beruf, mit anfänglicher Euphorie, wir wählen vielleicht einen Partner, mit anfänglicher Verliebtheit, wir gestalten unser Umfeld, mit anfänglicher Begeisterung. Womit wir nicht rechnen, ist, dass unser Alltag uns zu überholen beginnt. Unser Leben nimmt seinen Lauf und wir laufen hinterher. Wir verlieren die gemächliche Gangart unserer Jugend, fallen in Laufschritt und schließlich in Trab. Die Farben unserer Bilder verblassen, unser Film läuft jetzt in Schwarz-Weiß.

Uns war nicht klar, dass uns von dem Lohn unserer Arbeit nicht annähernd das übrig bleiben würde, was wir gerne zum Leben hätten, dass unser Erwachsenenleben überwacht sein würde von Steuern, Mietzahlungen, Stromrechnungen und Haushaltsbudgets, dass selbst der verdiente Urlaub unser Gewissen strapazieren würde. Wir hatten keine Ahnung, dass es so schwierig sein würde, anfängliches Partnerglück zu bewahren, Kinder großzuziehen und den Erw
artungen von Eltern, Freunden und Chefs gerecht zu werden. Wir hatten keine Vorstellung von dem Maß an Fremdbestimmung, das uns künftig wie an Fäden geführte Marionetten unsere tatsächliche oder vermeintliche Pflicht tun lassen würde. Ehe wir uns versehen, ist unser Lebenstraum auf das Format eines verblassenden Polaroidfotos geschrumpft.

Zum Ausgleich versuchen wir Besitz anzuhäufen, in unserer Freizelt viel zu erleben, Spaß zu haben, und laufen Gefahr, in die gleichen unbefriedigenden, rastlosen Muster zu geraten.

Was aber macht unser Leben aus, was ist die Essenz, was ergibt Sinn?



Von Zeit zu Zeit im Leben stellen wir uns Fragen, um Bilanz zu ziehen, Standorte zu bestimmen. Meistens sind dies nicht Zeiten, in denen man sich himmelhoch jauchzend glücklich fühlt, sondern eher die ruhigeren, nachdenklicheren. Zeiten, in denen man urplötzlich in Zweifel verfällt - Zweifel an dem bisherigen Weg, möglicherweise an seinem Beruf, seinem Partner, seinen Freunden, seiner Bestimmung. Eine unbestimmte innere Unruhe ergreift einen, und man beginnt sich umzusehen, möchte herausfinden, wie es denn andere Menschen machen, wie sie mit ihren Zweifeln umgehen, welche Lebenspläne funktionieren.

Man sieht die Jugendlichen, die genau zu wissen scheinen, wo sie hinwollen, und jene, die sich treiben lassen, unfähig, einen Weg für sich zu finden. Man betrachtet die jungen Erwachsenen - zielstrebig und voller Power oder von Anfang an nicht in das gesellschaftliche Raster passend - oder die Midlife-Bewältiger, gesättigt und selbstzufrieden oder resignierend und grau im Gesicht. Und schließlich die Alten, vom Leben besiegt, selbstvergessen im Hier und Jetzt, oder weise und leuchtend.

Man vergleicht sich mit anderen Menschen, versucht sich einzuordnen und begreift, dass es wieder einmal Zeit wird, sich die grundsätzlichen Fragen über das eigene Leben zu stellen:



Lebe ich das, was ich wirklich wollte?

Welche me
iner Träume haben sich erfüllt?

Empfinde ich noch Begeisterung für mein Leben,

meine Arbeit, meinen Weg?

Wo will ich noch hin?

Was will ich eigentlich wirklich?



Antworten zu finden ist ungleich schwieriger als Fragen zu stellen.

Egal ob wir spontan aussprechen können, wie wir uns unser Leben wünschen würden, oder ob wir uns erst mühsam einen Pfad zu längst verschütteten Plänen suchen müssen: Die meisten von uns sind sehr viel weiter von ihrer ureigensten Bestimmung entfernt, als es uns das Leben mit seinen Verpflichtungen und Notwendigkeiten abverlangen würde.

Was also blockiert uns, der Mensch zu sein, das Leben zu leben, das wir immer wollten? Oder wenigstens herauszufinden, wie es aussehen würde?

Sobald wir in der Lage sind, einen klaren Gedanken zu formulieren, überfluten uns unsere inneren Stimmen, gebildet aus Überzeugungen, Resümees und Erfahrungen, die wir selbst oder andere uns vermittelt haben. Diese inneren Stimmen der Vernunft, des Zweifels, der Angst, des Stolzes sind meist negativ und beginnen uns zu attackieren, sobald wir uns vornehmen, etwas zu verändern. Überwältigt und hin und her gerissen von sich widersprechenden Meinungen verharren wir gelähmt - und machen so weiter wie bisher.

Diese mächtigen, verinnerlichten Stimmen können uns Aufschluss geben über unsere persönlichen Gegebenheiten, unsere seelische Beschaffenheit. Es lohnt sich also, sie aufzugreifen und sie, über ihre oberflächliche Aussage hinaus, als Schlüssel zu unseren tiefen Wahrheiten zu nutzen, ihre Herkunft zu entlarven und ihnen positive Antworten entgegenzusetzen.

Es ist nie zu spät, uns freizuschaufeln von überholten Vorstellungen, ausgedienten Einstellungen und unbefriedigenden Lebensmustern.

Gewinnen wir Kraft, Begeisterung und Zufriedenheit aus einer Lebensgestaltung, die unserem ureigensten Wesen zunehmend gemäß wird.

EAN: 9783596162239
ISBN: 3596162238
Untertitel: Wie man den eigenen Wünschen und Fähigkeiten nicht länger selbst im Weg steht. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: Juni 2003
Seitenanzahl: 192 Seiten
Format: kartoniert
Es gibt zu diesem Artikel noch keine Bewertungen.Kundenbewertung schreiben