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Jenseits der Schönheit


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März 2008

Beschreibung

Beschreibung

Georg Simmel hat sich zeit seines Lebens mit Fragen der Kunst und der Ästhetik auseinandergesetzt. Das dokumentieren die hier versammelten Texte, die zugleich die theoretische Einheit der weitgestreuten Arbeiten Simmels zu diesen Fragen sichtbar werden lassen. Simmels Interesse - so zeigt sich - richtet sich einerseits auf die ästhetische Dimension von sozialen Interaktionen und Gebrauchsgegenständen, andererseits auf konkrete Artefakte und klassische ästhetische Positionen. Darüber hinaus geben ausgewählte Künstlerporträts und Briefe Kernpassagen der Lebensphilosophie wieder, die verdeutlichen, wie dem späten Simmel das Ästhetische zur Realisation des "individuellen Gesetzes" gerät, es nunmehr als existentielle Lebensform begriffen wird. Das Nachwort von Ingo Meyer ordnet Simmels Ästhetik ein, zwischen klassisch-idealistischen, nitzscheanischen und modernen Positionen zum "Nicht-mehr-Schönen".

Inhaltsverzeichnis

[Ästhetik der Lebenswelt:] Ueber Kunstausstellungen - Exkurs über den Schmuck - Venedig - Florenz - Die Ruine - Philosophie der Landschaft - Exkurs über die Soziologie der Sinne - Die ästhetische Bedeutung des Gesichts - Die Mode - [Über die Tango-Manie in Berlin, Januar 1914] - Zur Philosophie des Schauspielers - [Kritik, Programmatik, Einzelinterpretation: Auf dem Weg zur Werk- und Wirkungsästhetik:] Kunstproduktion und -rezeption als Negation der Arbeitsteilung, Auszug aus »Philosophie des Geldes« - Soziologische Aesthetik - L'art pour l'art - Kant und die moderne Aesthetik - Schopenhauers Aesthetik und die moderne Kunstauffassung - Zwischenerörterung;
Was »sehen« wir am Kunstwerk? - Stefan George;
Eine kunstphilosophische Betrachtung - Rodin (mit einer Vorbemerkung über Meunier) - Das Christentum und die Kunst - Die ästhetische Quantität - Über die dritte Dimension in der Kunst - Die Lebensvergangenheit im Bilde (und) Die Darstellung der Bewegtheit - Über die Karikatur - Definition des Expressionismus und Futurismus, Auszug aus »Der Krieg und die geistigen Entscheidungen« - Vom Realismus in der Kunst - Zum Problem des Naturalismus - Herbst am Rhein (Gedicht vom 23.1.1897) - Nur eine Brücke (Gedicht vom 13.3.1901) - Georg Simmel an Paul Ernst (Brief vom 14.1.1910) - Aphorismen, Auszüge aus »Postume Veröffentlichungen« - Jenseits der Schönheit (10.4.1897) - [Lebensphilosophie;
Artistik als Realisierung des individuellen Gesetzes:] Tragödie als ästhetische Setzung, Auszug aus »Lebensanschauung« - Vom Tode in der Kunst;
Nach einem Vortrag - Gesetzmäßigkeit im Kunstwerk - Michelangelo - Einheit der Weltelemente (Auszug aus »Goethe«) - Entwicklung (Auszug aus »Goethe«) - Nachwort von Ingo Meyer: »Jenseits der Schönheit«;
Simmels Ästhetik;
originärer Eklektizismus?

Portrait

Georg Simmel wurde am 1. März 1858 in Berlin als jüngstes von sieben Kindern des Fabrikanten Edward Simmel und dessen Frau Flora (geb. Bodenstein) geboren und starb am 26. September 1918 in Straßburg. Die Familie ist jüdischer Herkunft, beide Elternteile traten jedoch schon früh zum christlichen Glauben über. Georg Simmel wurde evangelisch getauft. Von 1876 bis 1881 studierte er an der Berliner Universität Geschichte, Völkerpsychologie und Philosophie. Seine erste Promotionsschrift Psychologisch-ethnologische Studien über die Anfänge der Musik wurde von dem Philosophiehistoriker Zeller und dem Physiker Helmholtz wegen formaler Fehler und "zu gewagter" Thesen abgelehnt. Als Dissertation wird jedoch die prämierte Abhandlung Darstellung und Beurteilungen von Kants verschiedenen Ansichten über das Wesen der Materie akzeptiert. Nach Überwindung weiterer Hindernisse wurde er 1885 mit der Schrift Kantische Studien im Fach Philosophie habilitiert und an der Berliner Universität zum Privatdozenten ernannt. Mit der öffentlichen Antrittsvorlesung »Über das Verhältnis des ethischen Ideals zu dem logischen und dem ästhetischen« begann er seine sehr erfolgreichen Veranstaltungen, die auch gesellschaftlich große Resonanz fanden. Trotz seines akademischen Erfolgs wurde Simmel mit antisemitischen Ressentiments konfrontiert. So wurde 1898 sein erster Antrag auf Erteilung eines Extraordinariats vom Kultusministerium abgelehnt. 1908 scheiterte seine Berufung auf die zweite Professur für Philosophie in Heidelberg trotz der Empfehlungen von Max Weber und Eberhard Gothein am antisemitischen Gutachten des im Alldeutschen Verband engagierten Berliner Historikers Dietrich Schäfer (1845-1929). Heute gilt Simmel als einer der wichtigsten und faszinierendsten Vertreter der Soziologie des 20. Jahrhunderts, der entscheidend zur Formierung dieser Disziplin als eigenständiger Wissenschaft beigetragen hat.


EAN: 9783518294741
ISBN: 3518294741
Untertitel: Schriften zur Ästhetik und Kunstphilosophie. 'suhrkamp taschenbücher wissenschaft'. 1. , Originalausgabe.
Verlag: Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum: März 2008
Seitenanzahl: 437 Seiten
Format: kartoniert
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