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Der cartesische Taucher


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kartoniert
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Mai 2008

Beschreibung

Beschreibung

Hinter einem großangelegten Werk mit dem noch viel größeren Titel "Le Monde" verbirgt sich das ehrgeizigste Projekt des Philosophen René Descartes: In diesem Werk sollten sämtliche getrennten Wissensfäden zusammenlaufen und ein Gewebe ergeben, so dicht gewirkt, daß damit alles unter der Sonne erklärt wäre. Was den Dichter Durs Grünbein zu diesem cartesischen Universum hinzieht, ist gerade nicht der Triumph nüchterner Rationalität. Das Traumhafte jenes Traumprojekts fesselt ihn, das Phantastische hinter den abstrakten Begriffen, der spekulative Höhenflug, den Descartes sich über seinen naturwissenschaftlichen Hypothesen erlaubt, die Spur des Experimentators durchs Dickicht der allerheiligsten Mysterien - kurzum: das Bildermachen, Fabulieren mit und jenseits aller Methode.
Wieviel Mensch steckt in Descartes' reinem Erkenntnis-Ich? Wieviel Anschauung verschwindet in strenger Vivisektion? Ist der Geist nicht dennoch das bewegende Grundprinzip, die causa prima des Universums? Wenn Dante der Descartes der Metapher war, war dann nicht Descartes - der Dante der neuzeitlichen Wissenschaft? Mit seinem Vers-Roman über Descartes (Vom Schnee, 2003) hatte Durs Grünbein eine bezaubernde poetische Version des Themas gegeben. Nun fügt sich ein erzählerisch angelegter Essay in drei Meditationen zur Verteidigungsschrift für einen der meistgehaßten Philosophen. Dabei findet sich am Gegenpol des heliozentrischen Weltbildes zugleich der Ursprung des modernen poetischen Ichs.

Inhaltsverzeichnis

Erste Meditation: Kein reines Ich - Zweite Meditation: Schule der Autopsie - Dritte Meditation: Thema für ein gut gefügtes Gehirn - Anmerkungen - Zeittafel

Portrait

Durs Grünbein, 1962 in Dresden geboren, der u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Dichter und Essayist, gehört zu den bedeutendsten Autoren seiner Generation. Der Dialog mit den Naturwissenschaften und den Künsten ist von Anbeginn Thema seines Schreibens. Durs Grünbein befasst sich mit Fotografen wie Jeff Wall, William Eggleston oder Sternfeld, mit Künstlern wie Francis Bacon, Chardin, Cezanne, Ilya Kabakow, Hermann Nitsch u. a., er befragt sie nach ihrem Verhältnis zur Zeit, zum Körper und zur Geschichte. 2005 erhielt er den "Friedrich Hölderlin-Preis" und 2006 wurde Durs Grünbein mit dem "Pier Paolo Pasolino Preis", dem internationalen Lyrikerpreis, ausgezeichnet. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Tomas-Tranströmer-Preis geehrt.

Pressestimmen

»Nur 142 Seiten hat das Büchlein. Wer am Weihnachtsmorgen anfängt, hat es in der Nacht ausgelesen. Ein schöneres Geschenk kann man sich kaum machen. Durs Grünbeins drei Meditationen über Descartes sind ein lustvolles Exerzitium in genauem Lesen und Denken. Wer Spaß daran hat, einer Argumentation zu folgen, gleichzeitig aber hellhörig zu bleiben für die Neben- und Untertöne, der wird dieses Buch genießen. Es ist klar und deutlich, clare et distincte, wie Descartes das von der Reflexion forderte. Gleichzeitig aber ist es anspielungsreich, wunderbar mehrtönig.«
EAN: 9783518260074
ISBN: 3518260073
Untertitel: Drei Meditationen. 'edition unseld'.
Verlag: Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum: Mai 2008
Seitenanzahl: 143 Seiten
Format: kartoniert
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