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Jesus von Texas


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kartoniert
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Juni 2005

Beschreibung

Beschreibung

"Wütend wie ein Song von Eminem und witzig wie ein Film von Tarantino." Bayerischer Rundfunk

Vernon Little sitzt im städtischen Gefängnis von Martirio, der "Barbecuesaucen-Hauptstadt von Texas". Er hat ein ernsthaftes Problem: Sein Kumpel Jesus hat soeben 16 Klassenkameraden ins Jenseits befördert und sich anschließend selbst erschossen. Auf Vernon konzentrieren sich nun die gesamten Rachegelüste der Stadt und die Sensationsgier der Medien.

Ausgezeichnet mit dem renommierten Booker-Preis, bejubelt von der Kritik, wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste - eine literarische Sensation.

"Raffinierter und treffsicherer als Michael Moore. Wir schwören, etwas Besseres hat man lange nicht gelesen." AMICA

"Die böseste und beste Satire auf Amerika." Die Welt

"Ein perfektes Buch." Literaturen


Portrait

D.B.C. Pierre wurde als Peter Warren Finlay 1961 in Old Reynella, Australien geboren, wuchs in Mexiko auf und lebt heute in Irland. Seine abenteuerliche Lebensgeschichte - eine wahre Fabel um Betrug, Schulden und Scheitern - machte Schlagzeilen, als er 2003 aus dem Nichts kam und für seinen ersten Roman den Booker Prize.

Pressestimmen

Natural Born Killers

Vernon Gregory Little hat ein ziemlich großes Problem am Hals: sein bester Freund Jesus hat in der Schule von Martirio, Texas, zuerst 16 Schüler und dann sich selbst mit einem Gewehr hingerichtet. Zu der Zeit war Vernon gar nicht in der Schule, sondern unterwegs in der Stadt - nur leider glaubt ihm das die Polizei nicht.

Vernon ist ein durchschnittlicher amerikanischer Teenager, weiß, sechzehn Jahre alt. Er interessiert sich für Markenklamotten, Hip-Hop-Musik und die Unterwäsche von Mädchen und hat Probleme mit Fremdwörtern. Da ihn die Situation denkbar überfordert, tut er das für ihn naheliegende: er reißt aus der Polizeistation aus. Und macht sich damit noch verdächtiger. Die einzige, die bedingungslos zu ihm steht, ist seine Mutter - bis Eulalio Ledesma, ein dubioser Fernsehmoderator, auftaucht, der zunächst versucht, dem Jungen vor der Kamera seine Geschichte zu entlocken. Als der sich weigert, bringt Ledesma eben eine andere Story - in der Vernon als Mittäter dargestellt wird. Nebenbei beginnt er ein Verhältnis mit Vernons Mutter und verspricht ihr eine Karriere beim Fernsehen.

Durch die schonungslose Berichterstattung Ledesmas wandelt sich das Vernons Bild in der Öffentlichkeit schnell - aus dem Tatverdächtigen wird schnell der Täter Vernon. Als selbst seine Mutter nicht mehr zu ihm hält, beschließt Vernon, sich mit der Hilfe von Taylor, einer alten Jugendliebe nach Mexiko abzusetzen, um dort ein neues Leben aufzubauen. Taylor überrascht ihn dort, lockt ein falsches Geständnis aus ihm heraus und verrät ihn an die Polizei. Wenig später stellt sich heraus, daß auch sie ein Verhältnis mit Ledesma hat, der ihr eine Karriere beim Fernsehen versprochen hat.

So beginnt der Mordprozeß gegen Vernon, der mittlerweile dank Ledesmas allgegenwärtiger Medienmaschine vom ganzen Land nicht nur für die Morde in der Schule von Martirio, sondern für ganze siebzehn weitere Morde verantwortlich gemacht wird. Der Prozeß selbst wird als Medienspektakel inszeniert, das wie eine schrille Kreuzung aus Doku-Drama und Spielshow daherkommt. Selbst die medienerfahrensten Anwälte können nicht verhindern, daß Vernon für schuldig an dem Schulmassaker erklärt und zum Tode verurteilt wird. Doch auch im Todestrakt wird er die Medienmaschine nicht los - wie eine Art Big Brother aus dem Gefängnis wird hier eine neue Spielshow inszeniert, in der das Publikum jede Woche einen neuen Kandidaten in die Todeszelle wählen kann.

DBC Pierres Debütroman "Jesus von Texas" wirkt wie ein rasantes Roadmovie, in dem mit schnellen Schnitten die moralische Verlogenheit und Medienfixiertheit der amerikanischen Bevölkerung seziert wird - ein literarisches Pendant zu Oliver Stones umstrittenen Film "Natural Born Killers". Bis zur letzten Seite schafft der Autor Spannung voller Wendungen und böse-satirischer Seitenhiebe.

Pierre steht dabei in der Tradition des 2004 verstorbenen Hubert Selby, der auch mit einer Kreuzung aus Gossensprache und hochpoetischen Sätzen den Finger in die Wunden der Gesellschaft legte. Wie schon Sara Goldfarb in Selbys bitterem Roman "Requiem for a Dream" sind auch die Frauen um Littles Mutter auf jedes bißchen Aufmerksamkeit fixiert. Während Selby aber bis auf seinen letzten Roman nie ein Happy End zuließ, gönnt Pierre, zumindest oberflächlich, in einem furiosen Finale der Gerechtigkeit den Sieg. Doch es wird schnell klar, daß zwar Vernon Little einen Ausweg aus seiner Situation findet, die tiefer sitzenden gesellschaftlichen Probleme jedoch bleiben. So regt der Roman auch nach atemlosen Lesevergnügen weiter zum Lesen an - einfach gelungen!

© Heiko Paulheim - www.literature.de - Das Literaturportal

EAN: 9783746621500
ISBN: 374662150X
Untertitel: Originaltitel: Vernon God Little. 'Aufbau Taschenbücher'.
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: Juni 2005
Seitenanzahl: 383 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Karsten Kredel
Format: kartoniert
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