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Tintenherz


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kartoniert
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November 2010

Beschreibung

Kurzbeschreibung

Ein unheimlicher Gast taucht nachts bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt Mo vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo mit Meggie zu ihrer Tante Elinor und versteckt das Buch, um das sich alles dreht. Ein Buch, das Mo vor vielen Jahren gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt.

Ein Abenteuer, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in große Gefahr gerät.

Portrait

Cornelia Funke wurde 1958 in Dorsten/Westfalen geboren, zog nach dem Abitur nach Hamburg und absolvierte eine Ausbildung als Diplompädagogin. Drei Jahre lang arbeitete sie als Erzieherin auf einem Bauspielplatz und studierte parallel dazu Buchillustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg.§Nach Abschluss des Studiums war Cornelia Funke zunächst ausschließlich als Illustratorin für Kinderbücher tätig - eine Arbeit, die sie dazu anregte, selbst Geschichten für junge Leserinnen und Leser zu schreiben. So wurde sie mit 28 Jahren freischaffende Autorin und Illustratorin.§Ihre freie Zeit verbringt Cornelia Funke am liebsten mit ihrer Familie. Außerdem ist sie ein großer Filmfan, reist gern und liest, so viel sie kann.§Seit Mai 2005 wohnt Cornelia Funke mit ihrer Familie in Los Angeles; zuvor lebte sie am Stadtrand von Hamburg.§2008 erhielt sie den "Roswitha-Preis" der Stadt Bad Gandersheim, den Medienpreis "Bambi", 2009 den "Jacob-Grimm-Preis" und 2015 den "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis" sowie den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Leseprobe

Es fiel Regen in jener Nacht, ein feiner, wispernder Regen. Noch viele Jahre später musste Meggie bloß die Augen schließen und schon hörte sie ihn, wie winzige Finger, die gegen die Scheibe klopften. Irgendwo in der Dunkelheit bellte ein Hund, und Meggie konnte nicht schlafen, so oft sie sich auch von einer Seite auf die andere drehte.
Unter ihrem Kissen lag das Buch, in dem sie gelesen hatte. Es drückte den Einband gegen ihr Ohr, als wollte es sie wieder zwischen seine bedruckten Seiten locken. "Oh, das ist bestimmt sehr bequem, so ein eckiges, hartes Ding unterm Kopf", hatte ihr Vater gesagt, als er zum ersten Mal ein Buch unter ihrem Kissen entdeckte. "Gib zu, es flüstert dir nachts seine Geschichte ins Ohr." - "Manchmal!", hatte Meggie geantwortet. "Aber es funktioniert nur bei Kindern." Dafür hatte Mo sie in die Nase gezwickt. Mo. Meggie hatte ihren Vater noch nie anders genannt.
In jener Nacht - mit der so vieles begann und so vieles sich für alle Zeit änderte - lag eins von Meggies Lieblingsbüchern unter ihrem Kissen, und als der Regen sie nicht schlafen ließ, setzte sie sich auf, rieb sich die Müdigkeit aus den Augen und zog das Buch unter dem Kissen hervor. Die Seiten raschelten verheißungsvoll, als sie es aufschlug. Meggie fand, dass dieses erste Flüstern bei jedem Buch etwas anders klang, je nachdem, ob sie schon wusste, was es ihr erzählen würde, oder nicht. Aber jetzt musste erst einmal Licht her. In der Schublade ihres Nachttisches hatte sie eine Schachtel Streichhölzer versteckt. Mo hatte ihr verboten, nachts Kerzen anzuzünden. Er mochte kein Feuer. "Feuer frisst Bücher", sagte er immer, aber schließlich war sie zwölf Jahre alt und konnte auf ein paar Kerzenflammen aufpassen. Meggie liebte es, bei Kerzenlicht zu lesen. Drei Windlichter und drei Leuchter hatte sie auf dem Fensterbrett stehen. Sie hielt das brennende Streichholz gerade an einen der schwarzen Dochte, als sie draußen die Schritte hörte. Erschrocken pustete sie das Streichholz aus - wie genau sie sich viele Jahre später noch daran erinnerte! -, kniete sich vor das regennasse Fenster und blickte hinaus. Und da sah sie ihn. Die Dunkelheit war blass vom Regen und der Fremde war kaum mehr als ein Schatten. Nur sein Gesicht leuchtete zu Meggie herüber. Das Haar klebte ihm auf der nassen Stirn. Der Regen triefte auf ihn herab, aber er beachtete ihn nicht. Reglos stand er da, die Arme um die Brust geschlungen, als wollte er sich wenigstens auf diese Weise etwas wärmen. So starrte er zu ihrem Haus herüber.

Ich muss Mo wecken!, dachte Meggie. Aber sie blieb sitzen, mit klopfendem Herzen, und starrte weiter hinaus in die Nacht, als hätte der Fremde sie angesteckt mit seiner Reglosigkeit. Plötzlich drehte er den Kopf und Meggie schien es, als blickte er ihr direkt in die Augen. Sie rutschte so hastig aus dem Bett, dass das aufgeschlagene Buch zu Boden fiel. Barfuß lief sie los, hinaus auf den dunklen Flur. In dem alten Haus war es kühl, obwohl es schon Ende Mai war.
In Mos Zimmer brannte noch Licht. Er war oft bis tief in die Nacht wach und las. Die Bücherleidenschaft hatte Meggie von ihm geerbt. Wenn sie sich nach einem schlimmen Traum zu ihm flüchtete, ließ sie nichts besser einschlafen als Mos ruhiger Atem neben sich und das Umblättern der Seiten. Nichts verscheuchte böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier.
Aber die Gestalt vor dem Haus war kein Traum.
Das Buch, in dem Mo in dieser Nacht las, hatte einen Einband aus blassblauem Leinen. Auch daran erinnerte Meggie sich später. Was für unwichtige Dinge im Gedächtnis kleben bleiben!
"Mo, auf dem Hof steht jemand!"
Ihr Vater hob den Kopf und blickte sie abwesend an, wie immer, wenn sie ihn beim Lesen unterbrach. Es dauerte jedes Mal ein paar Augenblicke, bis er zurückfand aus der anderen Welt, aus dem Labyrinth der Buchstaben.
"Da steht einer? Bist du sicher?"
"Ja. Er starrt unser Haus an."
Mo legte das Buch weg. "Was hast du vorm Schlafen gelesen? Dr. Jekyll und Mr Hyde?"
Meggie runzelte die Stirn. "Bitte, Mo! Komm mit."
Er glaubte ihr nicht, aber er folgte ihr. Meggie zerrte ihn so ungeduldig hinter sich her, dass er sich auf dem Flur die Zehen an einem Stapel Bücher stieß. Woran auch sonst? Überall in ihrem Haus stapelten sich Bücher. Sie standen nicht nur in Regalen wie bei anderen Leuten, nein, bei ihnen stapelten sie sich unter den Tischen, auf Stühlen, in den Zimmerecken. Es gab sie in der Küche und auf dem Klo, auf dem Fernseher und im Kleiderschrank, kleine Stapel, hohe Stapel, dicke, dünne, alte, neue ... Bücher. Sie empfingen Meggie mit einladend aufgeschlagenen Seiten auf dem Frühstückstisch, trieben grauen Tagen die Langeweile aus - und manchmal stolperte man über sie.
"Er steht einfach nur da!", flüsterte Meggie, während sie Mo in ihr Zimmer zog.
"Hat er ein Pelzgesicht? Dann könnte es ein Werwolf sein."
"Hör auf!" Meggie sah ihn streng an, obwohl seine Scherze ihre Angst vertrieben. Fast glaubte sie schon selbst nicht mehr an die Gestalt im Regen ... bis sie wieder vor ihrem Fenster kniete. "Da! Siehst du ihn?", flüsterte sie.
Mo blickte hinaus, durch die immer noch rinnenden Regentropfen, und sagte nichts.
"Hast du nicht geschworen, zu uns kommt nie ein Einbrecher, weil es nichts zu stehlen gibt?", flüsterte Meggie.
"Das ist kein Einbrecher", antwortete Mo, aber sein Gesicht war so ernst, als er vom Fenster zurücktrat, dass Meggies Herz nur noch schneller klopfte. "Geh ins Bett, Meggie", sagte er. "Der Besuch ist für mich."

In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher Gast bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt ihren Vater vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo überstürzt mit Meggie zu ihrer Tante Elinor nach Italien ab. Und damit beginnt ein unglaubliches Abenteuer, in dessen Mittelpunkt ein geheimnisvolles Buch steht. Bald schon gerät Meggie in große Gefahr.

© Cecilie Dressler Verlag

Pressestimmen

Wer wünscht sich beim Lesen nicht manchmal, dass die Figuren eines Buches lebendig werden? Cornelia Funke erzählt einen spannenden Bücherkrimi und schreibt dabei zugleich eine Hommage an das Wunder des Lesens und die Magie der Worte. Dabei macht sie Kinder (und Erwachsene) glücklich - und süchtig.
www.buecher-magazin.de
EAN: 9783841500120
ISBN: 3841500129
Untertitel: Empfohlen ab 12 Jahre.
Verlag: Oetinger Taschenbuch GmbH
Erscheinungsdatum: November 2010
Seitenanzahl: 567 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

sommerlese - 01.03.2016, 17:24
Diese Buchmagie ging nach hinten los! Viel Tinte ohne Herz!
Tintenherz hat mich jetzt nicht so gepackt, obwohl ich die Personen zum Teil gemocht habe. Gerade mal die gruselige magische Atmosphäre ist einzigartig und besonders. Diese bedrohliche Stimmung bringt Cornelia Funke gut zum Ausdruck. Aber an einigen Stellen hätte der Roman deutlich gestrafft werden können. Dieses Buch hat Längen und mich begeistert diese Buchmagie nicht wirklich. Wahrscheinlich fehlt mir das Fantasy-Gen, die Geschichte rauscht richtig an mir vorbei. Schon der Erzählstil hat mich nun nicht so vom Hocker gerissen. Auch gibt es Beschreibungen, die sich häufig wiederholen, so leckt das Feuer dank Staubfingers Feuermagie gleich mehrfach. Dieses ewige Fluchtverhalten a la Katz und Maus Spiel wiederholt sich andauernd und ist außerdem auch noch recht vorhersehbar. Die Idee, aus dem Buch Figuren herauszulesen, ist einem guten Einfall geschuldet, wird aber leider nicht weiter ausgebaut. Funke beschreibt äußerst bildhaft die Umgebung und das Äußere der Personen, doch mir fehlt die persönliche Tiefe, die Motivation und die Gefühle. Die Charaktere erscheinen mir blass und nichtssagend geschildert. Ich konnte nur mit den drei Hauptfiguren Meggie, Mo und Elinor etwas anfangen. Tante Elinor war die Einzige im Buch, die auch mal mit Humor punkten durfte. Alle anderen erscheinen depressiv, gewalttätig und schlecht gelaunt. Auch wenn ich ja schon zu den Lesesüchtigen zähle und Büchern einen hohen Stellenwert zumesse, grenzen diese sich wiederholenden Liebeserklärungen ans Lesen und an die Magie von Büchern an den Rand des Zumutbaren. Irgendwann hat es mich echt genervt. Über dieser Geschichte scheint mir ein düsterer Nebel zu hängen, der sich nicht lichtet und dieser alte Mief und Staub der Vergangenheit ist im Buch festgehalten. Diese bedrückende Stimmung hat mich gestört und dank fehlender Spannung habe ich mich durch das Buch gequält. Ich entspreche nicht der Altersklasse von 12-13 Jahren, kann aber verstehen, wenn den jungen Lesern hiermit Bücher zum Gräuel werden. Denn die Intention, dass Bücher Welten öffnen und man sich in etwas hineinträumen kann, wurde hier oft beschrieben, es sollten sich magische Dinge ergeben. Heraus kam aber nur Negatives wie Mord und Feuer und Schlägerei und das ist enttäuschend. Diese Buchreihe interessiert mich definitiv nicht. Das soll natürlich andere Leser nicht abschrecken, besonders Fantasy-Lesern scheint dieses Buch zu gefallen. Wenn schon Magie, dann lese ich lieber Harry Potter, dort gibt es auch mal etwas zu lachen.
Frida - 01.05.2015, 18:13
Funke, Cornelia, Tintenherz
Am Anfang war das Buch nicht logisch aber mit der Zeit wurde es immer spannender. Trotzdem fand ich es etwas langweilig am Ende