HUDU

Abfent, Abfent...! CD


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CD's
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Oktober 2001

Beschreibung

Beschreibung

Geschichten über die Zeit vor beziehungsweise nach Fasching, über Nikoläuse ohne Gewerbeschein, unbefugte Sentimentalisierungsmaßnahmen und weihnachtliche Nebenwirkungen.

Inhaltsverzeichnis

Das Geständnis - Abfent, Abfent...! - Der Weihnachtsneger - Sankt Nikolaus - Ein Lichtlein brennt - Der Einsame - Nebenwirkungen - Nikolausi - Schöne Bescherung - Der Schuldenkäufer - Megaludo - Vorsicht Neujahr! - Geniestreicherei - Die Weihnachtsgratifikation

Innenansichten

Portrait

Gerhard Polt, geboren 1942 in München, aufgewachsen im Wallfahrtsort Altötting, studierte in Göteborg und München Skandinavistik. Seit 1975 brilliert Polt als Kabarettist, Schauspieler, Poet und Philosoph auf deutschen und internationalen Bühnen. 2001 wurde er mit dem Bayerischen Staatspreis für Literatur ("Jean-Paul-Preis") ausgezeichnet. Polt lebt und schreibt in Schliersee, München und Terracina. Bei Kein & Aber sind zahlreiche Bücher, CDs und DVDs von und mit ihm erschienen, zuletzt die Werkausgaben "Bibliothek Gerhard Polt" (10 Bände und ein Begleitbuch) und "Opus Magnum" (9 CDs im Schuber) und das Interviewbuch mit Herlinde Koelbl "Gerhard Polt und auch sonst".

Pressestimmen

Bayrische Gemeinheiten zum Feschd
Gerhard Polts CD Abfent, Abfent ...
Wieder tobt die konfliktselige Zeit der Kerzengemütlichkeits- und Konsumhysterie, und vermutlich ließe sich längst ein Club derer gründen, die des kalkulierten Weihnachtsterrors überdrüssig sind. Gerhard Polt gießt Öl in die Wunden dieser geschundenen Seelen. Auf seiner CD "Abfent, Abfent ...", aufgenommen im Zürcher Theater Neumarkt, schaut er dem Volk gut bayrisch und bitterbös aufs Maul und nimmt dabei so manche Stillenachtmoral auf die Schippe. Allein die subversiven Gewissensfragen rund ums Fest sind ein Spaß: Darf man einen Krampus ohne Psychotest auf die junge Generation ansetzen? Wie weit ist es zulässig, seine Mitmenschen durch die Heiligen Drei Könige zu sentimentalisieren, ohne der Vorteilsannahmeerschleichung bezichtigt zu werden? Ist es im Falle eines Falles ratsam, das Finanzamt mit einem halben Zentner Spekulatius zu bestechen? Und bei aller Mitmenschlichkeit: Darf der Neger, durch die Gnaden von "Terror des Hommes" zu einem deutschen Weihnachtsfest geladen, unterm Weihnachtsbaum "transchbirieren"?! "Unwiderruflich war es Heiliger Abend geworden." Und Polt leuchtet das Horrorszenario aus dem Zynikerwinkel aus. So muß sich der Nikolaus an seinem großen Tag in der gutbürgerlichen Wohnstube seine Daseinsberechtigung unter erschwerten Bedingungen erkämpfen: Der Vater fühlt sich bei seinem dröhnenden Weihnachtsactionfilm mit Hallelujabeigabe gestört, der Bub mag ums Verrecken nicht den Kaugummi aus dem Mund nehmen, das Gedicht nuschelt er bestenfalls zum Einsacken der Geschenke herunter, und schließlich streiten die Eltern darüber, daß ein Nikolaus von der Kirche günstiger und pädagogisch wertvoller gewesen wäre, während der Bub mit diebischer Freude vom Wohnzimmerfenster aus verfolgt, wie der Nikolaus inzwischen vom "Bischofsmützenstechturnier" zweier Rocker auf der Straße gejagt wird. Auch die vorweihnachtlichen Gefühle des Ehepaars Böhm lassen sich kaum überbieten, wenn sie bei der Aktion "Mach auf die Tür" die potentiellen Kandidaten für ein Fest unter ihrem Christbaum kritisch überprüfen. Da fällt schon mal die Frage, warum die Leute überhaupt einsam sind, "sei mr net beas", ob die gar eine Macke hätten. Und das Wichtigste: Lassen sich die Extrakosten auch bestimmt steuerlich absetzen? Bei soviel doppelter Moral freut sich der Zuhörer geradezu über den Herrn, der seinen einsamen Abend anstatt mit dem prickelnd spannenden Fernsehprogramm mit "Kwizzen" und Weihnachtsliedern aus der inneren Mongolei doch lieber bei einem klammheimlich hobbycenteranzündelnden Spaziergang verbringt und dabei auch noch auf Gleichgesinnte trifft. Darüber hinaus erhalten wir dankbare Hinweise auf die Wechselwirkungen von Glühwein und Kopfschmerztabletten, die sich, sabberlodd aber auch, schon mal in einer Knochenmarksdepression und Nagelwachstumsstörungen bemerkbar machen. Wer im "Taumel der Beschorenheit" die Kontrolle über den Heiligen Abend verliert, erhält von Polt Tips für eine wirkungsintensive Dramaturgie des lang erwarteten Fests bis hin zum Konsumkoitus im Weihnachtskugelglanz. Aber Obacht: Wer jetzt kein Geschenk hat, kriegt auch keines mehr. Denn letztlich hängt doch alles von der Tiefe des Geldbeutels ab, und wenn sich das alte Jahr im Steuerordner verdünnisiert, hat nur noch der ganz Gerissene gut lachen. Gerhard Polt beschert den schokonikolaus- und christkindlgeplagten Weihnachtsmuffeln durch die Hintertür eine Art schwarzer Besinnlichkeit, indem er die Mütze des Weihnachtsmanns in die heilsame Nähe der Narrenkappe rückt. Und so sind wir auch gerne bereit, ihm die geforderte "Weihnachtsgratifikation" zu erteilen. Ein unanständig aufgeklärtes Geschenk über das Fest zum Fest. © Julia Charlotte Brauch
EAN: 9783036912059
ISBN: 3036912053
Verlag: Kein + Aber /Audios
Erscheinungsdatum: Oktober 2001
Format: CD's
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