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Der Bergpfarrer 55 - Heimatroman


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August 2015

Beschreibung

Beschreibung

»Ferien!« Laut hallte der Jubelschrei durch das Klassenzimmer.

Daniela Bonnarzt schmunzelte, während die Buben und Madeln ihre Ranzeln packten. Die junge Lehrerin hob die Arme.

»Einen Moment bitte noch.«

Sie fixierte einen der Schüler, der es besonders eilig hatte und bereits zur Tür stürmte.

»Patrick, das gilt auch für dich!«

Sie wartete, bis er wieder an seinen Platz gegangen war.

»So, ich wünsch' euch schöne Ferien, wenn ihr mit den Eltern in Urlaub fahrt, eine schöne Reise und hoffe, daß wir uns alle gesund und munter wiedersehen. Und jetzt ab mit euch.«

Sie wartete, bis die Kinder hinausgelaufen waren, dann packte sie ihre Sachen zusammen und atmete erleichtert auf. Endlich Urlaub. Daniela konnte ihn gebrauchen. Lehrerin zu sein war zwar eine wunderschöne Arbeit, aber sie war auch mit Streß verbunden. Leuten, die ihr vorhielten, daß Lehrer eh' nur den halben Tag arbeiteten und dann auch noch soviel Ferien hatten, erwiderte sie nur, daß sie selber schuld hätten, diesen Beruf nicht ergriffen zu haben. Dann schüttelte sie nur noch den Kopf. Gegen manche Vorurteile kämpfte man eben vergebens. Dabei sah ihr Arbeitstag gänzlich anders aus, als die meisten ahnten. Der Wecker klingelte um sechs Uhr in der Früh. Um sieben mußte Daniela losfahren, pünktlich um acht begann der Unterricht. In der Regel waren es fünf Stunden, die sie unterrichtete. Hinzu kam die Arbeitsvorbereitung, Vorlagen kopieren, Material sichten und Dienstbesprechungen. Wenn sie dann gegen zwei Uhr wieder zu Hause war, warteten Aufsätze und Diktate darauf, korrigiert zu werden, oft riefen, spät abends noch, Eltern an, und wirklich Feierabend hatte Daniela kaum vor acht, halb neun.

Allerdings hatte sie sich nie darüber beschwert. Lehrerin war ihr Traumberuf gewesen, und sie empfand es als etwas Schönes, jungen Menschen etwas beizubringen, sie zu formen und ihnen auch noch das nötige Rüstzeug für den späteren Lebensweg mitzugeben.

Das Privatleben jedoch blieb meistens auf der Strecke.

Portrait

Toni Waidacher ist ein Schriftsteller, wie er im Buche steht. Der Bergpfarrer, die große Serie, die er seit Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt, hat dem Titelhelden zu eigenem Leben verholfen. Zwei erfolgreiche TV-Spielfilme, im ZDF zur Hauptsendezeit ausgestrahlt mit jeweils 6 Millionen erreichten Zuschauern, waren die Konsequenz dieser erzählerischen Meisterleistung. Waidacher versteht es wie kaum ein anderer, Stimmung und Atmosphäre zu schildern und zu erzeugen und die Welt um den Bergpfarrer herum lebendig, lebenswirklich zu gestalten. Daraus erwachsen auf leichte, natürliche Weise heimatliche Gefühle, die den Lesern Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit vermitteln - wie man auch an Waidachers erfolgreicher Serie Toni der Hüttenwirt sehen kann. Dabei ist Toni Waidacher ein Genie der Vielseitigkeit - mystische Romane, die in Spannungsreihen wie Irrlicht und Gaslicht erscheinen, zeigen den Schriftsteller in seiner Leidenschaft, das überreale Phänomen zum Ausdruck zu bringen. Es gelingt ihm überzeugend, indem er als Suchender Diesseits und Jenseits schriftstellerisch markiert.
EAN: 9783959791359
Untertitel: Gefangene der Liebe.
Verlag: Martin Kelter Verlag
Erscheinungsdatum: August 2015
Seitenanzahl: 64 Seiten
Format: epub eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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