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Auslegung der International Financial Reporting Standards am Bilanzierungsobjekt Softwareentwicklung


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Oktober 2007

Beschreibung

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Stefan Schneider zeigt, dass aufgrund des evidenten methodischen Unterschieds der Aktivierungskonzeptionen beider Bilanzierungsregeln die Auslegung der IFRS unter Heranziehung der US-GAAP beim Bilanzierungsobjekt Softwareentwicklung abzulehnen ist. Stattdessen präsentiert er eine originäre Auslegung des IAS 38, der die Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte regelt.

Inhaltsverzeichnis

Vergleich der Rechnungslegungskonzeption der IFRS und der US-GAAP

Relevanz des Geschäftsmodells Softwareentwicklung und -absatz

Relevante Grundlagen der Softwareentwicklung zur Ableitung des Bilanzierungsobjekts

Auslegung der IFRS am Bilanzierungsobjekt Softwareentwicklung

Portrait

Dr. Stefan Schneider promovierte bei Prof. Dr. Ralf Michael Ebeling am Lehrstuhl Wirtschaftsprüfung und externes Rechnungswesen der Universität Halle-Wittenberg. Er ist Prüfungsleiter im Bereich "Audit Commercial Clients" bei der KPMG Deutsche Treuhand Gesellschaft, Aktiengesellschaft, in Leipzig.

Leseprobe

2. Vergleich der Rechnungslegungskonzeptionen der International Financial Reporting Standards und der United States-Generally Accepted Accounting Principles (S. 11)

2.1 Darstellung und Vergleich des Systemumfeldes

2.1.1 Begriff und Entstehung der International Financial Reporting Standards und der United States-Generally Accepted Accounting Principles

2.1.1.1 International Financial Reporting Standards

2.1.1.1.1 Rechtssystematische Einordnung und Rechtsqualität


Mit der Rechnungslegung legen die gesetzlichen Vertreter des Unternehmens gegenüber den Eigentümern [...] Rechenschaft [ab] über abgewickelte und laufende Geschäfte durch Übermittlung nachprüfbarer Informationen [...]". Rechnungslegung ist fester Bestandteil des Wirtschaftssystems und ein Element der gesellschaftlichen Ordnung. Besonders geprägt ist die Rechnungslegung durch das jeweilige Rechtssystem. Anders als die unmittelbar im Anschluss diskutierten US-GAAP lassen sich die International Financial Reporting Standards nicht in ein länderspezifisches Rechtssystem einordnen.

Die IFRS sind vielmehr das Ergebnis eines Konsenses der Mitglieder des IASB und Rechnungslegungsinteressierter, die maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung ausüben. Auch wenn die IFRS als prinzipienbasierte Rechnungslegung bezeichnet werden, sind sie dennoch der angelsächsischen Rechnungslegungsphilosophie zuzuordnen. Rechtsqualität können die IFRS nur durch geeignete Maßnahmen der Mitglieder des IASB erlangen, welche eine Verpflichtung eingegangen sind, sich nach besten Kräften zu bemühen:

die normengerechte Anwendung der IFRS in ihren Einflussgebieten sicherzustellen und die normengerechte Anwendung anzugeben,

auf gesetzgebende Organe und private Standardgeber in ihren Ländern einzuwirken, dass die Abschlüsse in allen wesentlichen Aussagen mit den IFRS übereinstimmen müssen,

Börsenaufsichtsorgane und Unternehmen z
u überzeugen, dass veröffentlichte Abschlüsse in allen wesentlichen Aussagen mit den IFRS übereinstimmen,

sicherzustellen, dass sich die jeweiligen Abschlussprüfer selbst davon überzeugen, dass die geprüften Abschlüsse im Wesentlichen den IFRS entsprechen sowie

die Akzeptanz und Einhaltung der IFRS weltweit zu fordern.

Die Relativierung der Verpflichtungen der Mitglieder durch ein Bemühen nach besten Kräften" implementiert in dieser Form noch keine Infrastruktur zur Durchsetzung der Anwendung der IFRS über den verlängerten Arm der Mitglieder. In einigen Ländern haben die IFRS jedoch durch die Legislative den Status gesetzlicher Rechnungslegungsnormen erreicht. In der Europäischen Union besitzen die IFRS derzeit noch keine Gesetzesqualität.

Im Zuge der Umsetzung der Rechnungslegungsstrategie der Europäischen Union wurden jedoch mit der bereits in der Einleitung angesprochenen Verordnung die IFRS zumindest an Kapitalmärkten der Europäischen Union ab dem Jahre 2005 für verbindlich erklärt. Hinsichtlich der Abschlüsse von nicht an Kapitalmärkten gelisteten Unternehmen kann die EU-Verordnung als Grundsatz oder als Wahlrecht in nationales Recht transformiert werden und die Gesetzesqualität hinsichtlich der Anwendung der IFRS wäre auch außerhalb der Kapitalmärkte manifestiert.

2.1.1.1.2 Definition und Abgrenzung des Begriffes International Financial Reporting Standards

Im Regelwerk der International Financial Reporting Standards fehlt es an einer expliziten Legaldefinition, was IFRS sind. Der Umfang der IFRS lasst sich jedoch mittels positiver Abgrenzung zumindest aus dem Vorwort (Preface") ableiten. Demnach sind International Financial Reporting Standards beziehungsweise International Accounting Standards all das, was der IASB als solche verkündet. Weiter konkretisiert wird der Umfang der IFRS im IAS 866. Ähnlich dem House of GAAP" lassen sich die Quellen der Rechnungslegungsregeln des IASB in ein House of IFRS"
einordnen.

Zur Verpflichtungsebene zahlen demzufolge ausschließlich die verabschiedeten IAS beziehungsweise zukünftig die IFRS und die Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC) beziehungsweise des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC).
EAN: 9783835090392
Untertitel: 2006. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 16.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2007
Seitenanzahl: xxxv415
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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