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Klärungsorientierte Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen

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Januar 2011

Beschreibung

Beschreibung

Das Buch liefert einen Überblick über grundlegende Konzepte von Persönlichkeitsstörungen und von psychotherapeutischen Strategien für deren Therapie. Ausgehend vom Modell der doppelten Handlungsregulation werden grundlegende Interventionsmethoden im Rahmen der Klärungsorientierten Psychotherapie behandelt: Komplementäre Beziehungsgestaltung, Konfrontationen, therapeutischer Umgang mit Spielen und Spielstrukturen, Klärung und Bearbeitung von Schemata, Umgang mit Komorbiditäten. Auch diagnostische Konsequenzen aus dem Modell werden erläutert. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung psychologisch fundierter, in der Praxis bewährter therapeutischer Vorgehensweisen, mit deren Hilfe Therapeuten effektiv mit persönlichkeitsgestörten Klienten arbeiten können.

Inhaltsverzeichnis

1;Klaerungsorientierte Psychotherapie von Persoenlichkeitsstoerungen;1 2;Inhalt;7 3;Vorwort;11 4;1 Was sind Persoenlichkeitsstoerungen?;13 4.1;1.1 Beziehungsstoerungen;13 4.2;1.2 Normalitaet;14 4.3;1.3 Ressourcen;14 4.4;1.4 Manipulation;15 4.5;1.5 Beziehungsmotivierung;15 4.6;1.6 Ich-Syntonie;16 4.7;1.7 Existentielle Probleme;16 4.8;1.8 Psychotherapie;16 4.9;1.9 Perspektiven;17 4.10;1.10 Fazit;18 5;2 Das Modell der Doppelten Handlungsregulation als theoretisches Modell von Persoenlichkeitsstoerungen: Weiterentwicklungen;19 5.1;2.1 Das Modell der Doppelten Handlungsregulation;19 5.2;2.2 Die Ebene der authentischen Handlungsregulation (Motivebene);20 5.3;2.3 Die Entwicklung von dysfunktionalen Schemata;23 5.4;2.4 Die Ebene der intransparenten Handlungen (Spielebene);24 5.5;2.5 Strategisches Spielverhalten: Images und Appelle;33 5.6;2.6 Unzufriedenheit;34 5.7;2.7 Persoenlichkeitsstil und Persoenlichkeitsstoerung;35 5.8;2.8 Reziprozitaet und langfristig negative Folgen;35 5.9;2.9 Das System ist nicht lernfaehig;36 5.10;2.10 Tests;37 5.11;2.11 Direkte Kontrolle;40 5.12;2.12 Fazit: Charakteristika von Personen mit Persoenlichkeitsstoerungen;40 6;3 Manipulatives Handeln: Ein wesentlicher Aspekt von Persoenlichkeitsstoerungen;42 6.1;3.1 Manipulative Strategien und Persoenlichkeitsstoerungen;42 6.2;3.2 Die Entwicklung manipulativer Strategien;42 6.3;3.3 Manipulative Strategien als Loesungen;44 6.4;3.4 Das Lernen manipulativer Strategien;45 6.5;3.5 Lernen im sozialen Kontext;46 6.6;3.6 Positive und negative manipulative Strategien;47 6.7;3.7 Ein Wort zur Manipulation;48 6.8;3.8 Images und Appelle;49 6.9;3.9 Klienten bringen ihre manipulativen Strategien in die Therapiesituation ein;51 6.10;3.10 Die Analyse von Images und Appellen;52 6.11;3.11 Manipulative Strategien;55 6.12;3.12 Manipulative Strategien im Licht der Impression-Management-Forschung;55 6.13;3.13 Schlussbetrachtung;59 6.14;3.14 Fazit;59 7;4 Komplexe Spielstrukturen bei Persoenlichkeitsstoerungen;60 7.1;4.1 Was si
nd komplexe Spielstrukturen?;60 7.2;4.2 Terminologie;61 7.3;4.3 Armes Schwein;61 7.4;4.4 Heroisches Armes Schwein;63 7.5;4.5 Opfer der Umstaende;63 7.6;4.6 Opfer anderer Personen;65 7.7;4.7 Maertyrer;67 7.8;4.8 Immer ich!;67 7.9;4.9 Mords-Molly;69 7.10;4.10 Regel-Setzer;70 7.11;4.11 Moses;71 7.12;4.12 Verfuehrung und Attraktivitaet;72 7.13;4.13 Verfuegbarkeit;72 7.14;4.14 Entscheidung uebernehmen;73 7.15;4.15 Solidarisieren;74 7.16;4.16 Dornroeschen;75 7.17;4.17 Bloed-Spiel;76 7.18;4.18 Distanz-Spiel;77 7.19;4.19 Grenzen schuetzen;77 7.20;4.20 Fazit;78 8;5 Klaerungsorientierte Strategien in der Psychotherapie von Persoenlichkeitsstoerungen;79 8.1;5.1 Therapie-Phasen;80 8.2;5.2 Phase 1: Komplementaere Beziehungsgestaltung;80 8.3;5.3 Ein besonderer Aspekt von Phase 1: Komplementaeres Handeln zu zentralen Beziehungsmotiven;92 8.4;5.4 Phase 2: Entwicklung eines Arbeitsauftrages;114 8.5;5.5 Phase 3: Klaerung;121 8.6;5.6 Phase 4: Bearbeitung von Schemata;124 8.7;5.7 Phase 5: Transfer;124 8.8;5.8 Fazit;126 9;6 Das Transparent-Machen manipulativen Verhaltens: Konfrontative Interventionen;128 9.1;6.1 Was sind konfrontative Interventionen?;128 9.2;6.2 Sinn konfrontierender Interventionen;128 9.3;6.3 Beziehungskredit;129 9.4;6.4 Anlaesse von Konfrontationen;130 9.5;6.5 Stufen von Konfrontationen;131 9.6;6.6 Die Realisation von Konfrontationen;133 9.7;6.7 Wirkungen von Konfrontationen;134 9.8;6.8 Harte und weiche Konfrontationen;135 9.9;6.9 Die Spielebene von Persoenlichkeitsstoerungen und therapeutische Konfrontationen;135 9.10;6.10 Prinzipielles Vorgehen bei konfrontativen Interventionen;136 10;7 Co-Morbiditaeten;142 10.1;7.1 Co-Morbiditaeten sind haeufig;142 10.2;7.2 Kompatible und konflikthafte Co-Morbiditaeten;142 10.3;7.3 Therapeutische Konsequenzen;143 10.4;7.4 Konflikte;145 10.5;7.5 Fazit;145 11;8 Diagnostische Konsequenzen aus dem Modell der Doppelten Handlungsregulation;146 11.1;8.1 Einleitung;146 11.2;8.2 Oberflaechen- und Tiefenmerkmale fur die Diagnostik;147 11.3;8
.3 Die Oberflaechenmerkmale von DSM und ICD sind unzureichend;147 11.4;8.4 SKID- und Fragebogen-Verfahren sind unzureichend;150 11.5;8.5 Persoenlichkeitsstoerungsmerkmale sind nur in Interaktionssituationen erschließbar;151 11.6;8.6 Tiefenmerkmale muessen im Therapieprozess erschlossen werden;153 11.7;8.7 Fazit;154 12;Literatur;155


Leseprobe

6 Das Transparent-Machen manipulativen Verhaltens: Konfrontative Interventionen (S. 126-127)

Konfrontative Interventionen sind in der Therapie von Klienten mit Persönlichkeitsstörungen extrem wichtig, sie sind häufig jedoch für Therapeuten – gerade für Anfänger – recht schwierig. Aus diesem Grund wollen wir uns hier noch etwas ausführlicher damit beschäftigen.

6.1 Was sind konfrontative Interventionen?


Konfrontative Interventionen kann man definieren als Interventionen, die aus Sicht des Therapeuten dazu dienen, den Klienten auf Inhalte oder Aspekte (seines Problems, seiner Konstruktionen, seines Handelns, u.ä.) aufmerksam zu machen, die der Klient im Augenblick nicht wahrnimmt oder die er nicht wahrnehmen möchte.

Dabei geht der Therapeut aber davon aus, dass der Klient sie wahrnehmen sollte: Denn der Therapeut nimmt (aufgrund seines Klienten-Modells) an, dass diese Aspekte für ein Verständnis des Problems wesentlich sind und dass man das Problem nur dann (hinreichend) lösen kann, wenn man diese Aspekte berücksichtigt. Der Therapeut geht damit davon aus, dass der Klient, solange er diese Aspekte nicht wahrnimmt und nicht bei seiner Problemdefinition berücksichtigt, sein Problem auch nicht angemessen lösen kann. Daraus leitet sich für den Therapeuten eine Notwendigkeit ab, den Klienten mit diesen Aspekten zu konfrontieren: Denn täte er dies nicht, würde er dem Klienten eine konstruktive Problemlösung nicht ermöglichen: Aufgrund seiner Rolle als Prozessexperte hat der Therapeut daher eine Verantwortung zur Konfrontation.

6.2 Sinn konfrontierender Interventionen


Konfrontative Interventionen sind also Interventionen, die auf eine Verbesserung der Problembearbeitung durch den Klienten abzielen: Es sind somit Inte
rventionen auf der Bearbeitungsebene. Der Sinn konfrontativer Interventionen ist somit immer, den Klienten auf Aspekte aufmerksam zu machen und ihn dazu zu veranlassen, sich mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen, sie wahrzunehmen, sie auf Relevanz zu prüfen, sie zu verstehen und sie gegebenenfalls bei der Problemdefinition zu berücksichtigen.

Und Therapeuten konfrontieren somit die Klienten immer dann, wenn sie den Eindruck haben, dass ein Klient bestimmte relevante Aspekte nicht (genügend) berücksichtigt: Wenn er z.B. die Kosten seines Handelns nicht wahrnimmt, wenn er nicht wahrnimmt, dass er die Kosten durch sein eigenes Handeln erst erzeugt, wenn er nicht sieht, was sein Handeln bei Interaktionspartnern bewirkt, wenn er Widersprüche in seinen Konstruktionen nicht erkennt usw. Dieser Fall tritt unserer Erfahrung nach recht häufig ein, weil Klienten oft bestimmte Aspekte, z.B. aufgrund ihrer Schemata, gar nicht wahrnehmen können oder weil sie aufgrund der Aversivität der Erkenntnis auch bestimmte Aspekte nicht wahrhaben wollen. In solchen Fällen ist gar nicht damit zu rechnen, dass Klienten von selbst darauf kommen: Sie vermeiden dieWahrnehmung der Aspekte schon sehr lange und haben gar keine Veranlassung, damit jetzt aufzuhören (Klienten, das zeigen alle empirischen Befunde, „aktualisieren nicht von sich aus“; Sachse & Sachse, 2009):

Damit gibt es nur zwei Alternativen: Entweder der Therapeut konfrontiert nicht, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sich beim Klienten auch nichts ändert, oder der Therapeut konfrontiert den Klienten und der Klient setzt sich irgendwann mit den Aspekten auseinander und ändert (mit Hilfe des Therapeuten) sein System!
EAN: 9783840923500
Untertitel: Grundlagen und Konzepte. Dateigröße in MByte: 2.
Verlag: Hogrefe Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Seitenanzahl: 164 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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