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Bilaterale Unternehmenskooperationen im Tourismussektor

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Dezember 2007

Beschreibung

Beschreibung

Vor dem Hintergrund fortschreitender Internationalisierungsprozesse entwickelt sich interkulturelle Kompetenz zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil. Im Fokus der vorliegenden Studie steht der interkulturelle Kooperationsalltag in Unternehmen der Tourismusbranche. Dabei erhält der Leser Einblicke in die Komplexität grenzüberschreitender Interaktionen und ihre strategischen Erfolgsfaktoren.

Inhaltsverzeichnis

Herausforderungen und Ziele internationaler Unternehmenstätigkeit im Globalisierungszeitalter

Internationalisierung mittels bilateraler Kooperationen in der Tourismusbranche

Interkulturelle Kompetenz als Ressource im internationalen Management

Strategische Erfolgsfaktoren im interkulturellen Kooperationsalltag

Interkulturalität im Kontext von Vertrauen, Konfliktmanagement und Kundenorientierung

Interkultureller Kooperationsalltag deutscher und marokkanischer Tourismusunternehmen

Innenansichten

Portrait

Dr. Nicolai Scherle ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er ist Mitglied der Royal Geographical Society und des Kompetenznetzwerks für interkulturelle Kommunikation (FORAREA).

Leseprobe

VI Methodische Umsetzung des Forschungsprojekts (S. 132-133)

VI. 1 Qualitative Sozialforschung

,Jeder, der eine Zeit lang auf dem redlichen Forschen verharrt, muss seine Methode irgendeinmal umändern."
Johann Wolfgang von Goethe

Die qualitative Sozialforschung, die vor allem der geisteswissenschaftlichen Tradition der deutschen Soziologie, der Chicago School und der Kulturanthropologie verpflichtet ist, umfasst ein komplexes methodologisches und methodisches Spektrum verschiedener Ansatze einschliefilich der dazugehorigen wissenschaftstheoretischen Begründungen. Der Zusammenhalt der entsprechenden Verfahren liegt dabei weniger in einer geschlossenen und einheitlichen Konzeption als vielmehr in einer gemeinsam geteilten Abgrenzung zu traditionellen quantitativ-statistischen Vorgehensweisen (vgl. GARZ/KRAIMER 1991).

In den letzten drei Jahrzehnten hat die quahtative Sozialforschung sukzessive an Bedeutung gewonnen, wobei diese Entwicklung nicht zuletzt in engem Konnex mit den Implikationen des cultural turns in den Kultur- und Sozialwissenschaften steht (vgl. Kapitel III.2). Mit diesem sind verstärkt qualitative, insbesondere interpretierende Methoden, etwa Textanalyse, teilnehmende Beobachtung, leitfadengestiitzte Interviews sowie die Diskursanalyse, in den Vordergrund getreten.

BLOTEVOGEL (2003, S. 11) konstatiert in diesem Zusammenhang: Hinter dieser Wende zu qualitativen empirischen Methoden steht ein tiefgreifend verandertes methodologisches Programm, das weit über eine lediglich pragmatisch begründete Wahl bestimmter empirischer Methoden hinausreicht. Mit dem cultural turn erfolgt eine Hinwendung zur Hermeneutik, zu interpretativen Methoden der SinnerschlieKung, der Re- und Dekonstruktion der Bedeutung von Handlungen, Handlungsartefakten und Texten, ja von ganzen Handlungssystemen und Sinnordnungen."

Diese Verschiebung umfasst eine gewandelte Auffass
ung vom Sein der Forschungsgegenstande (Ontologie) und von der Möglichkeit ihrer Wahrnehmung und Beschreibung (Epistemologie), wobei es in diesem Kontext nicht um die Erfassung der - vom Menschen und speziell vom beobachtenden Wissenschaftler als unabhangig existent angenommenen - Realitat, sondern um die Reinterpretation der von den Menschen bereits vorinterpretierten Wirklichkeiten geht. Auch wenn der Trend zu qualitativen Erkenntnismethoden in den letzten Jahrzehnten nachhaltige Veranderungen innerhalb der Sozialwissenschaften evoziert hat, so darf man sich nicht darüber hinwegtauschen, dass die Kontroverse um quantitative beziehungsweise qualitative Methoden seit jeher wie kaum eine Zweite polarisiert:

Das eine Extrem steht fur die Auffassung, zu objektiver Erkenntnis des sozialen Lebens gelange man primar durch Klassifizieren, Messen, Tabellieren und die Anwendung statistischer Methoden. Das andere Extrem reprasentiert die Ansicht, nach der quantitative Methoden eine wesensfremde Struktur und Form an das Geflecht des sozialen Lebens herantragen, das vielmehr nur in seiner einzel- und ganzheitlichen Komplexitat erfassbar sei. Die entsprechenden Diskurse innerhalb der scientific community Ytileihen den jeweiligen Positioner! nur vordergründig Kontur, da die Interdependenz der Methoden in der Praxis weitgehend als selbstverstandlich gilt.

Der amerikanische Soziologe WILSON (1982, S. 488) bemerkt diesbezüglich: Die meisten Sozialwissenschaftler neigen wohl zu einer gemafiigten Auffassung zwischen dem quantitativen und dem qualitativen Extrem, vor allem dann, wenn man sie nicht zu einem wissenschaftlichen OfFenbarungseid drangt. Auch wenn sie in ihrer eigenen Arbeit die eine oder die andere Orientierung bevorzugen, sind sie doch bereit, auch andere Methoden als notwendig anzuerkennen, und sie greifen zur Erganzung und Deutung ihrer eigenen Ergebnisse auch auf ganz anders orientierte Untersuchungen zurück."

Pressestimmen

"Die relevanten Facetten werden anschaulich und durch entsprechende prägnante Zitate gut illustriert aufbereitet. [...] der Band [kann] auch als überzeugendes Plädoyer dafür verstanden werden, interkulturelle Kompetenz als wichtiges Desiderat von geographischer Ausbildung anzusehen, dessen Stellenwert sich künftig noch weiter erhöhen dürfte. Insgesamt handelt es sich um einen Band, der auf hohem Niveau einen beitrag zur geographischen Tourismusforschung liefert und sicherlich eine Vielzahl von Impulsen für weitere Forschungsaktivitäten - weit über den engeren Kontext der Tourismusforschung hinaus - gibt." Geographische Zeitschrift, 01-02/2007
EAN: 9783834992611
Untertitel: Ausgewählte Erfolgsfaktoren. 2006. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 33.
Verlag: Gabler Verlag
Erscheinungsdatum: Dezember 2007
Seitenanzahl: xxiii396
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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