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Herr der Krähen


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November 2011

Beschreibung

Beschreibung

Ausgangspunkt dieses geistreichen satirischen Romans ist das gigantische Bauvorhaben "Marching to Heaven", ein moderner Turmbau zu Babel, das dem despotischen Herrscher der fiktiven Freien Republik Aburiria Weltgeltung verschaffen und ein monumentales Denkmal setzen soll.

Der Herrscher ist umgeben von persönlichen Beratern, allen voran den Ministern Machokali und Sikiokuu, die ständig darum bemüht sind, dem gottgleichen Herrscher ihre Ergebenheit zu beweisen und sich eine vorteilhafte Position zu sichern. Das Bauprojekt "Marching to Heaven" jedoch kann nur mit einem Kredit der Global Bank in New York realisiert werden.

Als Titus Tajirika zum ersten Vorsitzenden des Baukomitees für "Marching to Heaven" ernannt wird, bilden sich vor dessen Büro zwei endlose Warteschlangen - eine aus denjenigen, die auch ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen (indem sie Umschläge voller Bargeld zurücklassen), und eine, die sich aus den zahllosen Arbeitslosen des Landes speist. Diese Menschenschlangen entwickeln sich bald zu einer landesweiten Epidemie.

Während der Herrscher und sein Außenminister Machokali in die USA reisen, um positiv auf die Vertreter der Global Bank einzuwirken, gerät Tajirika ins Blickfeld von Staatsminister Sikiokuu. Die Delegation in New York hingegen sieht sich einer plötzlich auftretenden, rätselhaften Krankheit des Herrschers gegenüber. Hoffnung verspricht allein der unfreiwillig zu Ruhm und Ansehen aufgestiegene Herr der Krähen - ein Zauberer, Heiler und Wahrsager...

"Herr der Krähen" ist eine lebendige, ausdrucksstarke Satire über den Prototyp des afrikanischen Despoten, die mit tiefgründigem Humor die Lebensbedingungen in einer zunehmend globalisierten Welt thematisiert. Ngugi wa Thiong'o gelingt mit diesem Roman eine umfassende Parabel auf die sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse auf dem afrikanischen Kontinent und dessen Beziehung zum Westen.

Portrait

Ngugi wa Thiong'o wurde 1938 als Sohn einer Bauernfamilie in Kamirithu/Limuru inKenia geboren. 1967 wurde er Dozent für Literatur an der University of Nairobi, wo er bis 1977 lehrte. Wegen seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem postkolonialen Kenia und eines regierungskritischen Theaterstücks wurde er 1977 ohne Anklage inhaftiert und erst nach einer Kampagne von Amnesty International ein Jahr später aus dem Gefängnis entlassen. Nachdem sein Leben unter dem Regime von Daniel arap Moi bedroht wurde, ging er 1982 ins Exil nach London. 1989 übersiedelte er in die USA, wo er heute an der University of California in Irvine Englische und Vergleichende Literaturwissenschaften lehrt.

Pressestimmen

"'Herr der Krähen' ist Ngugi wa Thiong'os opus magnum. Ein Universalepos von fast tausend Seiten. Ein Roman, der nicht weniger ist als eine ebenso umfassende wie narrativ verästelte Parabel der Situation Schwarzafrikas, seiner Geschichte und Gegenwart, seines kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Schicksals. Kurzum: ein Roman, der aufs Ganze zielt. Man könnte ihn, was die monumentale Anstrengung und historische Bedeutung des Romans betrifft, vielleicht neben 'Hundert Jahre Einsamkeit' von Gabriel Garcia Marquez aus dem Jahr 1967 einordnen, oder, um ein Beispiel neueren Datums zu nehmen, neben 'Unendlicher Spaß' von David Foster Wallace von 1996. Das heißt, in die Reihe jener Bücher der Weltliteratur, in denen sich das Bewusstsein eines ganzen Kontinents oder das Nervensystem einer ganzen Epoche verdichtet ... Nach den ersten zwanzig Seiten sind philologische Selbstzweifel verschwunden. Man steckt mitten in der Lektüre einer Satire von hohen Gnaden und wartet nur noch auf den nächsten irren Einfall ... Ngugi wa Thiong'o transportiert ohne den Effekt falscher Naivität die afrikanische Tradition literarischer Mündlichkeit ins Zentrum aktueller Tagesnachrichten. Denn sein Roman ist, wenn auch geformt als fantastische Parabel, eine Operation am offenen Herzen von Weltwirtschaft und Weltpolitik."
Ursula März, DIE ZEIT

"Fast 1.000 Seiten - wie lange wird man dafür wohl brauchen? Doch dann, nach nur wenigen Zeilen, erlebt man ein seltenes Glück. Man mag nicht mehr aufhören zu lesen, wird neugieriger und neugieriger und beginnt zu schmunzeln, gar laut zu lachen, so umwerfend komisch sind die Figuren, die Szenen und dieser ganze Kosmos, der sich nach und nach entfaltet. Und dieses Vergnügen will gar nicht mehr aufhören, es zieht sich durch bis zum Schluss ..."
Michael Bitala, Süddeutsche Zeitung
"Ich war unvorsichtig, habe im monumentalen Roman von Ngugi wa Thiong'o zu blättern begonnen und nach zwanzig Seiten flüchtiger Lektüre gewusst, dass ich meinen privaten Zweiwochenplan vergessen konnte. Denn 'Herr der Krähen' ist eines der witzigsten Bücher, das ich kenne, ein hoch komisches Werk, das von der ersten bis zur letzten Seite mit so aberwitzigen Einfällen gespickt ist, dass ich im stillen Lesen immer wieder von einem lauten Lachen, meinem eigenen, gestört wurde. In der Gegenwartsliteratur gibt es nicht viel zu lachen, beim Opus magnum des 1938 in Kenia geborenen Autors aber ist es angebracht, nein unausweichlich, in das große Gelächter einzustimmen, mit dem er die weißen und die schwarzen Schurken wenigstens für die Dauer seines Romans in die Flucht schlägt."
Karl-Markus Gauß, Die Presse
"'Herr der Krähen' ist der ebenso ehrgeizige wie souverän gelungene Versuch, den Afrikaroman des 21. Jahrhunderts zu schreiben - als monumentale, im Bachtinschen Sinne karnevalesk überdrehte, subversive und abstrafende Satire.
Das Werk ist ein Diktatorenroman, durchaus vergleichbar mit den großen lateinamerikanischen Diktatorenromanen von Garcia Marquez bis Vargas Llosa, changierend zwischen Magischem Realismus und Groteske. Ngugi arbeitet mit den Übertreibungs- und Verzerrungsmitteln der Farce und der Satire, um am Beispiel eines fiktiven Staates die systemischen Fehler afrikanischer Staaten zur Kenntlichkeit zu entstellen und den Typus des afrikanischen Gewaltherrschers zwischen Groteske, Grausamkeit und Größenwahn durchzudeklinieren. Modelle standen ihm reichlich zur Verfügung - von Mobutu über arap Moi bis Idi Amin."
Sigrid Löffler, rbb Kulturradio

"Ein wunderbares Hauptwerk eines großartigen Schriftstellers. So etwas gibt es nicht oft."
Mario Scalla, HR 2
"Platz 1 der litprom-Bestenliste Weltempfänger 12/2011: Ein fulminantes Epos, ein Märchen von der Wirklichkeit, eine Satire auf Diktatoren im fiktiven Staat Aburiria. Eine Burleske auf politische Eliten, Gewalt, Korruption, Arm und Reich und die ganze Misere des geschundenen Afrika; geschrieben nicht in der Sprache der einstigen Kolonisatoren, sondern in Gikuyu; ohne Happy End, aber mit Hoffnung, gewitzt, intelligent und poetisch."
Cornelia Zetzsche, Jury der litprom-Bestenliste Weltempfänger
"Ein großartiges, faszinierendes Epos, vermutlich die ruhmreiche Krönung von Ngugis Lebenswerk ... Er hat die Macht des Erzählens in eine Waffe gegen den Totalitarismus verwandelt."
The Washington Post
"Warum sich einlassen auf fast 1.000 Seiten? Weil dieser Roman ein literarisches Meisterwerk ist, eingebettet in die reichen Nuancen afrikanischer mündlicher Erzähltradition - real wie vergossenes Blut und ein mythischer Tanz von großer Ausdruckskraft."
The Seattle Times
"'Herr der Krähen' jagt mit dem Tempo lebendiger traditioneller Erzählkunst dahin... Ngugi hat die Kunst einer radikal einfachen Darstellung von scharf definierten Konflikten perfektioniert, die paradoxerweise weniger vereinfachend wirkt als manch vorgeblich nuancierte Einlassung über Afrika von Historikern oder politischen Analysten. Der Roman ist sowohl eine epische Burleske über einen kranken, schwerfälligen Staat als auch ein Lobgesang auf die mannigfaltigen Formen afrikanischer Widerstandsfähigkeit. Die phantasmagorische Sage über Aburiria ist wohl einer der klarsten Blicke auf Afrika, die wir derzeit bekommen können."
Bookforum
"Dieser Roman ist atemlos, episch und voller Anspielungen. Ngugi wa Thiong'o hat sich den Raum dafür geschaffen, große Themen anzugehen und zu untersuchen, was politische Unterdrückung und Korruption ausmacht."
The Scotsman
"'Herr der Krähen' ist außerordentlich geistreich und suhlt sich nicht im Leiden an den Bedingungen, die die örtlichen (Ohn-)Machthaber verursachen, wie es so viele andere Bücher über ähnliche Umstände tun. Es zeigt auch nicht mit dem Finger auf eine einzige Ursache: Ngugi verteilt seine Urteile recht großzügig über den Roman und erfasst damit die tägliche Gier ebenso wie die westliche Bevormundung. Und jede Menge Optimismus verteilt er auch: Es gibt keine einfachen Antworten und kein Happy End, aber es gibt immer Hoffnung.Und ja, tatsächlich, es ist ein äußerst komisches Buch."
The complete Review
"Aburiria ist unverkennbar Afrika in all seiner Großartigkeit, Verkommenheit, wirtschaftlichen Misere und Korruptheit ... es ist kaum möglich, von dem im Herzen dieses Romans steckenden, sanften Widerstand gegen die alltägliche Gier nicht angesteckt zu werden."
The Economist
EAN: 9783940666215
Untertitel: Roman. 1. Auflage.
Verlag: A1 Verlag
Erscheinungsdatum: November 2011
Seitenanzahl: 944 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Thomas Brückner
Format: epub eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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