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Die Bildungsausgaben der USA im internationalen Vergleich


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Dezember 2007

Beschreibung

Beschreibung

Marius Busemeyer zeichnet die politische Geschichte der Bildungsfinanzierung in den USA nach und gibt einen Einblick in aktuelle Debatten. Er betrachtet außerdem die Position der USA in einem OECD-weiten internationalen Vergleich der öffentlichen, sektoralen und privaten Bildungsausgaben. Im Rahmen einer quantitativen Analyse kann gezeigt werden, dass zur Erklärung der internationalen Variation der Bildungsausgaben neben sozio-ökonomischen und demographischen Faktoren auch politische und institutionelle Variablen relevant sind.

Inhaltsverzeichnis

Bildungsfinanzen in den USA: Primar- und Sekundarschulwesen und im Hochschulbildungswesen

Quantitativer Vergleich der Bildungsausgaben in OECD-Ländern: Statistische Analyse und Ergebnisse

Fazit und Ausblick: Die Bildungsausgaben im Kampf um knappe Mittel

Portrait

Dr. Marius R. Busemeyer promovierte bei Prof. Dr. Manfred G. Schmidt am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Heidelberg. Er ist derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung in Köln tätig.

Leseprobe

2. ,Bildungsfinanzen in den USA: Primär- und Sekundärschulwesen (S. 21)

In den folgenden beiden Kapiteln wird in Ergänzung zur Untersuchung der Stellung der USA im internationalen Vergleich eine detailliertere Fallanalyse durchgeführt. Diese Analyse soll vor allem bei der Beantwortung von zwei Fragen hilfreich sein: Zum Ersten geht es darum, die Stellung der USA im internationalen Vergleich besser zu verstehen. Zum Zweiten soll aber auch eine Betrachtung der intrastaatlichen Variation der Bildungsausgaben innerhalb der Vereinigten Staaten vorgenommen worden, d.h. wir öffnen die ,,Black Box" USA, um besser zu verstehen, welche dynamischen Prozesse und welche Variationsbreite auf Mikro- und Mesoebene sich hinter den von der OECD und anderen internationalen Organisationen bereitgestellten Aggregatdatenvariablen verbergen.

Aggregatdaten (wie z.B. die Angabe der nationalen Bildungsausgaben in Prozent des BIP) sind Durchschnittswerte, die bessere Vergleichbarkeit von Variablen und Fällen herstellen sollen, dieses Ziel aber zwangsweise nur unter Verlust von Informationen erreichen können.

Verloren gehen können zum Beispiel Daten über die Verteilung der Ausgaben über Regierungsebenen hinweg (Bund, Gliedstaaten, Lokalitäten), Variationen der Ausgaben zwischen Gliedkörpern auf derselben Regierungsebene (Gliedstaaten, Schuldistrikte) oder, als Kombination der beiden vorangegangenen Aspekte, Unterschiede zwischen Gliedkörpern auf derselben Regierungsebene in der Beteiligung anderer Regierungsebenen (zum Beispiel die Variation in der Beteiligung der Gliedstaatenregierungen an der lokalen Finanzierung der Bildung oder das je nach Bundesstaat variierende finanzielle Engagement der Bundesebene). Alle soeben genannten Dimensionen sollen im Folgenden näher beleuchtet werden.

Bei der folgenden Analyse sollen drei Beobachtungsperspektiven eine besonders wichtige Rolle spielen. Wie bereits im einleitenden Abschnitt d
urchscheinen mag, geht es erstens darum, dem förderalistischen Charakter der USA bei der Untersuchung der Bildungsfinanzen besonderes Schwergewicht zukommen zu lassen.

Die Aggregation von Daten auf nationalem Niveau ist bei den Bildungsausgaben mit stärkeren Informationsverlusten verbunden als im Fall der Sozialausgaben, da in der Bildungspolitik in so gut wie allen Staaten den lokalen und gliedstaatlichen Regierungsebenen eine größere Bedeutung zukommt als im Falle der Sozialpolitik, deren Institutionalisierung off mit der Schaffung eines vergleichsweise zentralisierten Wohlfahrtsstaates auf nationaler Ebene verbunden war (zum Beispiel durch die Schaffung nationaler, stärker nach beruflichen als nach territorialen Kriterien segregierter Sozialversicherungen).

Der föderalistische Charakter der USA erfordert daher die Analyse der intranationalen Variation der Bildungsausgaben, d.h. der Variation der Ausgaben auf derselben Regierungsebene innerhalb eines Nationalstaates. Die besondere Berücksichtigung des Föderalismus-Faktors eröffnet allerdings auch neue Potentiale zur Erklärung der Stellung der USA im internationalen Vergleich.

Zweitens ist die Untersuchung der privaten und öffentlichen Bildungsausgaben und ihrer Wechselbeziehungen im intranationalen Vergleich eine ebenso wichtige Dimension wie im internationalen. Wie wir bereits in der Einleitung in der deskriptiven Betrachtung der amerikanischen Bildungsausgaben gesehen haben, spielen private Ausgaben vor allem im tertiären Bereich eine im internationalen Vergleich herausstechende Rolle.

Daher soll die Beantwortung dieser Frage im Mittelpunkt des Kapitels 3 stehen. Aber auch im Primär- und Sekundärbereich sind Privatausgaben von Bedeutung. Wenngleich der Anteil der in privaten Institutionen eingeschriebenen Schfilern mit ungefähr 10 Prozent in etwa dem in Deutschland entspricht, so ist bemerkenswert, dass die Finanzierung privater Institutionen in den USA der Doktrin einer starken Tren
nung zwischen Staat und Religion in einem viel stärkeren Mage unterworfen ist als in einigen Ländern Kontinentaleuropas, in denen der Katholizismus noch recht stark ist (Belgien, Deutschland, Frankreich).
EAN: 9783835091559
Untertitel: Politische Geschichte, Debatten und Erklärungsansätze. Originaltitel: Die Bildungsfinanzen der USA im intranationalen und internationalen Vergleich. 2006. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 21.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: Dezember 2007
Seitenanzahl: xvi399
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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