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Baudichtstoffe

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Mai 2008

Beschreibung

Beschreibung

Praxisnah werden die Voraussetzungen aufgezeigt, die zu einer fehlerfreien Abdichtung von Fugen im Bauwesen nötig sind. Nur das richtige Zusammenspiel von Fuge und Dichtstoff führt zum dauerhaften Abdichterfolg. Neben der Auslegung von Fugen, den Eigenschaften und der Auswahl von Dichtstoffen werden viele Hinweise zur Applikation gegeben, die helfen Fehler zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung - Grundlagen - Wichtige Dichtstofftypen - Elastisch kleben - Dichtstoffpraxis, Verarbeitung - Gesetze, Normen, Vorschriften - Arbeitssicherheit - Entsorgung und Recycling - Adressen und Internetlinks

Portrait

Dr. Manfred Pröbster hat Chemie an der Universität Regensburg studiert, dort promoviert und ist nach einer Tätigkeit in einem Polyurethan-verarbeitenden Betrieb seit rund 20 Jahren als Kunststoffchemiker bei Henkel KGaA, Standort Heidelberg in der Entwicklung und Anwendungstechnik für Dichtstoffe und elastische Klebstoffe tätig. Er ist Fachautor zweier Bücher über Industriedichtstoffe, eines Fachlexikons "Dichtstoffe und Fugen" und diverser Veröffentlichungen und Patente.

Leseprobe

3 Gutes Klima ist wichtig (S. 23-24)

Im Baugewerbe kann, im Gegensatz zur industriellen Produktion, der Einfluss des Klimas auf die Bauteile, die Bauhilfsstoffe, deren Verhalten und natürlich die dort beschäftigten Menschen nicht durch Maßnahmen wie eine Klimatisierung ausgeschlossen werden. Mit dem jeweils herrschenden Klima muss der Anwender und Nutzer zwangsläufig „leben". In manchen Fällen muss man sich bekanntlich dem Wetter beugen und gegebenenfalls geplante Arbeiten verschieben, auch wenn der Fertigstellungstermin noch so drängt. Insbesondere bei der Verwendung von einkomponentigen, luftfeuchtigkeitshärtenden und wasserbasierten Dichtstoffen muss das Umgebungsklima bei Planung und Ausführung von Arbeiten mit berücksichtigt werden.

3.1 Grundwissen Klima

Unter Klima (kontinental, atlantisch, mediterran etc.) versteht man die statistische Gesamtheit aller meteorologischen Erscheinungen an einem Ort, z. B. an einer Baustelle. Das Klima wird wesentlich von der geografischen Lage einer Baustelle beherrscht. Je nach Klimazone, in der ein Bauvorhaben durchgeführt werden soll, ist mit unterschiedlichen Fugenbewegungen zu rechnen, was in der gesamtheitlichen Planung zu berücksichtigen ist. Die Witterung (sonnig, regnerisch etc.) hingegen beschreibt die Abfolge verschiedener Wetterzustände im Laufe von einigen Tagen und hat damit für die Planung der Abdichtarbeiten eine erhebliche Bedeutung.

Das Wetter am Tage des Abdichtens (z. B. Regen, Frost) kann es gelegentlich unmöglich machen, die vorgesehenen Arbeiten durchzuführen. Für den Verarbeiter von Dichtstoffen ist es wichtig, neben der Temperatur auch die Feuchtigkeit der Luft richtig einzuordnen. Die relative Luftfeuchte (relative Luftfeuchtigkeit, r. Lf.) beschreibt den Wasserdampfanteil der Luft in Prozent der maxi
malen Wasseraufnahme bei einer bestimmten Temperatur. Letztere wird auch die Sättigungsfeuchte genannt. Sie ist temperaturabhängig und damit auch die relative Luftfeuchte. Die relative Luftfeuchte ist wichtig für alle hygroskopischen und sorptiven Vorgänge, z. B. in Mauerwerk.

Die absolute Luftfeuchte gibt an, welche Menge an Wasser (in Gramm) pro Kubikmeter Luft enthalten ist. Warme Luft kann, absolut gesehen, mehr Wasser aufnehmen als kühle. Steigt durch Abkühlen von Luft die relative Feuchte, wird bei 100 % die Sättigung, der Taupunkt, erreicht und das überschüssige Wasser fällt als Nebel oder Tau aus. Strömt feuchte Luft z. B. aus einer undichten Fuge am Fensteranschluss an einer kalten, unzureichend isolierten Wand vorbei, bildet sich bei Erreichen des Taupunkts Kondensat an der Wand, welches zu Schimmelbildung führen kann. Wird ein kühles Werkstück in einen warmen Raum gebracht, kann es sein, dass auf der Oberfläche des Werkstücks der Taupunkt unterschritten wird und sich ein manchmal auch unsichtbarer Wasserfilm niederschlägt. Würde man darauf, ohne das Werkstück abzutrocknen oder auf einen Temperaturausgleich zu warten, einen chemisch reaktiven Dichtstoff aufbringen, müsste man mit Haftungsproblemen rechnen.

3.2 Klimatische Einflüsse auf Bauwerke

Die Beeinflussung von Bauwerken durch das Klima ist je nach Art des Bauwerks ganz unterschiedlich: Im Tiefbau sind beispielsweise die Temperaturschwankungen wesentlich geringer als bei einem freistehenden Gebäude: Die Bodentemperatur schwankt an der Oberfläche im Durchschnitt zwischen -1 ºC im Januar und 20 ºC im Juli. Bereits in 2 m Tiefe reduzieren sich die Schwankungen auf 4 ºC bis 15 ºC. In 10 m Tiefe herrscht eine praktisch gleich bleibende Temperatur von 10 ºC. Mit einer dauernden Feuchtebelastung der dichtstoffgef
üllten Fuge ist zu rechnen.


EAN: 9783834894748
Untertitel: Erfolgreich Fugen abdichten. 2008. Auflage. Dateigröße in MByte: 4.
Verlag: Vieweg+Teubner Verlag
Erscheinungsdatum: Mai 2008
Seitenanzahl: x210
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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