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Prüfungsangst

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Januar 2011

Beschreibung

Beschreibung

Prüfungsängste sind weit verbreitet und ziehen in der Mehrzahl der Fälle keine weitreichenden Beeinträchtigungen oder Belastungen nach sich. In einigen Fällen jedoch werden Prüfungsängste so stark, dass sie psychotherapeutisch behandelt werden müssen. Dazu liefert dieser Band einen praxisorientierten Leitfaden. Der Band beschreibt Prüfungsängste, informiert über die Häufigkeit und den Verlauf der Störung und erläutert den aktuellen Stand der Forschung zu Entstehungsbedingungen und Erklärungsmodellen. Empfehlungen zum diagnostischen Vorgehen sowie Instrumente zur Erfassung der Symptomatik werden aufgezeigt.

Die Behandlung orientiert sich an verschiedenen möglichen Akzenten der Symptomatik und kann durch das modularisierte Vorgehen an die heterogenen Problembilder der betroffenen Personen angepasst werden. Ausführlich und an zahlreichen Beispielen veranschaulicht wird das therapeutische Vorgehen in den verschiedenen Modulen zu Motivations- und Lernstrategien, zum Zeitmanagement, zu Entspannungstechniken, zu kognitiven Techniken zum Umgang mit hinderlichen Gedanken sowie zur konkreten Vorbereitung auf die Prüfungssituation beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

1;Prüfungsangst;1 2;Inhaltsverzeichnis;7 3;Einführung;9 4;1 Beschreibung des Problembilds;13 4.1;1.1 Bezeichnung;13 4.2;1.2 Definition und Symptomatik;14 4.3;1.3 Häufigkeit von Prüfungsängsten;21 4.4;1.4 Verlauf und Prognose;24 4.5;1.5 Diagnostische und differenzialdiagnostische Einordnung;25 4.6;1.6 Komorbidität;26 4.7;1.7 Diagnostische Verfahren;27 5;2 Störungstheorien und -modelle;28 5.1;2.1 Funktionsmodelle;28 5.2;2.2 Arbeitsmodell für die Behandlung von Prüfungsängsten;33 6;3 Diagnostik und Indikation;35 6.1;3.1 Fragebogendiagnostik;35 6.2;3.2 Erfassung von Symptomatik, Beeinträchtigung, Konsequenzen und Bewältigungsstrategien;36 6.3;3.3 Indikation;43 7;4 Behandlung;45 7.1;4.1 Kurzfristige Beratung oder therapeutische Betreuung;46 7.2;4.2 Module einer psychotherapeutischen oder beratenden Intervention;49 7.3;4.3 Wirkmechanismen der Interventionen;94 7.4;4.4 Effektivität und Prognose;95 7.5;4.5 Probleme bei der Durchführung;96 8;5 Weiterführende Literatur;97 9;6 Literatur;97 10;7 Anhang;101 10.1;Liste empfehlenswerter Selbsthilfebücher zum Thema Prüfungsangst;101 10.2;Arbeitsblatt: Belohnungsliste;102 11;Karten;103 11.1;Checkliste zur Diagnostik von Prüfungsängsten;103 11.2;Zeitplan für eine optimale Prüfungsvorbereitung ;104


Leseprobe

4 Behandlung (S. 37-38)
Merke: Die im Folgenden vorgeschlagenen Module enthalten zum einen klassische Interventionen der Angstbehandlung, wie z. B. die Arbeit an dysfunktionalen Kognitionen, Entspannungstechniken und Rollenspiele. Konfrontationsverfahren in vivo haben bei Prüfungsängsten nur einen geringen Stellenwert, da sich echte Prüfungssituationen für die Durchführung von Konfrontationsübungen nur in sehr begrenztem Umfang herstellen lassen. Zusätzlich zu den genannten Techniken haben sich in der Behandlung von Prüfungsängsten Methoden zur Verbesserung von Lern-, Gedächtnis- und Arbeitstechniken bewährt: Zum einen weisen manche Prüfungsängstliche tatsächlich Defi zite in diesen Bereichen auf, zum anderen kann eine Stärkung dieser Fertigkeiten eine prüfungsängstliche Person weniger vulnerabel für Ängste in der Situation machen. Insgesamt ergibt sich daraus ein Vorgehen, das störungsübergreifende Basistechniken der kognitiven Verhaltenstherapie mit lernund arbeitsbezogenen Methoden kombiniert.

Vor allem im Hochschulkontext wurden im Rahmen der Arbeit von studentischen Beratungsstellen eine Reihe von Materialien und Beratungs- bzw. Behandlungsanleitungen entwickelt (z. B. Messer & Bensberg, 2007), viele sind jedoch als „graue Literatur“ nie veröffentlicht worden. Auch im Bereich der Selbsthilfe-Literatur existieren viele Bücher, die sich dem Thema Prüfungsangst widmen. Eine Liste empfehlenswerter Bücher fi ndet sich im Anhang auf Seite 93. Umfassendere psychotherapeutische Ansätze auch im Sinne von Therapiemanualen zur Intervention bei behandlungsbedürftiger Prüfungsangst wurden bislang nicht publiziert.

Im Folgenden wird ein modulorientiertes Vorgehen beschrieben. Es werden einzelne Bausteine zur Behandlung prüfungsängstlicher
Personen vorgeschlagen. Diese müssen je nach individueller Problemkonstellation auf der Basis der Ergebnisse und Befunde der Diagnostik und Exploration individuell zusammengestellt werden. Das heterogene Erscheinungsbild von Prüfungsängsten und die sehr unterschiedlichen Akzentuierungen bei den Betroffenen legen nahe, dass ein standardisiertes Vorgehen, welches alle Module umfasst und eine feste Abfolge der Module vorsieht, nicht angemessen ist.

Die Module beziehen sich auf die Behandlung von Prüfungsängsten. Da häufi g noch weitere psychische Probleme vorliegen, muss vom Behandler bzw. der Behandlerin in jedem Einzelfall geklärt werden, ob die Prüfungsängste vorrangig behandelt werden müssen oder ob zunächst bzw. parallel andere Störungen einer Intervention bedürfen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn bei starker Antriebshemmung im Rahmen einer depressiven Problematik mit der Prüfungsangst umfassende Probleme im Bereich der Prüfungsvorbereitung sowie motivationale Probleme auftreten. Für eine bevorzugte Behandlung der Prüfungsängste spricht möglicherweise auch ein vergleichsweise naher Zeitpunkt der nächsten Prüfung. Falls es trotz möglicher weiterer Probleme realistisch scheint, den Prüfungstermin zu halten, sollte die Intervention im engeren Bereich der Prüfungsängste rechtzeitig vor dem Prüfungstermin beginnen, so dass ausreichend Zeit sowohl zum Einüben neuer Fertigkeiten zur Angstbewältigung als auch zum konkreten Vorbereiten der Prüfung bleibt.

4.1 Kurzfristige Beratung oder therapeutische Betreuung
„Die Prüfung ist schon in drei Wochen …“ Nicht selten kommen Prüfungsängstliche erst sehr kurz vor der Prüfung mit ihren Anliegen in die Beratungsstelle oder zu einem Psychotherapeuten. Dies kann unter anderem auf Aufschiebet
endenzen und weiteres Vermeidungsverhalten zurückgeführt werden, die bei Prüfungsängstlichen sehr häufi g auftreten. Zum anderen wird oft erst kurz vor der Prüfung deutlich, dass bisherige Lernstrategien nicht ausreichend sind bzw. zunehmend starke Ängste mit der Prüfungsvorbereitung interferieren.

Zunächst muss geklärt werden, ob eine akute Beratung, die zeitlich noch vor der Prüfung durchgeführt werden kann, realistisch und hinreichend erfolgversprechend erscheint. Günstig sind dabei folgende Bedingungen:

• außer der Prüfungsangst bestehen keine weiteren psychischen oder sonstigen Probleme,

• es gibt keine vorherigen wenig oder nicht erfolgreichen Beratungen bzw. Psychotherapien,

• ein unterstützendes soziales Umfeld, das die Person hinsichtlich fachlicher und persönlich-emotionaler Faktoren stützen kann, ist vorhanden, die betroffene Person kann Hilfsangebote annehmen oder kurzfristig aktivieren,

• Lern- und Prüfungsfertigkeiten sind ausreichend vorhanden,

• die Person verfügt über gute Selbstmanagementfähigkeiten.

Wenn Zweifel an dem Erfolg kurzfristiger Bearbeitung der Prüfungsängste bestehen oder dies aus organisatorischen Gründen nicht möglich ist, sollte gemeinsam mit dem Patienten das Verschieben der Prüfung erwogen werden. Dabei müssen auch rechtliche Rahmenbedingungen der jeweiligen Prüfungsordnungen berücksichtigt werden. Ggf. ist das Vorlegen einer entsprechenden Bescheinigung eines approbierten Psychotherapeuten, eines Haus-, Fach- oder Amtsarztes notwendig.


EAN: 9783840916106
Untertitel: Dateigröße in MByte: 1.
Verlag: Hogrefe Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Seitenanzahl: 104 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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