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Zeitstrategien in Innovationsprozessen

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November 2007

Beschreibung

Beschreibung

Die Autoren untersuchen theoretisch die Zeitlandschaften und die vielfach unterstellten Konflikte zwischen Ökologie und Ökonomie. Anschließend analysieren sie (individuelle) Zeitorientierungen und stellen Visionen einer umweltgerechten Mobilität vor. Eine zeitstrategische Studie konkreter Innovationsprojekte zeigt auf, welche Barrieren regelmäßig zum Scheitern von Innovationen führen und wie sie überwunden werden können. Aus den Ergebnissen lassen sich Schlussfolgerungen zur Gestaltung des gesellschaftlichen Innovationsprojektes "Nachhaltige Mobilität" ableiten.

Inhaltsverzeichnis

Mit Beiträgen von Gerhard Ilg, Siegfried Kreibe, Michael Schneider und Monika Wastian

Portrait

Prof. Dr. iur. Kurt Weis (S.J.D. Harvard) war Leiter des Fachgebiets Soziologie der Technischen Universität München. Seit 1992 Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Leseprobe

Zur Einführung: Nachhaltigkeit und Zeit ein gesellschaftliches Innovationsprojekt am Beispiel Mobilität" (S. 1)

Michael Schneider

1 Vom Schicksal großer Ideen

Wenn ein bedeutender Mann eine Idee in die Welt setzt, so wird sie sogleich von einem Verteilungsvorgang ergriffen, der aus Zuneigung und Abneigung besteht, zunächst reißen die Bewunderer große Fetzen heraus, so wie sie ihnen passen, und verzerren ihren Meister wie die Füchse das Aas, dann vernichten die Gegner die schwachen Stellen, und über kurz bleibt von keiner Leistung mehr übrig als ein Aphorismenvorrat, aus dem sich Freund und Feind, wie es ihnen paßt, bedienen. Die Folge ist eine allgemeine Vieldeutigkeit. Es gibt kein Ja, an dem nicht ein Nein hinge."

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften", aus: 85. General Stumms Bemühung, Ordnung in den Zivilverstand zu bringen"

Eine solche Idee ist Nachhaltigkeit". Lässt sich unsere Mobilität nachhaltig gestalten? Den Anfang des Nachhaltigkeits-Konzeptes markiert der 1987 erschienene Brundtland-Bericht, der für eine neue Art steht, globale Probleme zu sehen und auch praktisch anzugehen: Ökologische, aber auch die weltweit wachsenden Armutsprobleme werden als Teil einer einzigen Krise" (Hauff, 1987, S. 4) wahrgenommen, und das Nachhaltigkeitsprinzip sollte nicht länger als bloße regulative Idee" oder moralphilosophische Debatte eine Rolle spielen.

Vielmehr stellt Nachhaltigkeit eine optimistische Antwort auf diese Krise dar eine Antwort, die verspricht, Probleme der intra- und intergenerationalen Gerechtigkeit zu lösen: Durch nachhaltiges Wirtschaften" lassen sich unsere natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft sichern und befriedigende Lebensbedingungen für alle Menschen schaffen.

Eine Idee, die beansprucht, solches zu leisten, muss auch im Sinne Robert Musils als wahrhaft groß verstanden werden. Entsprechend ist auch mit obigem Verteilungsvorgang" un
d mit allgemeiner Vieldeutigkeit" zu rechnen. In der Tat besteht seit nunmehr fast 20 Jahren mit Blick auf so generelle Prinzipien wie intergenerationale Gerechtigkeit" zwar ein relativ breiter Konsens, und es gibt wohl kaum einen gesellschaftlichen oder politischen Akteur, der sich nicht einen großen Fetzen" davon herausgerissen hätte.

Über alle konkreteren und stärker auf die Umsetzung bezogenen Schlussfolgerungen aus dem nachhaltigen Wirtschaften" herrscht aber das Prinzip Zuneigung und Abneigung", womit sich zahlreiche Konfliktfelder öffnen und die zu lösenden Probleme sich im Grunde bis heute haben trefflich vertagen oder aussitzen lassen.

Konzilianter ausgedrückt: Diese Konzepte [einer nachhaltigen Wirtschaftsweise] formulieren sehr anspruchsvolle Forderungen und Ambitionen, die gesellschaftliche und politische Akteure vor neuartige Herausforderungen stellen." (Beschorner et al., 2005, S. 20)

Bei der Umsetzung komme es nämlich in besonderer Weise ebenso auf neue Formen der Partizipation an, wie auch neue Konsum- und Produktionsmuster seitens der Verbraucher bzw. der Privatwirtschaft unverzichtbar seien, schließlich sei Nachhaltigkeit in hohem Maße auf Innovationen und gesellschaftliche Lernprozesse in den verschiedensten Bereichen angewiesen" (a.a.O., S. 21, Hervorh. im Orig.)

Mit mehr Innovation" und Partizipation", mit neuen integrierten" und effizienteren" Produktionsprozessen und veränderten Verbrauchsgewohnheiten sind bereits zentrale Strategien der Umsetzung von Nachhaltigkeit benannt Strategien, bei denen sich im Übrigen auch trefflich zwischen Freund und Feind" unterscheiden lässt.
EAN: 9783835091610
Untertitel: Neue Konzepte einer nachhaltigen Mobilität. 2007. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 5.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: November 2007
Seitenanzahl: xiv222
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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