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Januar 2009

Beschreibung

Beschreibung

"...Ich bin im niedrigsten, tiefsten Ardistan geboren..." So beginnt Karl Mays erschütternde Selbstbiographie. Sie berichtet von einer Kindheit in bitterster Armut, von früher Verfehlung und harter Strafe, vom glänzenden Aufstieg zur Höhe des Erfolges und schließlich vom schicksalhaften Leid im Greisenalter.

Der Band enthält folgende Beiträge:
1.) Karl May, Meine Beichte
2.) Karl May, Mein Leben und Streben
3.) Karl May, Empor ins Reich der Edelmenschen!
4.) A.Gelber/W.Nhil/P.Wilhelm/R.Müller, Karl May in Wien
5.) Euchar Albrecht Schmid, Karl Mays Tod und Nachlaß
6.) Euchar Albrecht Schmid, Gestalt und Idee
7.) Ludwig Gurlitt, Gerechtigkeit für Karl May
8.) Claus Roxin, Karl May, das Strafrecht und die Literatur.
Mit Vorworten zur ersten und zwanzigsten Auflage von Dr. Euchar Albrecht Schmid, zur 21. bis 37. Auflage von Roland Schmid und zur 38. Auflage 1991 von Prof. Dr. Heinz Stolte.

Inhaltsverzeichnis

1;Vorwort zur ersten Auflage;6 2;Vorwort zur zwanzigsten Auflage;6 3;Vorworte zur 21. bis 37. Auflage (Auszug);8 4;Vorwort zur 38. Auflage 1991;9 5;Vorwort zur 42. Auflage 2009;14 6;Inhalt;16 7;Meine Beichte;18 8;Mein Leben und Streben;32 8.1;Das Märchen von Sitara;34 8.2;Meine Kindheit;39 8.3;Keine Jugend;70 8.4;Seminar- und Lehrerzeit;108 8.5;Im Abgrund;138 8.6;Bei der Kolportage;200 8.7;Meine Werke;229 8.8;Meine Prozesse;244 8.9;Letztes Streben;278 8.10;Nachwort des Verlages;292 8.11;Anhang;298 9;Empor ins Reich der Edelmenschen!;306 9.1;Karl May in Wien;306 9.2;Karl Mays Tod und Nachlass;354 9.3;Gestalt und Idee;404 9.4;Gerechtigkeit für Karl May!;466 9.5;Karl May,das Strafrecht und die Literatur;584 10;Verzeichnis der Abbildungen;619 11;Quellenhinweise;621


Portrait

Karl May (1842-1912) ist mit einer Auflage von 100 Mio. Exemplaren - davon allein 80 Mio. aus dem Karl-May-Verlag (inkl. Lizenzen) - der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache! Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Die fremdsprachige Auflage weltweit wird auf weitere 100 Mio. Bände geschätzt.

Leseprobe

Meine Beichte (S. 17-18)
(28. Mai 1908)

Ihr lasst den Armen schuldig werden, dann überlasst ihr ihn der Pein . . .
Goethe


Ich bin der Sohn blutarmer Webersleute. Man hielt mich für begabt. Man wünschte, ich solle studieren. Aber für Gymnasium und Universität gab es keine Spur von Mitteln. Da hungerten und kummerten meine Eltern und Geschwister jahrelang, um mir durch den Seminarbesuch zu ermöglichen, Lehrer zu werden.

Ich ward es, war aber dann so arm, dass ich nicht einmal die allerbilligste Taschenuhr besaß, die Zeit des Unterrichts zu regeln. Ich lehrte an einer Fabrikschule und wohnte mit dem Buchhalter in einem Zimmer und einer Schlafstube zusammen. Er hatte beides vorher allein gehabt und zürnte mir darüber, dass er nun nicht mehr der alleinige Herr seiner Räume und Besuche war. Er war sehr wohlhabend. Er besaß zwei Uhren. Eine neue, gute und eine alte, sehr billige, die er nicht mehr brauchte.

Sie hing unbenutzt an der Wand. Ich bat ihn, mir für die Zeit des Schulunterrichts doch diese alte zu borgen, bis ich mir eine kaufen könne. Er tat es. Ich steckte sie täglich ein, wenn ich zur Schule ging. Ich steckte sie auch einmal ein, als ich zu Weihnachten meine Eltern und Geschwister besuchte, die sich unendlich freuten, nun ausgehungert und ausgekummert zu haben und in mir die Hoffnung auf eine bessere Zukunft erblicken zu dürfen.

Es waren meine ersten Ferien als Lehrer, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich wahre Weihnachtsferien. Es war mir, als ob ich mich diesen armen, hoffnungsfreudigen Anverwandten als Christgeschenk zu bescheren hätte. Sie sollten ihre Ehre und Freude an mir erleben und nur Gutes von mir erfahren. Kaum war ich bei ihnen angekommen, so wurde ich von einem mir nachgeschickten Gendarm verhaftet und, weil ich mich in meinem ma
ßlosen Entsetzen wie ein wirklicher Dieb benahm, wegen Diebstahls mit sechs Wochen Gefängnis bestraft.

Dieses Entsetzen hat mich nicht wieder verlassen; es gab mich nicht wieder frei. Es krallte sich in mir fest und fraß mich innerlich mitten auseinander. Der Gedanke an die mir widerfahrene Schande und an das Herzeleid meiner armen Eltern und Geschwister bohrte sich so tief und so vernichtend in meine Seele ein, dass sie schwer und gefährlich erkrankte. Es entwickelte sich eine jähe seelische (nicht etwa geistige) Depression, in deren Tiefe wahnsinnige Erwägungen entstanden.

Ich begann nicht mich, sondern andere zu beschuldigen: den hinterlistigen, grausamen Eigentümer der Uhr, den Staatsanwalt, den Untersuchungsrichter und alle anderen Personen, die in dieser Sache gegen mich zu tun gehabt hatten. Ich sann auf Rache, und zwar auf eine fürchterliche Rache, auf etwas noch niemals Dagewesenes.
EAN: 9783780217349
Untertitel: Karl Mays Leben und Werk, Band 34 der Gesammelten Werke. veränderte Aufl. Dateigröße in MByte: 24.
Verlag: Karl-May-Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 2009
Seitenanzahl: 624 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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