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Daumendrücken


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Januar 2003

Beschreibung

Beschreibung

Warum klopfen wir auf Holz? Warum gilt die Sieben als Glückszahl, warum aber nicht im "verflixten siebten Jahr"? Warum sind selbst "Sonntagskinder" nicht vor "Hexenschuss" gefeit? - Ob wir wollen oder nicht: Der Aberglaube begleitet uns, oft unerkannt, durch alle Lebenslagen. Karl-Heinz Göttert bietet in seinem Buch ein Kaleidoskop undurchschauter Magie in alltäglichen Vorstellungen, Sprüchen, Handlungen.

Inhaltsverzeichnis

1;Vorbemerkung;10 2;Inhalt;6 3;Hexen, Geister und Dämonen;18 3.1;Daumendr cken;20 3.2;Auf Holz geklopft;22 3.3;Albträume;24 3.4;Regeln für Gespenster;26 3.5;Schön wie eine Fee;28 3.6;Engel;30 3.7;Einloggen in himmlische Kommunikation;32 3.8;Undine;34 3.9;Zwerge und Riesen;36 3.10;Berserker;38 3.11;Hexenschuss;40 3.12;Zum Blocksberg gewünscht;42 3.13;Aus der Haut gefahren;44 3.14;Wie verhext;46 4;Magische Zauberei;48 4.1;Talisman und Amulett;50 4.2;Hufeisen;52 4.3;Doping im Pferdestall;54 4.4;Ausgependelt;56 4.5;Verflixt!;58 4.6;Brezel, Krapfen, Zopfgebäck;60 4.7;Die schwärzeste Magie der Geschichte;62 4.8;Liebeszauber;64 4.9;Böser Blick;66 4.10;Jungbrunnen;68 4.11;Knoten geplatzt;70 4.12;Eine andere Art von Besprechen;72 4.13;Nadelstiche;74 4.14;Schuhtick;76 5;Magie in der Natur;78 5.1;Der Amethyst, der nüchtern macht;80 5.2;Die Poren des Johanniskrauts;82 5.3;Falsch gepolt;84 5.4;Menstruationsblut;86 5.5;Gedanken bertragung;88 5.6;Eier vom Osterhasen;90 5.7;Wünschelrute;92 5.8;Farben mit Bedeutung;94 5.9;Barfu durch die Hölle;96 5.10;Belegte Plätze;98 5.11;Der sechste Sinn;100 5.12;Spieglein, Spieglein an der Wand;102 5.13;Sternschnuppen und Kometen;104 6;Astrologie;106 6.1;Unterm Saturn geboren;108 6.2;Fahrlässige Tötung per Horoskop?;110 6.3;Zwillingsforschung;112 6.4;Wetterbericht;114 6.5;Eine Nonne ber den Zeugungsakt;116 6.6;Waren die Germanen homosexuell?;118 6.7;Sonntagskinder;120 6.8;Ein exaltierter Mensch;122 6.9;Finsternisse;124 6.10;Franzosenkrankheit;126 6.11;Im siebenten Himmel;128 6.12;Astrales Gedächtnis;130 6.13;Mondsüchtig;132 6.14;Einwände;134 7;Alchemie;136 7.1;Gold nach Rezept;138 7.2;Ewiges Leben?;140 7.3;Der Mensch aus der Retorte;142 7.4;Der Stein der Weisen;144 7.5;Allheilmittel;146 7.6;Aphrodisiaka;148 7.7;Nicht alles Gold, was glänzt;150 7.8;Quintessenz;152 7.9;Elektronisch;154 7.10;Besser unverständlich?;156 8;Wahrsagung;158 8.1;Bauernregeln;160 8.2;Traumdeutung;162 8.3;Ein hartes Los;164 8.4;Mädchen oder Junge?;166 8.5;Heiratsvermittlung
;168 8.6;Kaffeesatzlesen;170 8.7;Jucken in der Hand;172 8.8;Von den Sternen zur Stirn;174 8.9;Im Brustton der berzeugung;176 8.10;Aus der Hand gelesen;178 8.11;Handgeschrieben;180 8.12;Die schwache Stelle der Wahrsagung;182 9;Zeichen und Zeiten;184 9.1;Gesundheit!;186 9.2;Mit dem Finger auf jemanden zeigen;188 9.3;Vom Teufel sprechen;190 9.4;Rote Haare;192 9.5;Hochzeit;194 9.6;Ausgeblasene Geburtstagskerzen;196 9.7;Schwarzer Freitag;198 9.8;Das verflixte siebente Jahr;200 9.9;Dreizehn;202 9.10;Weihnachten;204 9.11;Neujahr;206 9.12;Aprilscherz;208 9.13;Maitag;210 10;Große Magier;212 10.1;Pythagoras und die Zahlen;214 10.2;Zweierlei Magier im frühen Christentum;216 10.3;Der Zauberer Merlin;218 10.4;Die großen Skandale;220 10.5;Begegnung mit dem Dreimalgrößten;222 10.6;Die Prophezeiungen des Nostradamus;224 10.7;Der Schwarzkünstler Agrippa;226 10.8;Paracelsus, ein alchemistischer Arzt;228 10.9;Faust, der Teufelsbündner;230 10.10;Der Geisterbeschwörer Cagliostro;232 11;Statt eines Literaturverzeichnisses;234 12;Abbildungsnachweis;239 13;Zum Autor;240


Leseprobe

Der Amethyst, der nüchtern macht (S. 79-80)

Sie müssen den Menschen immer ein Rätsel gewesen sein. Hart, viel härter als Stein. Und doch durchsichtig, wenigstens leuchtend in allen Farben – die Edelsteine. Kein Wunder also, dass wir in allen Kulturen auf Bewunderung stoßen. Ob im alten Athen oder Jerusalem, in China oder bei den Inkas: Was so jenseits des Alltäglichen liegt, muss ungewöhnliche Kräfte besitzen. Und so sehen wir harmlose Philosophen und mächtige Politiker gleichermaßen dem Charme des edlen Glanzes erliegen. Platon schätzte den Smaragd am meisten. Im Phaidon versinnbildlicht er die Unsterblichkeit der Seele. Die Goten schwärmten für den Karfunkel, der gleichermaßen Rubine und Granate bezeichnet.

Er erinnerte sie an glimmendes Feuer. Karl der Große trug als Talisman einen tiefblauen Saphir, ein Abbild des Himmels. Die deutsche Reichskrone, um 1000 gefertigt, war mit einem Opal geziert, umgeben von Saphiren, Smaragden und Amethysten. Albertus Magnus, wirklicher Kenner der Materie, bewertete den Adamas, den ›unzerstörbaren‹ Diamanten, am höchsten, weil er am härtesten ist. Allerdings sind objektive Kriterien sonst wenig von Interesse. Überall spielt die Symbolkraft der Farben die wichtigste Rolle. Ganze Bücher bieten das Wissen gesammelt an. Bis auf Aristoteles wird die Tradition zurückgeführt, die sich besonders mit den magischen Kräften beschäftigt. Seit dem 12. Jahrhundert gilt das Steinbuch des Marbod von Rennes als Standardwerk. Vom griechischen Arzt Dioskurides aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammen die ersten Rezepte: etwa Brei aus Saphirstaub gegen Skorpionstiche. Aus Indien scheint diese Medizin importiert. Um 1000 wird sie von arabischen Ärzten verbreitet und findet in Europa in Hildegard von Bingen ihre stärkste Befürworterin. Lapislazul
i oder Rubin als Herzmittel, der geflammte Sardonyx gegen Fieber – breit ist das Spektrum der Anwendungen, kaum eine Krankheit ohne zuständigen Stein.

Aber die Kräfte reichen noch weiter. Es gibt Edelsteine, die unsichtbar machen, indem sie mit ihren Strahlen das Auge ablenken. Man kennt es vielleicht von Gyges, der so die Gattin seines Königs (auf dessen unseligen Wunsch hin) nackt betrachtete und dafür schwer büßen musste. Andere Steine schützen vor allerlei Ungemach: vor Ertrinken, vor Verbrennen – sogar vor Einbrechern. Mit dem Magnet lässt sich die eheliche Treue testen, wenigstens die der Frau. Unter das Kopfkissen der Schlafenden gelegt, fällt die treue dem Mann um den Hals, die untreue aus dem Bett. Weniger dramatisch der Achat, der den Träger angenehm macht, so wie es bei Lessing der Opal tut. Freilich listigerweise nur bei dem, der ihn in dieser Zuversicht trägt.

Eine Einschränkung mindert auch die Kraft des Amethysts. Er bewahre vor Trunkenheit, heißt es, sogar bei der heiligen Hildegard und dem ganz der Wissenschaft hingegebenen Albert. Freilich galt der Schutz lediglich bei Rotwein, weil die Kraft auf die rote Farbe des Steins zurückgeführt wird. Und was, wenn unsere armen Vorfahren Bier tranken?


Pressestimmen

Von Hexen, Geistern und Dämonen über Astrologie und Alchemie bis hin zu Zeichen, Zahlen und großen Magiern, blätterfreundlich verpackt in 100 kleine Essays, informativ und voll überraschender Querverbindungen. Immer unter der Prämisse: Wo liegt der Ursprung und was ist heute noch übrig von ihm?
Süddeutsche Zeitung
100 kurzweilige Abhandlungen über Hexen und Dämonen, Kräuter und Wünschelruten - und alle lassen den Leser nicht nur grinsen, sondern vor allem auch staunen.
Kölner Express
Dieses fantastische Kompendium über den Aberglauben im Alltag bringt in seiner pfiffigen Art erhellende Informationen und Erklärungen zu gewohnten aber unhinterfragten Praktiken des Lebens. Humor, gepaart mit fleißiger Recherche in bester Journalistik knüpft hier ein Netz aus verschiedenen Wissenschaftsrichtungen, welches das Leben hintergründig mitbestimmt. Jedes der 100 Themen wird in exakt zwei allgemein verständlichen Seiten behandelt. Endlich einmal eine Erklärung, dass wir z.B. jemandem die Daumen drücken, um mit den Geistern Kontakt aufzunehmen, sie aber nicht rufen. Dieses rasante und brillante Brevier zum Aberglauben ist für Leute geschrieben, die hinter den Vorhang des Alltags schauen wollen.
Bücher Bord, Graz
EAN: 9783159503059
Untertitel: Der ganz normale Aberglaube im Alltag. Dateigröße in KByte: 888.
Verlag: Reclam Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 2003
Seitenanzahl: 240 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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