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Kriterien zur Ressourcensteuerung an Hochschulen


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Januar 2008

Beschreibung

Beschreibung

Karina Riese bewertet regelmäßig verwendete Kriterien der Leistungsmessung an Hochschulen und diskutiert auf der Basis der Humankapitaltheorie alternative Vorschläge für ergänzende und aussagefähigere Kriterien.

Inhaltsverzeichnis

Hochschulen im Mittelpunkt neuer Steuerungsüberlegungen

Systematisierung von Maßnahmen zur Erreichung eines wirtschaftlichen Mitteleinsatzes an Hochschulen

Gestaltungsvorschläge zur Umsetzung der Maßnahmen der Neuen Steuerung unter besonderer Berücksichtigung der Leistungskriterien

Diskussion von Kriterien aus der Humanvermögensrechnung zur Beurteilung von Hochschulleistungen

Portrait

Dr. Karina Riese promovierte bei Prof. Dr. Dr. h.c. Ralf Michael Ebeling am Lehrstuhl für Externes Rechnungswesen/Wirtschaftsprüfung der Universität Halle-Wittenberg. Sie ist Assistant Manager im Bereich Audit bei der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in München.

Leseprobe

2 Hochschulen im Mittelpunkt neuer Steuerungsüberlegungen (S. 10)

Die folgenden Kapitel stellen zunächst die Ursachen für veränderte Steuerungsanforderungen dar, ehe die theoretischen Grundlagen für den weiteren Fortgang der Arbeit dargelegt werden. Die Erörterung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie spezifischen Charakteristika dient dem Verständnis der grundsätzlichen Zusammenhänge in Hochschulen, da erst mit der Kenntnis über ihre Besonderheiten wesensgemäße Steuerungsinstrumente für Hochschulen geschaffen und auch weiterentwickelt werden können.

Schwerpunkt bilden die Prinzipien der Finanzierung und die Steuerungswirkungen. In diesem Rahmen beziehen die Ausführungen auch makroökonomische Erklärungsansätze ein, welche die Ausgestaltung des heutigen Hochschulsystems begründen. Im Anschluss werden Veränderungen in der öffentlichen Finanzierung und ihre Auswirkungen auf Hochschulen aufgegriffen.

2.1 Ursachen für eine neue Steuerung an Hochschulen

2.1.1 Allgemeine Entwicklungstendenzen im Hochschulsystem

Die Haushaltsmittel, die der Staat für Lehre und Forschung zur Verfügung stellt, sind nicht unbegrenzt erweiterbar. Besonders seit dem sich zunehmend eine Finanzkrise abzeichnet, müssen die Hochschulen mit knapper werdenden Mitteln zurechtkommen. , Und diese Situation schließt sich an eine Zeit an, in der die Hochschulen nach Auffassung vieler Autoren schon seit mehreren Jahren chronisch unterfinanziert sind. Diese Verknappung staatlicher Mittel verlangt nach der Bereitschaft, alternative Formen der Mittelverteilung einzusetzen.

Unter der Bedingung stagnierender bzw. rückläufiger Finanzmittel wird die Steuerung der Hochschulen über die tradierte Vorgehensweise zunehmend schwieriger und unbefriedigender, da Neues oder Anderes nur zu Lasten des Bestehenden realisiert werden kann. Ferner können ineffektiv oder ineffizient verwandte Mittel wegen
unzureichenden Verständnisses über die Verhältnisse einer Hochschule kaum über externe Kontrollen ausgemacht werden.

Die Verknappung der staatlichen Mittel gepaart mit einem derzeit noch anhaltenden Wachstum der Studentenzahlen haben gegenwärtig die Notwendigkeit verstärkt, Hochschulen mittels veränderter oder neuer Strukturen und Führungskonzeptionen zu steuern. Zukünftig wird die Zahl der Studierfähigen jedoch durch die demographische Entwicklung abnehmen, so dass Fragen nach dem Schicksal einzelner Institutionen aufgeworfen werden. In diesem Zusammenhang verlangen Mittelkürzungen nach ausgewiesenen Entscheidungen, Selektivität in der Mittelvergabe und Prioritätensetzung. ,Aber auch unabhängig von der demographischen Entwicklung und der Nachfrage nach Studienplätzen müssen die Hochschulen einen Beitrag zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte leisten.

Weiter sorgen vermutete Qualitätsdefizite in Forschung und Lehre, ineffizienter Ressourceneinsatz, Mangel an internationaler Wettbewerbsfähigkeit sowie mangelnde Orientierung der Hochschulen an gesellschaftlichen Problemlagen und den Anforderungen des Arbeitsmarktes für steigende Ansprüche an die Rechenschaftsaktivitäten der Hochschulen. Inwieweit jedoch die pauschale Forderung nach mehr Effizienz und Effektivität gerechtfertigt ist, wird sich erst mit Hilfe von Messmethoden und -instrumenten feststellen lassen. Gegen den Vorwurf, dass deutsche Hochschulen nicht leistungsfähig und ineffizient sind, spricht bspw. die Entwicklung in den 1970er Jahren.

Durch den Öffnungsbeschluss nahm die Studentenzahl ohne wesentliche Ausweitung der Hochschulkapazitäten zu. Dennoch wurden die Studenten qualitativ so ausgebildet, dass sie lange Zeit zu den am besten ausgebildeten Akademikern zählten. Aber die Entwicklung der Hochschulen zu Großorganisationen lässt die traditionelle Selbstverwaltung bzw. die duale Struktur an Hochschulen als unzureichend erscheinen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Fra
ge nach der Kompatibilität der Organisationsprinzipien des Hochschulwesens und insbesondere der Finanzierungsformen mit den Funktionsweisen einer Marktgesellschaft.

2.1.2 Einige ausgewählte Entwicklungsschwerpunkte

2.1.2.1 Ausweitung der Autonomie von Hochschulen

Derzeit sind Hochschulen durch eine eingeschränkte Autonomie beengt, die im Wesentlichen aus einer hohen Regelungsdichte in der Hochschulpolitik resultiert. Hochschulen benötigen jedoch erweiterte Spielräume für ein flexibles und eigenverantwortliches Handeln. Für die Frage nach einer Autonomie der Hochschulen ist das Hochschulurteil des Bundesverfassungsgerichts von grundsätzlicher Bedeutung.
EAN: 9783835055063
Untertitel: 2008. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 3.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: Januar 2008
Seitenanzahl: xxx385
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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