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Französische Kulturpolitik in Deutschland 1945-1955

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Oktober 2007

Beschreibung

Beschreibung

Wie konnte das "Jahrhundert der Erbfeindschaft" nach weniger als zwanzig Jahren in die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes münden? Jacqueline Plum untersucht die Rolle der besatzungspolitischen Akteure bei dieser Entwicklung. Es wird deutlich, dass die französische Jugend- und Umerziehungspolitik u. a. zur Initiierung des internationalen Austauschs führte und Frankreich damit den größten Beitrag zur Demokratisierung der deutschen Jugend leistete. Durch den Begegnungscharakter der Treffen wurde gleichzeitig der Grundstein zur Annäherung zwischen deutschen und französischen Jugendlichen gelegt. Die Bedeutung privater deutsch-französischer Verständigungsinitiativen wird in diesem Kontext ebenfalls ausführlich berücksichtigt und gewürdigt.

Inhaltsverzeichnis

Que faire de l'Allemagne? Die Deutschen umerziehen?

Außerschulische Aktivitäten zur Umerziehung der deutschen Jugend

1949-1951: bundesrepublikanische Souveränität und Kalter Krieg

1951-1955 Kulturbeziehungen als weitere Säule der "großen Politik"?

Der Elysée-Vertrag und die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes

Portrait

Jacqueline Plum promovierte bei Prof. Dr. Klaus Hildebrand am Lehrstuhl für Neueste Geschichte der Universität Bonn. Sie ist als Fundraiserin im Kulturbereich tätig.

Leseprobe

V 1951-1955: Französische Kulturpolitik in Deutschland: Kulturbeziehungen als eine weitere Säule der großen Politik? (S. 235-237)

1 Die Kulturabteilung des Französischen Hochkommissariats als Koordinator internationaler

Begegnungen in Deutschland und Frankreich Die Bedeutung auswärtiger Kulturpolitik nahm in den 50er Jahren sowohl für den Quai dOrsay als auch für die Dienststelle für Auswärtige Angelegenheiten respektive das Auswärtige Amt zu. Mit der Ernennung seines Kabinettschefs Bourbon-Busset834 zum Leiter der Kulturabteilung des französischen Außenministeriums Ende 1952835 setzte Außenminister Robert Schuman ein Zeichen für diese wachsende Bedeutung.

Sein Wunschkandidat hatte sich gegen den von Präsident Auriol favorisierten Koscziusko-Morizet, der dessen Kabinettschef war, durchgesetzt. Nach einer offenen Auseinandersetzung zwischen Präsident und Außenminister hatte man sich darauf geeinigt, daß Bourbon-Busset die Kulturabteilung - zumindest zunächst - nur im Rang eines Directeur, anstatt wie üblich eines Directeur Général, übernehmen sollte.

Die Kulturabteilung wurde wieder der politischen Abteilung angegliedert, was die Bedeutung der auswärtigen Kulturpolitik im Rahmen der allgemeinen Politik unterstrich. Sie äußerte sich auch in der Einrichtung einer Abteilung für Internationale Begegnungen (Rencontres Internationales), die schon seit langem von zahlreichen im deutsch-französischen Austausch aktiven Persönlichkeiten gefordert worden war. Zwar war diese Abteilung nicht ausschließlich für deutsch-französische Begegnungen zuständig, doch wurde mit ihrer Einrichtung die Möglichkeit geschaffen, das im Nachkriegsdeutschland begonnene Werk der Abteilung Jeunesse et Sports von Frankreich aus mit fortzusetzen.

Nunmehr waren die internationalen Begegnungen, insbesondere die deutsch-französischen, nicht mehr nur eine Initiative französischer Besatzungspolitiker, die es damals
verstanden hatten, den ihnen zugestandenen Handlungsspielraum zu nutzen, sondern auch vom Quai dOrsay anerkannt und gewollt. Die internationalen Begegnungen wurden damit ein offizieller Bestandteil der auswärtigen französischen Kulturpolitik.

Die Leitung dieser Abteilung im Quai dOrsay übernahm 1953 Jean Moreau, der somit seine erfolgreiche besatzungspolitische Initiative auf dem Gebiet der internationalen Begegnungen fortsetzen konnte. Mit dieser personellen Kontinuität erhielt seine Initiative die Chance, sich zu festigen837. Seinen Gegenpart in Deutschland fand Moreau in Geneviève Carrèz838, die als seine Nachfolgerin von 1951 bis 1954 die Abteilung Rencontres Internationales innerhalb der Direction Générale des Affaires Culturelles (DGAC) des Französischen Hochkommissariats in Mainz839 leitete. Die Politik der internationalen Begegnungen in Deutschland wurde allerdings durch den Wechsel an der Spitze der DGAC von Schmittlein zu Henry Spitzmuller tangiert, der eine qualitative Veränderung der Kulturpolitik zur Folge hatte.

Nach seiner Wahl ins französische Parlament im Juni 1951 hatte Raymond Schmittlein die DGAC verlassen. Die Leitung blieb zunächst vakant und wurde dann im Oktober 1951 von Henry Spitzmuller übernommen, der sich nunmehr Generaldirektor der Services Culturels Français en Allemagne nannte. Seine Aufgabe bestand darin, die französische Kulturarbeit in Deutschland mit dem Ziel zu reorganisieren, diese in die Kulturabteilung der künftigen französischen Botschaft zu integrieren. Sein Amtssitz war Bad Godesberg, der Sitz der Kulturabteilung blieb jedoch Mainz. Als Berufsdiplomat840 und erfahren in der traditionellen auswärtigen französischen Kulturpolitik veränderte er die Schwerpunkte der Kulturpolitik in Deutschland: Spitzmuller favorisa ... en Allemagne les formes traditionelles de laction culturelle française à létranger, vor allem an der Expansion der französischen Sprache war ihm gelegen.

Pressestimmen

"Das Verdienst des [...] Buches liegt darin, dem Bild über die französische Kulturpolitik ein weiteres Mosaiksteinchen hinzugefügt zu haben. [...] [ein] insgesamt informatives und anschaulich geschriebenes Buch." Das Historisch-Politische Buch, 02/2008
EAN: 9783835096776
Untertitel: Jugendpolitik und internationale Begegnungen als Impulse für Demokratisierung und Verständigung. 2007. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 2.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2007
Seitenanzahl: xii347
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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