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Rechtskunde für Gesundheits- und Pflegeberufe


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Januar 2004

Beschreibung

Beschreibung

Pflegerisches Handeln wird durch eine Reihe von rechtlichen Grundlagen tangiert, mit denen Pflegende sich in Ausbildung, Praxis, Lehre und Leitung vertraut machen müssen. Bislang hat in der Schweiz ein Fachbuch zum Pflege- und Gesundheitsrecht für Pflegefachfrauen und -männer gefehlt. Diese Lücke schließt das Buch des Rechtsanwaltes Hardy Landolt, der über langjährige Lehrerfahrung an renommierten Schweizer Aus- und Weiterbildungsinstitutionen für Pflege verfügt.Das Buch gliedert sich in fünf Teile und wird durch eine CD mit Gesetzen, Urteilen, Gutachten, Artikeln und Empfehlungen ergänzt. Die wichtigsten Kapitel sind:GrundlagenGesundheitsrechtBerufsrechtFamilien-, Erb- und VormundschaftsrechtSozialrecht

Inhaltsverzeichnis

1;VORWORT;5 2;INHALTSÜBERSICHT;11 3;INHALTSVERZEICHNIS;15 4;ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS;33 5;ERSTER TEIL: GRUNDLAGEN;41 5.1; 1: RECHT ALS VERBINDLICHE SOLLENSORDNUNG;43 5.1.1;I. Abgrenzung Recht und Ethik (Gerechtigkeit);43 5.1.1.1;A. Allgemeines;43 5.1.1.2;B. Standesregeln;43 5.1.2;II. Öffentliches Recht und Privatrecht;47 5.1.3;III. Rechtsordnung und Individualrecht;48 5.2; 2: VERFASSUNGSRECHT;49 5.2.1;I. Kompetenzordnung;49 5.2.1.1;A. Gemeinwesen;49 5.2.1.2;B. Gesetzgebungsverfahren;50 5.2.2;II. Grundrechtsordnung;54 5.2.2.1;A. Grundrecht als Garantie einer Individualsphäre;54 5.2.2.2;B. Grundrechtsträger;54 5.2.2.3;C. Grundrechtsarten;55 5.2.2.4;D. Einschränkung von Grundrechten;66 6;ZWEITER TEIL: GESUNDHEITSRECHT;71 6.1; 3: GESUNDHEITSRECHT;73 6.1.1;I. Eingeschränkte Kompetenzen des Bundes;73 6.1.1.1;A. Direkte Kompetenzen;73 6.1.1.2;B. Indirekte Kompetenzen;73 6.1.2;II. Gesundheitsorganisationsrecht;74 6.1.2.1;A. Gesundheitsprävention, -versorgung und -vorsorge;74 6.1.2.2;B. Ausbildung und Freizügigkeit;75 6.1.2.3;C. Organisation der Spital-, Heim- und Spitexpflege;82 6.1.3;III. Gesundheitsmassnahmenrecht;92 6.1.3.1;A. Krankheits- und Unfallprävention;92 6.1.3.2;B. Arzneimittel und Medizinprodukte;94 6.1.3.3;C. Forschung;99 6.1.3.4;D. Seuchenpolizei;102 6.1.3.5;E. Strahlenschutz;107 6.1.3.6;F. Bestattungswesen;108 6.1.4;IV. Gesundheitsleistungsrecht;109 6.1.4.1;A. Allgemeines;109 6.1.4.2;B. Finanzierung;110 6.2; 4: PATIENTENRECHT;113 6.2.1;I. Selbstbestimmungsrecht;113 6.2.1.1;A. Begriff und Umfang des Selbstbestimmungsrechts;113 6.2.1.2;B. Ausübung des Selbstbestimmungsrechts;113 6.2.1.3;C. Einschränkungen des Selbstbestimmungsrechts;120 6.2.2;II. Patientenrechte und -pflichten bei einer stationären Unterbringung;136 6.2.2.1;A. Patientenrechte;136 6.2.2.2;B. Patientenpflichten;156 6.2.3;III. Postmortaler Persönlichkeitsschutz;157 6.2.3.1;A. Postmortale Persönlichkeitsrechte;157 6.2.3.2;B. Einzelheiten;160 7;DRITTER TEIL: BERUFSRECHT;171 7.1; 5: ARBEITSRECHT;173 7.1
.1;I. Arten von Arbeitsverhältnissen;173 7.1.1.1;A. Öffentliches und privates Arbeitsrecht;173 7.1.1.2;B. Voll- und Teilzeitarbeitsverhältnis;184 7.1.2;II. Arten von Arbeitsverträgen;184 7.1.2.1;A. Einzelarbeitsvertrag;184 7.1.2.2;B. Normalarbeitsvertrag;185 7.1.2.3;C. Gesamtarbeitsvertrag;186 7.1.3;III. Abschluss und Aufhebung von Arbeitsverträgen;188 7.1.3.1;A. Abschluss;188 7.1.3.2;B. Aufhebung;188 7.1.4;IV. Rechte des Arbeitnehmers;193 7.1.4.1;A. Lohnanspruch;193 7.1.4.2;B. Ferien, Feiertage und freie Zeit;198 7.1.4.3;C. Versicherungs- und Vorsorgeschutz;200 7.1.4.4;D. Persönlichkeitsschutz;201 7.1.4.5;E. Mitbestimmungsrechte;203 7.1.4.6;F. Anspruch auf privilegierte Spitalbehandlung;204 7.1.4.7;G. Zeugnisanspruch;205 7.1.5;V. Pflichten des Arbeitnehmers;206 7.1.5.1;A. Arbeitspflicht;206 7.1.5.2;B. Interessenwahrungspflicht;206 7.1.5.3;C. Rechenschafts- und Ablieferungspflicht;207 7.1.5.4;D. Schadenersatz;207 7.2; 6: BERUFSPFLICHTEN;209 7.2.1;I. Relativität der Berufspflichten;209 7.2.1.1;A. Ausbildung;209 7.2.1.2;B. Kenntnisse und Erfahrungen;209 7.2.1.3;C. Berufliche Stellung;210 7.2.2;II. Delegation von Aufgaben;213 7.2.2.1;A. Allgemeines;213 7.2.2.2;B. Delegationsvoraussetzungen;217 7.2.2.3;C. Injektionen;218 7.2.2.4;D. Einführen eines Darmrohres;220 7.2.2.5;E. Verbandwechsel;220 7.2.3;III. Sorgfaltspflicht;220 7.2.3.1;A. Grundsätze;220 7.2.3.2;B. Einzelheiten;221 7.2.4;IV. Schweigepflicht;227 7.2.4.1;A. Arbeitsrechtliche Schweigepflicht;227 7.2.4.2;B. Datenschutzrechtliche Schweigepflicht;227 7.2.4.3;C. Strafrechtliche Schweigepflicht;228 7.2.5;V. Sicherungspflicht;233 7.2.5.1;A. Allgemeines;233 7.2.5.2;B. Verhinderung von Stürzen;234 7.2.5.3;C. Suizidgefährdete Personen;235 7.2.5.4;D. Betreuungsbedürftige Personen;237 7.2.6;VI. Dokumentationspflicht;239 7.2.6.1;A. Allgemeines;239 7.2.6.2;B. Pflegedokumentation;240 7.2.7;VII. Fortbildungspflicht?;242 7.3; 7: VERANTWORTLICHKEITSRECHT;243 7.3.1;I. Strafrechtliche Sanktionen;243 7.3.1.1;A. Grundlagen;243 7.3.1
.2;B. Tötungsdelikte;246 7.3.1.3;C. Körperverletzungsdelikte;253 7.3.1.4;D. Vermögensdelikte;255 7.3.1.5;E. Ehrverletzungsdelikte;256 7.3.1.6;F. Nötigungsdelikte;259 7.3.1.7;G. Urkundendelikte;260 7.3.2;II. Haftungsrechtliche Sanktionen;261 7.3.2.1;A. Direkte Haftung (gegenüber dem geschädigten Patienten);261 7.3.2.2;B. Indirekte Haftung (gegenüber dem Arbeitgeber);274 7.3.3;III. Arbeitsrechtliche Sanktionen;275 7.3.4;IV. Verwaltungsrechtliche Sanktionen;275 8;VIERTER TEIL: FAMILIEN-, ERB- UND VORMUNDSCHAFTSRECHT;277 8.1; 8: EHE- UND KONKUBINATSRECHT;279 8.1.1;I. Handlungs- und Ehefähigkeit;279 8.1.2;II. Eherecht;279 8.1.2.1;A. Verlöbnis Heirat;279 8.1.2.2;B. Eheliche Pflichten;280 8.1.2.3;C. Ehevertrag;285 8.1.2.4;D. Eheschutz;285 8.1.2.5;E. Ehetrennung;286 8.1.2.6;F. Scheidung;286 8.1.3;III. Konkubinatsrecht;292 8.1.3.1;A. Ausgangslage;292 8.1.3.2;B. Schriftlicher Konkubinatsvertrag;296 8.2; 9: ERBRECHT;298 8.2.1;I. Erst sterben heisst erben;298 8.2.2;II. Gesetzliche und eingesetzte Erben;298 8.2.2.1;A. Allgemeines;298 8.2.2.2;B. Gesetzliche Erben;299 8.2.2.3;C. Pflichtteilsschutz;300 8.2.2.4;D. Eingesetzte Erben;301 8.2.3;III. Erbvertrag und Testament;301 8.2.3.1;A. Allgemeines;301 8.2.3.2;B. Erbvertrag;301 8.2.3.3;C. Testament;302 8.2.4;IV. Patientenverfügung;304 8.3; 10: VORMUNDSCHAFTSRECHT;307 8.3.1;I. Allgemeines;307 8.3.2;II. Vormundschaftliche Massnahmen;309 8.3.2.1;A. Voraussetzungen;309 8.3.2.2;B. Vormundschaftliche Vertreter;314 8.3.3;III. Fürsorgerische Freiheitsentziehung (FFE);317 8.3.3.1;A. Allgemeines;317 8.3.3.2;B. Voraussetzungen;317 8.3.3.3;C. Verfahren;318 8.3.4;IV. Kindesschutzmassnahmen;321 9;FÜNFTER TEIL: SOZIALRECHT;325 9.1; 11: SOZIALVERSICHERUNGSRECHT;327 9.1.1;I. Grundlagen des Versicherungsrechts;327 9.1.1.1;A. Sozialversicherungsrecht;327 9.1.1.2;B. Privatversicherungsrecht;336 9.1.2;II. Die Invalidenversicherung (IV);337 9.1.2.1;A. Versicherte Personen;337 9.1.2.2;B. Versicherte Risiken;337 9.1.2.3;C. Versicherte Leistungen;338 9.1.2.4
;D. Finanzierung;350 9.1.2.5;E. Organisation;351 9.1.3;III. Die Krankenversicherung (KV);352 9.1.3.1;A. Versicherte Personen;352 9.1.3.2;B. Versicherte Risiken;355 9.1.3.3;C. Versicherte Leistungen;355 9.1.3.4;D. Anerkannte Leistungserbringer;365 9.1.3.5;E. Finanzierung;370 9.1.3.6;F. Organisation;372 9.1.4;IV. Die Unfallversicherung (UV);372 9.1.4.1;A. Versicherte Personen;372 9.1.4.2;B. Versicherte Risiken;373 9.1.4.3;C. Versicherte Leistungen;377 9.1.4.4;D. Finanzierung;384 9.1.4.5;E. Organisation;385 9.2; 12: SOZIALHILFERECHT;386 9.2.1;I. Begriff;386 9.2.2;II. Bedürftigkeit;388 9.2.2.1;A. Verfassungsrechtliches Existenzminimum;388 9.2.2.2;B. Kantonalrechtliches Existenzminimum;389 9.2.3;III. Leistungen;390 9.2.3.1;A. Bedarfsprinzip;390 9.2.3.2;B. Subsidiaritätsprinzip;392 9.2.3.3;C. Leistungsarten;394 9.2.4;IV. SKOS-Richtlinien;401 9.3; 13: SOZIALGESETZGEBUNG;404 9.3.1;I. Begriff;404 9.3.2;II. Opferhilfe;404 9.3.3;III. Behinderten-, Betagten- und Kinderhilfe;405 9.3.3.1;A. Allgemeines;405 9.3.3.2;B. Diskriminierungsverbot;406 9.3.3.3;C. Gleichstellungsgebot;406 9.3.3.4;D. Familienpflege von Geisteskranken;407 9.3.4;IV. Frauenhilfe;407 10;LITERATURVERZEICHNIS;409 11;RECHTSQUELLENVERZEICHNIS;417 12;INTERNETVERZEICHNIS;443 13;SACHWORTVERZEICHNIS;461


Leseprobe

10: VORMUNDSCHAFTSRECHT (S.307-308)

I. Allgemeines

Das Vormundschaftsrecht ist in Art. 360 ff. ZGB geregelt. Im Jahr 2005 soll ein neues Erwachsenenschutzgesetz in Kraft treten. Es wird das bisherige Vormundschaftsrecht ablösen. Im Rahmen der Revision des Vormundschaftsrechts hat die Expertenkommission 1998 einen Begleitbericht mit Vorentwurf für eine Änderung des ZGB (Betreuungsrecht) vorgelegt. Seit Februar 1999 bereitet eine 20-köpfige Expertenkommission die Totalrevision vor.

Die vormundschaftlichen Interventionsgründe werden im derzeit geltenden Recht in Art. 368 ff. und Art. 397a Abs. 1 ZGB aufgezählt und umfassen:

Vormundschaftliche Massnahmen haben zu erfolgen (1) bei Unmündigen, die nicht unter elterlicher Sorge stehen (vgl. Art. 368 ZGB), und bei Personen, die an (2) einer Geisteskrankheit oder Geistesschwäche (vgl. Art. 369 ZGB), (3) Verschwendung, Trunksucht, lasterhaftem Lebenswandel oder Misswirtschaft (vgl. Art. 370 ZGB) leiden, (4) zu einer Freiheitsstrafe über einem Jahr verurteilt sind (vgl. Art. 371 ZGB), (5) auf eigenes Begehren (vgl. Art. 372 ZGB) und (6) in den gesetzlich geregelten Fällen.

Beispiel:

BGE 113 II 386: Ersucht der Betroffene um die Wiedereinsetzung in die Handlungsfähigkeit, die ihm nach Massgabe von Art. 386 Abs. 2 ZGB vorsorglich entzogen worden ist, so kann die vorläufige Massnahme nur aufrechterhalten bleiben, sofern die Voraussetzungen hiefür auch im Zeitpunkt erfüllt sind, wo deren Aufhebung verlangt wird. Auch ein hängiges Entmündigungsverfahren rechtfertigt es nicht, die vorläufige Entziehung der Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten, wenn nicht dringende vormundschaftliche Geschäfte zu besorgen sind.

Eine fürsorgerische Freiheitsentziehung ist aus ähnlichen Gründen zulässig, nämlich bei Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht, anderen Suchterkrankungen oder schwerer Verwahrlosung (vgl. Art. 39
7a ff. ZGB), unterscheidet sich aber von den eigentlichen vormundschaftlichen Mass- wird nicht automatisch ein vormundschaftlicher Vertreter beigegeben. Zudem unterscheiden die beiden Verfahren sich voneinander. Während vormundschaftliche Massnahmen von der vormundschaftlichen Behörde angeordnet werden, wird eine fürsorgerische Freiheitsentziehung oft von anderen Personen, z.B. einem Arzt, verfügt.

Die vormundschaftlichen Organe sind ferner in zwei weiteren Bereichen tätig:

Sie verfügen Kindesschutzmassnahmen, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist (siehe dazu infra 10.IV). Ferner weist ihnen das kantonale Recht oft besondere Aufgaben im Rahmen der Nachlassfeststellung, -sicherung und -verwaltung sowie Erbteilung zu.

Beispiel:

125 Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EG zum ZGB) vom 02.04.1911 (ZH): Die Vormundschaftsbehörde hat sofort, nachdem sie vom Tod einer Person Kenntnis erhalten hat,von sich aus den Nachlass zu inventarisieren und nötigenfalls zu siegeln,

1. wenn ein Erbe zu bevormunden ist oder unter Vormundschaft steht (Art. 553 Ziffer 1 ZGB);

2. wenn ein Erbe dauernd und ohne Vertretung abwesend ist (Art. 553 Ziffer 2 ZGB);

3. wenn wahrscheinlich ist, dass der Erblasser keine erbberechtigten Personen hinterlässt (Art. 466 ZGB)

In schwierigen Fällen kann sie die Aufnahme des Inventars und die Siegelung beim Einzelrichter beantragen. Die Vormundschaftsbehörde beantragt auch andere zur Sicherung des Erbganges nötige Massnahmen (Art. 551 ZGB).
EAN: 9783456940427
Untertitel: Dateigröße in MByte: 2.
Verlag: Verlag Hans Huber
Erscheinungsdatum: Januar 2004
Seitenanzahl: 489 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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