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Psychologie in der Arztpraxis


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Januar 2010

Beschreibung

Beschreibung

Das Buch liefert Hinweise und Anregungen, wie niedergelassene Ärzte ihre Praxis attraktiv für Patienten gestalten können. Unter psychologischen Gesichtspunkten werden Themen wie der Umgang mit bestimmten Patientengruppen, die Kommunikation in der Praxis sowie das Erreichen von Patientenzufriedenheit behandelt. Der Erfolg einer Arztpraxis hängt weitgehend davon ab, inwieweit es dem Arzt gelingt, eine stabile, vertrauensvolle Beziehung zu seinen Patienten aufzubauen, das Praxispersonal auf die Besonderheiten der Patienten einzustimmen und die Praxis attraktiv und servicefreundlich zu gestalten. Alle diese Bereiche beinhalten psychologische Aspekte, die dieses Buch anschaulich beschreibt. Thematisiert wird der Umgang mit unterschiedlichen Patientengruppen, die auch zukünftig eine besondere Herausforderung an den behandelnden Arzt stellen dürften. Der Band gibt konkrete Empfehlungen für den Umgang mit diesen Gruppen. Dazu gehören Patienten mit unklaren Symptomatiken, Personen aus anderen Kulturkreisen und ältere Patienten. Weiterhin thematisiert das Buch Aspekte der Interaktion zwischen Arzt und Patient und erläutert Entscheidungsfindungsprozesse beim Patienten, kommunikative Prozesse und die Bedingungsfaktoren von Patientenzufriedenheit. Ebenfalls zeigt der Autor auf, mit welchen Methoden das Personal einer Praxis erfolgreich geführt werden kann. Das abschließende Kapitel gibt Hinweise, wie einzelne Aspekte einer Arztpraxis, beispielsweise Rezeption und Patienteninformationen, gestaltet werden können, um den Bedürfnissen von Patienten entgegenzukommen.

Inhaltsverzeichnis

1;Vorwort;6 2;Inhaltsverzeichnis;10 3;1 Der Arzt;14 3.1;1.1 Ethische Grundlagen des Arztberufs;14 3.2;1.2 Das Arztbild in der Öffentlichkeit;17 3.3;1.3 Sozialisation und Persönlichkeit;23 3.4;1.4 Arbeits-, Berufs- und Lebenszufriedenheit;26 3.5;1.5 Stress und Burnout;29 4;2 Die Patienten: Gesundheitszustand und Nutzung von Behandlungsangeboten;33 4.1;2.1 Daten zum Gesundheitszustand in der Bevölkerung;33 4.2;2.2 Subjektive Einschätzung des Gesundheitszustandes;36 4.3;2.3 Psychische Erkrankungen in der Bevölkerung;37 4.4;2.4 Inanspruchnahme von Arztpraxen;42 4.5;2.5 Subjektives Krankheitserleben;43 4.6;2.6 Patiententypologien;51 4.7;2.7 Trend zu alternativen Heilmethoden;53 4.8;2.8 Trend zur Selbstmedikation;64 5;3 Schwierige Patienten;66 5.1;3.1 Charakteristika von schwierigen Patienten;67 5.2;3.2 Sozial auffällige Patienten;68 5.3;3.3 Patienten mit möglichen Persönlichkeitsstörungen;69 5.4;3.4 Patienten mit somatoformen Störungen;74 5.5;3.5 Patienten mit medizinisch unerklärbaren Symptomen;79 5.6;3.6 Rezepte für Ärzte;83 6;4 Patienten aus anderen Kulturkreisen;88 6.1;4.1 Gesundheitszustand;89 6.2;4.2 Krankheitsverständnis;95 6.3;4.3 Interaktion und Vertrauen bei Patienten aus anderen Kulturkreisen;103 6.4;4.4 Ausdrucksformen von Beschwerden;107 6.5;4.5 Umgangsweisen in der ärztlichen Praxis;110 7;5 Alte Patienten;113 7.1;5.1 Gesundheitszustand;114 7.2;5.2 Medikation im Alter;118 7.3;5.3 Alter als subjektive Konstruktion;119 7.4;5.4 Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im Alter;121 7.5;5.5 Umgangsweisen mit alten Patienten in der Arztpraxis;123 7.6;5.6 Demenzielle Patienten;128 8;6 Arzt-Patient-Interaktionen: Entscheidungsfindung und Patientenzufriedenheit;134 8.1;6.1 Entscheidungsmöglichkeiten von Patienten;135 8.2;6.2 Partizipative Entscheidungsfindung;137 8.3;6.3 Prozess der Entscheidungsfindung;139 8.4;6.4 Der informierte Patient;145 8.5;6.5 Das Internet als entscheidungsvorbereitendes Medium;148 8.6;6.6 Der Patient als Kunde;152 8.7;6.7 Resultanten der I
nteraktion zwischen Arzt und Patient;156 9;7 Kommunikation zwischen Arzt und Patient;165 9.1;7.1 Ärztliches Kommunikationsverhalten;165 9.2;7.2 Studien zur Arzt-Patient-Kommunikation;167 9.3;7.3 Kommunikationstheorien und -modelle;171 9.4;7.4 Rollenbeziehungen und Kommunikation;177 9.5;7.5 Kommunikationsformen;180 9.6;7.6 Nonverbale Kommunikation;185 9.7;7.7 Fragen im ärztlichen Gespräch;191 9.8;7.8 Ansatzpunkte für eine verbesserte Arzt-Patient- Kommunikation;200 10;8 Informationsmitteilung im Gespräch;206 10.1;8.1 Verständliche Information;206 10.2;8.2 Aufklärung;212 10.3;8.3 Mitteilung ungünstiger Informationen;213 10.4;8.4 Beschwerden und Reklamationen;218 11;9 Umgang mit Placebos und Placebo-Effekten;227 11.1;9.1 Placebos;228 11.2;9.2 Neurobiologische Erklärungen;234 11.3;9.3 Psychologische Erklärungen;234 11.4;9.4 Placebos in der therapeutischen Praxis;238 12;10 Das Personal;240 12.1;10.1 Auswahl von geeignetem Personal;240 12.2;10.2 Einweisung und Integration;243 12.3;10.3 Teambildung;246 12.4;10.4 Führungssituation in der Arztpraxis;253 12.5;10.5 Teambesprechungen;264 13;11 Die Praxis;268 13.1;11.1 Die Praxis aus Sicht des Praxisinhabers und der Patienten;268 13.2;11.2 Die Rezeption;273 13.3;11.3 Das Wartezimmer und das Warten;277 13.4;11.4 Darstellung der Praxis;283 13.5;11.5 Orientierung am Konzept des Qualitätsmanagements;288 13.6;11.6 Orientierung der Praxis am Corporate-Identity-Konzept;289 14;Literatur;295 15;Sachwortregister;317


Leseprobe

"8 Informationsmitteilung im Gespräch (S. 205-206)

Die schon mehrfach genannte Kritik von Patienten an ärztlichem Kommunikationsverhalten hat mehrere Aspekte: Zum einen bezieht sie sich auf die Verständlichkeit medizinischer Information, insbesondere zur Medikation, aber auch zu Diagnosen, die für den Patienten schwer zu verstehen bzw. zu verarbeiten sind. Zum anderen zielt sie auf das mit solchen Informationen verbundene Einfühlungsvermögen des Arztes ab. Drittens, und dies dürfte zunehmend relevanter für die Patientenzufriedenheit bzw. für die Qualitätssicherung in der Arztpraxis werden, bezieht sie sich häufig auf die Rahmen - bedingungen der eigentlichen ärztlichen Behandlung. Der erste und der zweite Aspekt werden im Folgenden im Zusammenhang erläutert, der dritte Aspekt wird noch einmal gesondert dargestellt.

8.1 Verständliche Information

Verstehen ist ein kognitiver Prozess, der sich beim Empfänger einer Information (hier also dem Patienten) einstellt. Dabei geht es nicht darum, ob der Sender (hier der Arzt) die Information versteht. Entscheidend ist dabei immer, dass eine Information beim Empfänger „ankommt“ und nicht, dass man diese als Arzt „loswird“. Verständlichkeit stellt sich manchmal erst nach einer gewissen Zeit der Interpretation und Einordnung ein, die dem Empfänger gelassen werden muss, damit dieser Prozess nicht durch vorschnelle Folgeinformationen gestört wird. Die Einordnung kann schließlich erleichtert werden, indem ein Thema, Stichwort oder Erinnerung vor Beginn der Information aufgerufen wird. Im Zweifel sollte ein Arzt sich erinnern, wie er selbst am besten Informa - tionen aufgenommen und verarbeitet hat.

8.1.1 Herstellen von Verständlichkeit

Es gibt eine Reihe von Verständli
chkeitsfehlern, die auch in ärztlichen Beratungs- und Aufklärungsgesprächen sichtbar werden und die man mehr oder weniger leicht vermeiden kann (Hoefert, 2008): – Kommunikationsbereitschaft: Als Arzt, der ein Diagnose- oder Aufklärungsgespräch durchführen will, kann man deutlich signalisieren, dass man für ein Gespräch mit dem Patienten bereit ist (Empfang, Platzierung, Aufnahme von Blickkontakt, zugewandte Körperhaltung, einleitende, eventuell „atmosphärische“ Bemerkungen, bereit liegende Unterlagen usw.).

Umgekehrt kann man aber auch Gleichgültigkeit signalisieren (abgewandte Körperhaltung, Konzentration auf andere Vorgänge, Wartenlassen des bereits sitzenden Patienten, Blättern in der Krankenakte, unpersönliche Ansprache usw.). – Verwendung von Fachbegriffen: In der medizinischen Fachsprache, wie sie unter Fachkollegen verwendet wird und dort zur Eindeutigkeit beiträgt, sind viele Latinismen, zunehmend auch Anglizismen üblich, für die es auch deutsche Begriffe gibt. Im Zweifel sollten immer die deutschen Begriffe bevorzugt verwendet werden, können aber je nach Vorbildung des Patienten durch Fachbegriffe ergänzt werden."
EAN: 9783840921919
Untertitel: Dateigröße in MByte: 1.
Verlag: Hogrefe Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 2010
Seitenanzahl: 319 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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