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Jäger des verlorenen Zeitgeists

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März 2013

Beschreibung

Beschreibung

Leben Sie noch? Oder nostalgieren Sie schon? Wie Indiana Jones auf der Jagd nach dem heiligen Gral, ist Frank Jöricke dem Zeitgeist auf der Spur. Der Autor des erfolgreichen Debüts, "Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage", jagt unser aller Lebensgefühl. Dieses Sachbuch ist eigentlich eine Fortsetzung seines Erfolgsromans mit anderen Mitteln. Wieder nimmt uns Werbetexter, Bad-Taste-Dj und Autor Frank Jöricke mit auf eine ebenso kurzweilige wie erhellende Tour durch die jüngere Populärkulturgeschichte der Bundesrepublik. Er erklärt, dass früher nicht alles besser, aber vieles anders war. Und warum Grönemeyers Frage, "Wann ist ein Mann ein Mann?", noch immer nicht beantwortet ist. Warum es die Frauen auch nicht leichter haben. Und wie es mental um die heute Dreißig-, Vierzig- und Fünfzigjährigen steht. Höchste Zeit, sich die 70er, 80er, 90er und 00er Jahre mal näher anzuschauen. Und die Gegenwart gleich mit. Denn die Welt ist ziemlich kompliziert geworden. Kaum einer blickt noch durch. Einer schon: Frank Jöricke begibt sich in den Dschungel von Vergangenheit und Gegenwart, rodet die Nostalgie und stürzt sich in die Untiefen der Popkultur. Greift, wenn es sein muss, zur Peitsche und legt mit spitzer Feder reihenweise Wahrheiten frei: Warum Michael Jackson ein Revolutionär war, warum die 80er eine Lüge sind und warum das mit der Liebe so schwierig geworden ist.

Innenansichten

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Portrait

Seine Tätigkeit als Werbetexter hat Frank Jöricke (*1967) aus Trier nicht geschadet. Im Gegenteil, zeichnet sich doch seine Sprache durch ihre Treffsicherheit und lebendige Fabulierkunst aus. Erweitert um den Blick des Texters, der schon von Berufs wegen immer ein genaues Sensorium für die kleinen und großen Widersprüche des Lebens haben muss, verfällt er dennoch nicht dem Zynismus oder der Verklärung. Dies ist wohl weniger der neuen Ernsthaftigkeit als dem nostalgischen Wohlwollen zu verdanken, das einen erfasst, wenn die eigene Jugend- und Adoleszenszeit langsam aber sicher zu Geschichte wird. Frank Jöricke hat sie aufgeschrieben. Mit einem Auszug aus seinem Roman "Mein liebestoller Onkel ..." zog er bis ins Finale des Poetry Slams in Trier; Jürgen von der Lippe und Ingo Naujoks gefiel der Roman so gut, dass Ingo Naujoks das Hörbuch eingelesen hat. Im populären Sachbuch "Jäger des verlorenen Zeitgeists" stellt er seine Fähigkeiten als Zeitgeistinterpret fundiert und kurzweilig erneut unter Beweis. Außerdem gilt Jöricke als der Entdecker von Guildo Horn, arbeitet nebenbei als Bad-Taste- und Ü-30-DJ, ist Ex-Fußballschiedsrichter und manischer Blutspender (75 x in 19 Jahren) - dabei sind seine Bücher alles andere als anämisch!

Leseprobe

Lebst du noch oder nostalgierst du schon?
Vorwort
Opa schloss 1945 mit dem Leben ab. Dabei hatte er den Zweiten Weltkrieg erfolgreich überstanden. Alle Kugeln und Kanonen der Alliierten hatten ihm nichts anhaben können. Und dennoch muss er entscheidend getroffen worden sein. Denn mit Kriegsende hörte er auf, sich für die Gegenwart zu interessieren. Adenauer und Erhard waren ihm ebenso egal wie Lennon und McCartney. Und was er von Rudi Dutschke und den "langhaarigen Bombenlegern" hielt, fragte ich ihn besser erst gar nicht.
Opa war keine Ausnahme. Für meinen Mathelehrer, einen Alt-68er, endete der Weltenlauf mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Willy Brandt. Über die Nachrüstung und die Machtergreifung Helmut Kohls ist er nie hinweggekommen. Wie so viele Menschen verstand er nicht, dass der Zeitgeist sich gedreht hatte.
Und wie ist es um die heute Dreißig-, Vierzig-, Fünfzigjährigen bestellt? Die Generation Revival. Menschen, die bei Tears For Fears Tränen der Rührung vergießen und bei Nostalgieanfällen Dr. Alban konsultieren? Höchste Zeit, sich die 70er, 80er, 90er und 00er Jahre mal ein wenig näher anzuschauen. Und die Gegenwart gleich mit.
Dieses Buch handelt vom Zeitgeist. Davon, dass früher zwar nicht alles besser, aber vieles anders war. Und davon, warum die Gegenwart so ist, wie sie ist. Warum wir zwischen Facebook und Vampirfilmen die Orientierung verlieren. Warum Grönemeyers Frage, "Wann ist ein Mann ein Mann?", noch immer nicht beantwortet ist und warum es die Frauen auch nicht leichter haben.
Es ist nicht immer einfach, den Zeitgeist zu entdecken. Dieser findet sich nämlich nicht nur in den Partner- und Bumsbörsen des Internet oder in den Latte Macchiato-Bars der "Kreativen". Oft versteckt er sich dort, wo man ihn nicht vermutet. Zum Beispiel bei Krimidinnern, Ukulelenorchesterkonzerten oder Länderspielen der deutschen Nationalelf/- schon Sepp Herberger wusste: "Die Wahrheit ist auf
dem Platz."
Viel Spaß also mit der Wahrheit und der ein oder anderen gut frisierten Lebenslüge. Die gehört zum Zeitgeist nämlich seit jeher dazu.
Früher war alles besser?
Ein Streifzug durch die letzten Jahrzehnte
Die 80er/- das verlorene Jahrzehnt
Ständig werden die 80er abgefeiert/- warum eigentlich?
Je weiter die 80er Jahre zurückliegen, desto großartiger erscheinen sie vielen/- höchste Zeit für eine Richtigstellung.
Irgendwas muss schiefgelaufen sein in der Gegenwart: Depeche Mode beschallen immer noch die Großraumhallen der Welt, Michael Jackson verkauft als Toter mehr Alben als die meisten Lebenden, und unlängst ist die gefühlte 17. Best-of-Zusammenstellung von Frankie Goes To Hollywood erschienen/- bemerkenswert für eine Band, die nur zwei reguläre Platten veröffentlicht hat.
Sagte ich "Platten"? Es muss natürlich CDs heißen. Zu den technischen Neuerungen, die uns die 80er brachten, gehören auch jene kleinen Scheiben, die Musikredakteure seinerzeit gern als "Silberlinge" bezeichneten/- ein gewagter Begriff für ein Produkt, dessen Herstellungskosten bei unter 10 Cent liegen, und dennoch passend zu einem Jahrzehnt, das um große hohle Worte nie verlegen war.
Dafür sorgten schon die Wanderprediger der Sekten BAP und U2, Wolfgang Niedecken und Bono Vox. Junge Menschen, die sich von den Amtskirchen abgewandt hatten, suchten ihr Heil bei selbst ernannten Messiassen, die zwar kein Wasser in Wein verwandeln konnten, aber Phrasen in Gold.
Bloß verkündeten Bono und Niedecken keine frohe Botschaft
EAN: 9783932927621
Untertitel: Frank Jöricke erklärt die Welt.
Verlag: Solibro Verlag
Erscheinungsdatum: März 2013
Seitenanzahl: 224 Seiten
Format: epub eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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