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Lucrezia Borgia

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November 2015

Beschreibung

Beschreibung

Enthält Band 1 und 2. Nach Urkunden und Correspondenzen ihrer eigenen Zeit. Diese Studie über "die unseligste Frauengestalt der modernen Geschichte" war das letzte, in Rom entstandenen Buch von Gregorovius. Er hatte eine ganze Reihe bisher unbekannter Briefe und Dokumente in den Archiven entdeckt, die es ihm erlaubten, ein schonendes Urteil über diese zwielichtige Gestalt auszusprechen. "Lucrezia Borgia ist die unseligste Frauengestalt der modernen Geschichte. Ist sie das, weil sie auch die schuldigste der Frauen war? Oder ist sie es nur, weil sie einen Fluch tragen muß, mit dem sie die Welt aus Irrtum belegt hat? Denn diese liebt es, die menschlichen Tugenden wie die menschlichen Laster in typischen Persönlichkeiten anzuschauen, mögen solche der Mythe oder der Geschichte angehören. Jene Fragen sind noch zu entscheiden. Die Borgia werden lange die Untersuchung des Geschichtsschreibers und des Psychologen reizen. Ein geistreicher Freund fragte mich eines Tags, wodurch es sich erkläre, daß alles was Alexander den VI. und Cesar Borgia und Lucrezia Borgia betrifft, daß jede Tatsache aus ihrem Leben, daß jeder neu entdeckte Brief des einen oder des anderen, unsere Neugierde lebhafter aufregt als Ähnliches, was von manchen anderen, viel bedeutenderen Charakteren der Geschichte uns überliefert wird. Ich weiß keine bessere Erklärung dafür, als diese: für die Borgia ist der beständige Hintergrund die christliche Kirche; sie kommen aus ihm hervor, sie bleiben auf ihm stehen, und der grelle Widerspruch ihres Wesens zum Heiligen macht sie dämonisch. Die Borgia sind die Satire auf eine ganze große Form oder Vorstellung kirchlicher Welt, welche sie zerstören oder verneinen. Auf hohen Postamenten stehen ihre Gestalten, und ihre Angesichter streift stets das Licht des christlichen Ideals. In diesem sehen und erkennen wir sie. Die sittliche Empfindung ihrer Taten gelangt an uns immer durch ein Medium, welches mit religiösen Vorstellungen durchdrungen ist. Ohne alles dies würden die Borgia, auf einem nur profanen Lokal, unter die Linie vieler anderer Menschen ihrer Natur herabsinken, und bald aufhören, mehr zu sein, als Einzelnamen einer großen Gattung. Es gibt eine Geschichte Alexanders VI. und Cesars: von Lucrezia Borgia gibt es kaum mehr als eine Legende. Nach ihr ist sie eine Mänade, welche in der einen Hand die Giftphiole, in der anderen den Dolch trägt. Und zugleich hat dieses furienhafte Wesen die sanften und schönen Züge einer Grazie. Als ein moralisches Monstrum hat sie Victor Hugo dargestellt; so geht sie noch heute über die Opernbühnen Europas, und so faßt sie das Vorstellen der Menschen im allgemeinen auf. (.) Die Kritik der Lucrezia-Legende konnte am besten in denjenigen Orten gegeben werden, welche die meisten Erinnerungen und Urkunden aus dem Leben dieser Frau bewahren: diese Orte sind Rom und Ferrara, ferner Modena, wo sich das Archiv der Este, und Mantua, wo sich das Archiv der Gonzaga befindet. Gelegentliche Abhandlungen zeigten, daß die angeregte Frage fortlebte und eine Lösung verlangte." (.) (Aus der Einleitung) Gregorovios Monographie über Lukrezia Borgia, gibt eine solche Fülle von Urkunden und Briefen der Zeit, daß unter und neben den auch wohl hier vorhandenen gefährlichen Hilfkonstruktionen, die Fülle des unmittelbaren Lebens sichtbar und ruchbar wird. Der Hauptreiz an der Blut- und Verbrechergeschichte in Rom und Ferrara bildet der beständige Hintergrund der christlichen Kirche. Die Gestalten "kommen aus ihm hervor, sie bleiben auf ihm stehen, und der grelle Widerspruch ihres Wesens zum Heiligen macht sie dämonisch. Die Borgia sind die Satire auf eine ganz große Form oder Vorstellung kirchlicher Welt, welche sie zerstören oder verneinen.
EAN: 9783959800075
Verlag: Reese Verlag
Erscheinungsdatum: November 2015
Seitenanzahl: 300 Seiten
Format: epub eBook
Kopierschutz: Keiner
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