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Erfolg in der massenmedialen Sportpräsentation


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Dezember 2007

Beschreibung

Beschreibung

Christian Stahl zeigt, dass die Nutzungshäufigkeit von Kommunikationskanälen nur eingeschränkt dazu geeignet ist, den Erfolg von Sportpräsentationen zu belegen. Er weist die Legitimität der normativen Vorgaben des Rundfunkrechtes nach und überprüft die Geltung dieser Normen für die Präsentation der 28. Olympischen Sommerspiele 2004.

Inhaltsverzeichnis

Sport und Massenmedien

Der Mediensport

Der Sport als Träger kommunikativer Handlungskoordination

Erfolg als theoriegeleitete Kategorie

Zur erfolgreichen massenmedialen Präsentation eines Weltsportereignisses

Explikation projektrelevanter Erfolgsfaktoren

Die massenmediale Präsentation der Olympischen Spiele 2004

Portrait

Dr. Christian Stahl promovierte bei Prof. Dr. Klaus-Peter Brinkhoff am Institut für Sportwissenschaft der Universität Stuttgart. Er ist dort wissenschaftlicher Angestellter.

Leseprobe

1 Einleitung (S. 1)

Der Konsum von massenmedial verbreiteten Informationen hat sich in unserer Gesellschaft zu einer alltäglichen, fast schon andauernden Verhaltensform entwickelt. Wie selbstverständlich werden das Fernsehen, das Radio, die Tageszeitung oder die Zeitschrift genutzt, um sich zu informieren und zu unterhalten. Diese Normalität der massenmedialen Mediennutzung ist ein zentrales gesellschaftliches Gut, das durch die Rechtsprechung gesichert wird. Die Moglichkeit der Inanspruchnahme eines auf Freiheit und Unabhängigkeit beruhenden Rundfunks ist ein zentrales Konstitutionsmerkmal moderner Gesellschaften.

Der hohe Stellenwert der Massenmedien in unserem gesellschaftlichen System ist zudem mit einer nicht unerheblichen Brisanz verbunden. Kein anderer Kommunikationskanal ermöglicht es den Kommunikatoren ihre Ansprechpartner direkt in ihrer Privatsphäre anzusprechen: Die Zeitung liegt auf dem Frühstuckstisch, der Fernseher wird zum zentralen Punkt des Wohnzimmers und das Mobiltelefon tragen wir zu allen Anlässen in unserer Jacken- oder Hosentasche.

Die Möglichkeit, ständig über die aktuellen Geschehnisse auf der Welt informiert zu sein, steht im ambivalenten Sinne der Gefahr gegenüber, den Informationen gar nicht mehr entgehen zu können. Dieser Prozess ist offenbar die Antriebsfeder für die Entwicklungsdynamik der Informationsgesellschaft: Mit dem Erlangen von Informationen und Wissen eröffnen sich dem Informationsempfänger nur noch mehr Interessen, die ihm erst gar nicht zugänglich gewesen sind. Diese werden durch neue Informationen gedeckt, die aber wiederum auf der nächsten Ebene neue Informations- und Wissensbedürfhisse erzeugen (Munch, 1992).

Die Beschleunigung der Spirale von zunehmender Information und Kommunikation wird nicht unwesentlich durch neue technologische Entwicklungen initiiert. Sie schaffen die Bedingungen, durch neue Übertragungs- und Empfangstechnologien immer detaillierte
r Informationen aus allen Winkeln der Erde hochaktuell zu empfangen. Die neuen Technologien ermöglichen dem Empfänger aber auch aus einem Pool von Nachrichten aktiv auszuwählen.

Der Kommunikationskanal des Internets überlasst es dabei ganz und gar dem Konsumenten, die für ihn relevanten Informationen aus einem umfassenden Informationsangebot zu selektieren. Das World Wide Web (www) präsentiert ein nahezu grenzenloses Angebot, das sich gerade deshalb konstituieren kann, weil es keine beziehungsweise nur geringe preisliche Eintrittsbarrieren für die Erstellung eines Angebots gibt. Der bisher am häufigsten genutzte Informationslieferant - der Rundfunk, einschließlich Horfunk und Fernsehen - bewegt sich hingegen auf einem deutlich stärker reglementierten Markt.

Es werden zum Teil erhebliche Preise für die Rechte an Informations- und Unterhaltungsinhalten gezahlt, die dann über ihren Absatzmarkt wieder refinanziert werden müssen. Zunehmende Konkurrenz lässt die Bemühungen der Aufmerksamkeitsgenerierung explodieren, so dass der Konsument neben der eigentlichen Information von Sendehinweisen und Trailern uberschüttet wird. Es ist schon erstaunlich und es zeugt von einer höhen Ökonomieglaubigkeit, dass sich die politische Führung der Bundesrepublik Deutschland in den 1980iger-Jahren dazu durchgerungen hat, das Modell eines ökonomisch weitgehend unabhängigen - weil öffentlichen - Rundfunks zugunsten einer dominanten Rolle des Marktes im Rundfunksystem aufzugeben.

Ebenso erstaunlich ist es, dass mit dieser Maßnahme eine erhebliche Ausweitung der Vielfalt der massenmedialen Inhalte initiiert werden sollte. Vor dem Hintergrund des Gegenstands des Sports als massenmedial transportiertes Gut muss festgehalten werden, dass mit der Ökonomisierung des Rundfunks zumindest im Bezug auf den Umfang der Berichterstattung von sportlichen Ereignissen tatsächlich eine deutliche Expansion zu konstatieren ist (Burk &, Digel, 2002).

Die grundlegende Feststellun
g, dass der Sport im Allgemeinen zum Profiteur der Liberalisierung des Rundfunkmarkts erwachsen konnte, bedarf jedoch einer weiterreichenden Analyse. Denn es kann zumindest vermutet werden, dass sich die Auswahlkriterien der Rundfunkanstalten und der Medienunternehmen lediglich dahin verschoben haben, dass die Inhalte Relevanz erhalten, die eine relativ schnelle Refinanzierung versprechen.
EAN: 9783835091504
Untertitel: Die 28. Olympischen Sommerspiele als Produkt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. 2006. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 14.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: Dezember 2007
Seitenanzahl: xi253
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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