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Kernkompetenzen im Gashandel

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November 2007

Beschreibung

Beschreibung

Mit der vorliegenden Arbeit ist es dem Autor Benjamin Viertel gelungen, Beiträge zum ressourcenorientierten Ansatz, zum Kernkompetenzansatz und zur Theorie dynamischer Fähigkeiten in eine konsistente Ordnung zu bringen. Weiterhin trägt er allgemeine Grundlagen zum Erdgas und Rahmenbedingungen der Gaswirtschaft in einer Kombination von wirtschaftlichen Aspekten einerseits und Liberalisierungsbemühungen auf europäischer und deutscher Ebene andererseits zusammen. Somit verschafft er einen Überblick über die Entwicklung der Gaswirtschaft von einer Monopolindustrie hin zu einer marktwirtschaftlichen Ordnung und Preisbildung aufgrund von Angebot und Nachfrage und verdeutlicht auch die politisch-wirtschaftliche Dimension der Interessenskonflikte und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Etablierung von Wettbewerb. Gleichzeitig gibt er Ausblicke auf die Veränderungen durch den Liberalisierungsprozess. Auf dieser Basis stellt er Unternehmensprozesse einer Gashandelseinheit dar, wobei rechtliche Vorschriften einerseits und das Modell zum wichtigen Infrastrukturzugang andererseits Beachtung finden. Die empirische Analyse von Kernkompetenzen im Gashandel anhand von 12 Interviews in 5 deutschen Gashandelsunternehmen liefert interessante Erkenntnisse über den Stand der liberalisierten deutschen Gaswirtschaft und die Einschätzungen von Mitarbeitern zu besonders einzigartigen, stark integrierten und strategisch flexiblen Fähigkeiten. Das Werk schließt mit der Zusammenfassung von Kernkompetenzen und einer Systematisierung von Gashandelsunternehmen nach ihrer strategischen Konzentration.

Inhaltsverzeichnis

1;Inhaltsverzeichnis;3 2;Abbildungsverzeichnis;6 3;Abkürzungsverzeichnis;7 4;1 Aufbau der Arbeit;11 5;2 Theoretische Grundlagen desKernkompetenzgedankens;14 5.1;2.1 Überblick;14 5.2;2.2 Liberalisierter Gashandel ausRessourcenperspektive;14 5.3;2.3 Ressourcenbegriffe in der wissenschaftlichenLiteratur;16 5.4;2.4 Kompetenzorientierung als handlungsbezogeneErweiterung;18 5.5;2.5 Kernkompetenzen sind strategische Optionen;21 5.6;2.6 Dynamische Fähigkeiten als Anwendung desressourcenorientierten Ansatzes in dynamischenMärkten;24 5.7;2.7 Theoretischer Bezugsrahmen für dieIdentifikation von Kernkompetenzen imliberalisierten Gashandel;26 5.7.1;2.7.1 Definitionen: Ressourcen, Fähigkeiten, Kernkompetenzen;26 5.7.2;2.7.2 Prozess und Arbeitsschritte zur Identifikation vonKernkompetenzen;28 5.8;2.8 Ausblick auf die empirische Analyse;30 6;3 Strukturelle und rechtlicheRahmenbedingungen derErdgasmärkte;32 6.1;3.1 Einleitung;32 6.2;3.2 Charakteristika und Bedeutung desEnergieträgers Erdgas;33 6.3;3.3 Die Wertschöpfungskette der Gaswirtschaft;34 6.3.1;3.3.1 Produktion;34 6.3.2;3.3.2 Transport;35 6.3.3;3.3.3 Speicherung;36 6.3.4;3.3.4 Verteilung;36 6.4;3.4 Wirtschaftliche Struktur der deutschenGaswirtschaft;37 6.4.1;3.4.1 Überblick;37 6.4.2;3.4.2 Struktur der Produktionsstufe;39 6.4.3;3.4.3 Struktur der Import- und Ferngasstufe;39 6.4.4;3.4.4 Regionalgasstufe;41 6.4.5;3.4.5 Ortsgasstufe;42 6.4.6;3.4.6 Endverbraucher;43 6.5;3.5 Die Liberalisierung der europäischenErdgasmärkte;44 6.5.1;3.5.1 Hohe Versorgungssicherheit bei monopolistischerPreisbildung;44 6.5.2;3.5.2 Entstehung der Idee eines Energiebinnenmarktes;45 6.5.3;3.5.3 Beschleunigungsrichtlinie Erdgas &EU-Netzzugangsverordnung;48 6.5.4;3.5.4 Gashandelsplätze in Europa;49 6.6;3.6 Umsetzung der europäischen Richtlinien inDeutschland;52 6.6.1;3.6.1 Verbändevereinbarungen der Gaswirtschaft;52 6.6.2;3.6.2 Kritik am deutschen Sonderweg;54 6.6.3;3.6.3 Vom verhandelten zum regulierten Netzzugang;55 6.6.4;3.6.4 Aktuelle Probleme der lang
fristigen Gaslieferverträge;57 6.6.5;3.6.5 Zwischenfazit zu den Liberalisierungsbemühungen;57 6.6.6;3.6.6 Gaspreisbildung und tatsächliche Kostenstruktur inDeutschland;59 6.7;3.7 Auswirkungen der Liberalisierung;61 6.7.1;3.7.1 Anpassung der Unternehmensstrukturen;61 6.7.2;3.7.3 Bemühen um die Versorgungssicherheit;63 6.7.3;3.7.4 Entwicklung des Gaspreises;64 6.8;3.8 Zusammenfassung;65 7;4 Unternehmensfunktionen undProzesse im liberalisiertenGashandel;66 7.1;4.1 Hinführung;66 7.2;4.2 Aufbau und Organisation von Handelseinheiten;67 7.2.1;4.2.1 Allgemeiner Handelsrahmen für Handelsunternehmen;68 7.2.2;4.2.2 Spezieller Rechtsrahmen für bestimmte Handelsgeschäfte;68 7.2.3;4.2.3 Rechnungslegungsvorschriften;69 7.2.4;4.2.4 Die Rolle des Eigenhandels in europäischenEnergieunternehmen;70 7.2.5;4.2.5 Aufgaben, Pflichten, Rechte & Limitierungen des frontoffice;71 7.2.6;4.2.6 Die Unterstützungsfunktionen: middle office back office IT;72 7.2.7;4.2.7 Risikocontrolling und Organisation;74 7.2.8;4.2.8 Kreditrisikomanagement;75 7.2.9;4.2.9 Der Einfluss des Werpapierhandelsgesetzes auf denEnergiehandel;76 7.3;4.3 Netzzugang im liberalisierten deutschenGasmarkt;77 7.3.1;4.3.1 Das Entry-Exit-System im Basismodell derBundesnetzagentur;77 7.3.2;4.3.2 Aufteilung der Marktgebiete;79 7.3.3;4.3.3 Klärungsbedürftige Punkte im Basismodell;81 7.3.4;4.3.4 Das Vertragspaket der GEODE;82 7.4;4.4 Umsetzung des Basismodells derBundesnetzagentur;82 7.4.1;4.4.1 Bilanzkreis und virtueller Handelspunkt;83 7.4.2;4.4.2 Bilanzkreiskoordinierung;84 7.4.3;4.4.3 Transporte innerhalb eines Marktgebietes;85 7.4.4;4.4.4 Marktgebietsüberschreitender Transport;86 7.4.5;4.4.5 Lieferantenwechsel;87 7.4.6;4.4.6 Einbindung von Gasspeichern;88 7.4.7;4.4.7 Lieferverträge und EFET-Rahmenverträge für physischenHandel;89 7.4.8;4.4.8 Die Aufteilung des deutschen Gashandelsgebietes;90 7.4.9;4.4.9 Handlungsempfehlungen für die Umsetzung desBasismodells;93 8;5 Theoriegeleitete empirischeAbleitung von Kernkompetenzenim liberali
sierten Gashandel;95 8.1;5.1 Erläuterung des Vorgehens;95 8.2;5.2 Allgemeine Ergebnisse;97 8.3;5.3 Anonymisierte beispielhafte Darstellung vonempirischen Ergebnissen;98 8.3.1;5.3.1 Unternehmen A;98 8.3.2;5.3.2 Unternehmen B;99 8.3.3;5.3.3 Unternehmen C;101 8.4;5.4 Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel;102 9;6 Abschluss und kritischeWürdigung der Übertragbarkeitdes Kernkompetenzansatzes aufden liberalisierten Gashandel;106 10;Anhang;108 11;Literaturverzeichnis;111


Portrait

Benjamin Viertel wurde 1981 in Annaberg-Buchholz geboren und studierte nach Abitur und Zivildienst von 2001 bis 2007 an der TU Chemnitz Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Controlling und Innovationsforschung sowie Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Intellectual Property Rights. Neben dem theoretischen Studium absolvierte er Praktika im Stromhandel bei enviaM sowie im der Vertriebsorganisation von DaimlerChrysler in Berlin und arbeitete unter anderem in der Abteilung Finanzierungs- und Fördermittelberatung der Chemnitzer Wirtschaftsförderung, im Sonderforschungsbereich "Netzwerke" an der TU Chemnitz und bei der Insolvenzkanzlei hww wienberg wilhelm als Verantwortlicher für Anfechtungsansprüche im Insolvenzgutachten. Seine Seminararbeit über "Werttreiber im Stromhandel" von 2005 ist ebenso als Buch erschienen.

Leseprobe

Kapitel 3.2, Charakteristika und Bedeutung des Energieträgers Erdgas:

Erdgas ist leitungsgebunden, muss also am Ort seiner Quelle gefördert und zum Verbraucher transportiert werden. Für den Ferntransport von Erdgas sind daher Hochdruckröhrenleitungen (pipelines) oder Schiffe erforderlich. Für den Schifftransport per liquefied natural gas (LNG) wird das Gas verflüssigt, wozu etwa 1/4 der transportierten Energie aufgewendet werden muss.90 Gas ist im Gegensatz zu Strom speicherbar, wodurch ein Ausgleich von Bedarfsschwankungen möglich wird. Daher müssen Transportnetz und Produktionsinfrastruktur nicht an der maximalen Nachfrage ausgerichtet werden. Gas weist im Vergleich zu Erdöl und Kohle einen extrem niedrigen CO2-Gehalt auf und ist damit vor dem Hintergrund von Zertifikatehandel und CO2-Beschränkungen besonders attraktiv. Es wird überwiegend für Heizzwecke, zur Erzeugung von Prozesswärme in der industriellen Produktion und zur Stromerzeugung eingesetzt. Für Gas existiert kein einheitlicher Weltmarkt, da sich aufgrund der vergleichsweise hohen

Transportkosten lediglich regionale Märkte entwickelt haben.

Das Zeitalter der kommerziellen Nutzung von Erdgas in Europa wurde 1959 durch die Entdeckung riesiger Erdgasvorkommen vor der niederländischen Küste eingeleitet. Daneben sind die europäischen Staaten mit Hilfe von Tankschiffen mit flüssigem Erdgas versorgt worden. Seitdem ist der Anteil von Erdgas an der Primärenergieversorgung sehr stark angestiegen. Vor allem die Ölkrise 1973 begünstigte den Erdgasverbrauch in Europa, was zur Folge hatte, dass man bis Ende des Jahrzehnts aus elf Nationen Gas importierte. Die Sowjetunion wurde zum größten Lieferanten für Zentraleuropa und bereits vor dem Mauerfall ebenso für Westeuropa. Seit Mitte der 1990er Jahre sind alle EU-Staaten in das europäische Gasnetz integriert. Der größte Anteil von Gas am Primärenergieverbrauch ist mit knapp 50% in den Niederlanden zu finden. Aber auch Großbritann
ien und Italien sind weitere bedeutende Gasmärkte.98 In Deutschland hat in den letzten Jahren ein starkes Wachstum des Gasanteils am Primärenergieverbrauch stattgefunden, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Stromerzeugung auf Erdgasbasis ausgeweitet wird und Privathaushalte immer stärker Erdgas einsetzen.

Kapitel 3.3, Die Wertschöpfungskette der Gaswirtschaft:

Kapitel 3.3.1, Produktion:

DieWertschöpfungskette der Gaswirtschaft besteht aus den Bereichen Produktion, Ferntransport, Speicherung und Verteilung. Außerdem findet auf jeder Stufe des Wertschöpfungsprozesses Handel mit Gas statt. Zur Produktion gehören die Exploration, das Aufsuchen der Gaslagerstätten und der Aufbau eines oft kilometerlangen Pipelinenetzes, um Gas aus den Förderanlagen zu den Weiterverarbeitungsfabriken bzw. zur Transportpipeline zu führen. Unter Gastransport wird die Beförderung des Energieträgers von den Weiterverarbeitungsanlagen in die Absatzgebiete vor allem durch Pipelines, aber auch mittels Schiffen, verstanden.102 Fernversorgungsunternehmen leiten das Gas danach an regionale und kommunale Versorgungsunternehmen weiter. Bei der Beförderung des Erdgases von der Quelle zum Verbraucher kann zwischen dem Transport über weite Strecken und der (End-) Verteilung an die Verbraucher unterschieden werden. Damit eng verbunden ist die Erdgasspeicherung, die für einen Ausgleich der Bedarfsschwankungen.

Kapitel 3.3.2, Transport:

Ein wichtiger Bereich des Erdgastransports ist der Ferngastransport, der grenzüberschreitende Gaslieferungen, sowie nationale Langstreckentransporte einschließt. Er kann durch Hochdruckpipelines oder mittels Verschiffung von verflüssigtem Erdgas erfolgen. Für Deutschland spielt die LNG-Verschiffung aufgrund der zentralen Lage bezüglich der wichtigsten Förderländer eine geringe Rolle, weshalb in Deutschland noch keine LNG-Anlandeterminals errichtet wurden.107 Die Internationalisierung des Erdgasbezuges in Europa mit s
einem weitverzweigten Pipelinenetz sowie den LNG-Anlandeterminals und gemeinsam gestaltete Importprojekte mindern die Risiken für einzelne Unternehmen und erhöhen die Versorgungssicherheit.

Das Netz verbindet die europäischen Staaten untereinander und mit den Förderregionen auf dem europäischen Festland, in der Nordsee, in Russland und in Nordafrika. Das deutsche Netz ist fest in diesen Verbund integriert. Um die Versorgungssicherheit in Europa weiter zu gewährleisten, werden neue Gasleitungen gebaut. Das Bindeglied zwischen Ferntransportsystemen und der Verteilung an die Verbraucher stellen Hochdruckleitungen dar, aus denen Großverbraucher teilweise direkt beziehen können. Verdichterstationen, die sich am Streckennetz befinden, gleichen den über große Strecken auftretenden Druckabfall aus. Das Gasleitungssystem stellt gleichzeitig einen natürlichen Speicher dar, dessen Befüllungsgrad vom Betriebsdruck abhängt. Um ihn konstant zu halten, müssen die Bedarfsmengen zwischen Händlern, Netzbetreibern und Einspeisern gut abgestimmt werden.
EAN: 9783836604192
Untertitel: Ansätze einer Übertragung des Konzeptes auf den Gashandel nach der Liberalisierung. Dateigröße in MByte: 7.
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: November 2007
Seitenanzahl: 126 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Keiner
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