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Herzanzünder

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April 2015

Beschreibung

Beschreibung

Dem Schrecken mit Fantasie begegnen Eine Kindheit im alten Schwabing, das hört sich nach Idylle an, insbesondere wenn man in familiärer Geborgenheit aufwächst. Die Idylle gab es: das Stadtviertel als Abenteuerspielplatz, der abendliche Auslauf, wenn man den Auftrag bekam, ein Bier für den Vater zu holen, der Familienpfiff. Doch es kamen die Nächte voller Todesangst im Luftschutzkeller, der Anblick der Ruinen, wenn man wieder herausgekrochen war, dann die Evakuierung aufs Land, wo die Stadtleute nicht willkommen waren, wo Außenseiter schikaniert oder auch einfach nach Strich und Faden verprügelt wurden.Ali Mitgutsch, Jahrgang 1935, ist solch ein Kriegskind. Damals hat ihm die Fantasie geholfen, später kam der Humor dazu. Er blickt zurück auf seine Erfahrungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Wie in einem Wimmelbild sind in diesem berührenden Lebensrückblick viele traurige und komische Geschichten zu einem großen Bild vereint. Sie wurden aufgeschrieben von seinem Freund Ingmar Gregorzewski.

Portrait

Ali (Alfons) Mitgutsch, Jahrgang 1935, war noch keine zehn Jahre alt, als der Krieg zu Ende war. Er begann eine Ausbildung bei einem Lithografen, machte ein Diplom an der grafischen Akademie und wurde schließlich Bilderbuchautor. Ali Mitgutsch erfand die »Wimmelbücher«, die »sich selbst erzählenden Bilderbücher«, wie er das nennt, erreichte damit Millionenauflagen und wurde vielfach ausgezeichnet.

Pressestimmen

»"'Herzanzünder' ist nicht nur für Münchner ein interessantes Stück Geschichte. Während Ali Mitgutsch aus seiner Kindheit erzählt, erfährt man nicht nur einiges über ihn, sondern auch über München im Zweiten Weltkrieg und danach."« tulpentopf.de 27. Mai 2015
EAN: 9783423427135
Untertitel: Mein Leben als Kind. Format: EPUB.
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum: April 2015
Seitenanzahl: 200 Seiten
Format: epub eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Fredhel - 15.12.2015, 20:09
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Meine Generation ist mit den Wimmelbildbüchern von Ali Mitgutsch groß geworden. Nun können wir im Herzanzünder den kleinen Ali durch seine Kindheit begleiten. Viele liebevoll aneinander gereihte Anekdoten und Erzählungen vermitteln uns das Bild eines zähen kleinen Kerls, der sich nicht unterkriegen lässt. Nicht durch die Strapazen des Krieges, der Evakuierung, noch der harten Nachkriegszeit. Wir erleben einen Jungen, der viel einstecken muss, aber sein großes Herz bewahren kann. Das Buch endet kurz vor seinem Eintritt ins Studentenleben. Selbst das Studium muss er sich gegen den Willen seiner Familie erkämpfen, dabei zeigt eins der Fotos aus dem Mittelteil des Buches schon früh seine Begabung. Eine wundervolle Bleistiftzeichnung fängt mit wenigen Strichen eine Hütte im Wald ein, und das gelingt ihm im Alter von zwölf Jahren. Auch die anderen Fotos, die seine Familie zeigen, geben den Geschichten ein Gesicht. Herzanzünder zeigt uns die Wurzeln von Ali Mitgutsch, deutet an, wie sich im Kind schon der Blick fürs Künstlerische regt und lässt uns verstehen, warum in den Wimmelbildern so oft auch kleine böse Buben zu sehen sind. Ein faszinierendes Buch über eine warmherzige Persönlichkeit, das ich sehr gerne gelesen habe.
sommerlese - 07.08.2015, 10:48
Kindheitserinnerungen erzählen ein Stück Zeitgeschichte
Ich habe nicht das Glück vor Augen, sondern das Leben. Ali Mitgutsch Diese Biografie zeigt anschaulich die Kindheit von Ali Mitgutsch in Kriegs- und Nachkriegszeit und steht damit stellvertretend für eine ganze Generation. Wie viele Kinder erlebte er die Schrecken, Wirrungen und Drangsale der damaligen Zeit mit Ängsten, Hunger und Bedrohung. Doch trotz all dieser Widrigkeiten ist aus ihm der Erfinder der wunderbaren Wimmel-Bilderbücher geworden. Die Beschreibung seiner Kindheit erlebt der Leser mit Freud und Leid als großes frei gelebtes Abenteuer mit und liest später betroffen vom Tod seines älteren Bruders, der im Krieg gefallen ist. Doch auch dieses Schicksal schweißt die Familie nur noch enger zusammen. In Armut erlebt Ali inmitten des zerbombten Schwabing seine Jugend und erinnert sich an allerlei Geschichten. Er erzählt von Hitler, beschreibt anhand eines Diebstahls das Denunziantentum der Zeit, wehrt sich gegen die HJ und zeigt das gleichförmig beschränkte Marschieren der Soldaten als unsinnige Handlung. Ali erzählt von seiner Schulzeit in der Evakuierung, die ihm als schmächtigen Aussenseiter der Klasse auch Prügeleien einbrachten. Zurück in Münschen gab es auch damals schon Strassenbanden unter Jugendlichen, die er nur mit schneller Rennerei gut überstand. Die Nachkriegsarmut führte ihn in einsturzgefährdete zerbombte Keller, aus denen er seine Kriegsbeute holte. Beispielsweise in Form von alten Rüstungen und Funden aus den zerbombten Trümmern der Neuen Pinakothek, die er geschickt verschacherte. Leider setzte die Währungsreform dann seinem Reichtum abrupt ein Ende. Ein Bildteil komplettiert die Erzählung in anschaulicher Weise mit Familienfotos der Mitgutschs. Gern hätte ich noch mehr über die künstlerische Zeit in Mitgutschs Leben gelesen und erfahren, doch auch so habe ich einen guten Eindruck seiner Person gewonnen. Trotz all der Not und Schicksalsschläge ist diese Geschichte mit einem Schmunzeln erzählt. Denn Hoffnung und Phantasie machen sich in Alis Leben Platz. Nicht umsonst ist auch in Ali Mitgutschs Wimmel-Büchern von Trauer und Leid nichts zu spüren. Deutsche Nachkriegsgeschichte wird hier mit Charme und Ehrlichkeit unterhaltend dargestellt. Wie man sich die Hoffnung erhält, kann man an den Wimmelbildern lernen. Alles Gute zum 80. Geburtstag Herr Mitgutsch! Ihre Eltern wären sicherlich stolz auf sie!