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Von Richard Nixon zur 1.000.000.000.000-$-Münze. Kreditgeld als politische Verknappungsaufgabe


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Juni 2013

Beschreibung

Beschreibung

Geld, das wusste schon Aristoteles, ist eine künstlich herbeizuführende Knappheit, die angesichts unprognostizierbarer Zukünfte individuelles wie kollektives Handeln in der Gegenwart sichert. Dadurch ermöglicht das Geld eine Ökonomie und mithin auch gesellschaftliche Reproduktion. Seit Richard Nixons Kündigung der Umtauschbarkeit von Dollar in Gold 1971 wird die Knappheit "Geld" aus einem unbegrenzten Stoff hergestellt, nämlich aus Zahlungsversprechen. Die privaten Banken können dabei weitestgehend autonom agieren, weshalb sich die Geldmenge beständig vergrößert. Der Artikel rekonstruiert die Entstehung dieser Produktionsweise von Geld und zeigt, dass sie aus strukturellen Gründen zu einem Überfluss von Geld führt, der paradoxerweise Mangelereignisse wahrscheinlicher macht. Deshalb fällt der Politik gegenwärtig eine unmögliche Doppelaufgabe zu: sie muss gleichzeitig für Skepsis und für Vertrauen sorgen. Für diesen Drahtseilakt allerdings mangelt es an belastbaren Konzepten.

Portrait

Aaron Sahr, M.A., Philosoph, Hamburger Institut für Sozialforschung

Leseprobe

In den ersten Wochen des Jahres 2013 hätten die Vereinigten Staaten von Amerika fast die Knappheit abgeschafft - mit einem Geschenkartikel. Die in die Jahre gekommene Weltmacht stand vor einer drohenden Katastrophe, dem zumindest teilweise selbst verantworteten Staatsbankrott. Seit 1917 begrenzt ein Gesetz die Höhe der öffentlichen Schulden, ein ähnlicher Mechanismus, wie er in der EU als "Schuldenbremse " umgesetzt wird. Die regelmäßige Erhöhung dieser Obergrenze, mit der bereits beschlossene Ausgaben immer wieder - allein 74-mal seit 1962 - durch neue Schulden finanziert werden, hatte sich ob seiner Alternativlosigkeit längst zu einem der Parteienkonkurrenz enthobenen, turnusmäßigen Ritus entwickelt. Im Jahr 2011 allerdings nutzten die Republikaner ihre Mehrheit im Kongress als Machtmittel gegen den demokratischen Präsidenten Obama. Sie drohten an, ihre Zustimmung zu weiterer Verschuldung zu verweigern, würde der Präsident nicht in einigen innenpolitischen Fragen auf ihre Linie umschwenken. Da man sich nicht einigen konnte, wurde eine erneute Erhöhung der Grenze auf den Jahresanfang 2013 vertagt. In dieser Situation verfestigter Fronten drang über eine Reihe ökonomischer Weblogs plötzlich eine seltsam anmutende Idee an die Öffentlichkeit. Selbst prominente Vertreter der Zunft, wie etwa der Nobelpreisträger und New York Times-Kolumnist Paul Krugman, unterstützten den Vorschlag. (...)
EAN: 9783868548044
Untertitel: Artikel aus: Mittelweg 36, 3/2013, Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung. 1. Auflage. Dateigröße in MByte: 1.
Verlag: Hamburger Edition HIS
Erscheinungsdatum: Juni 2013
Seitenanzahl: 28 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Wasserzeichen
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