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Kulturmanagement der Zukunft


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Mai 2008

Beschreibung

Beschreibung

Als wissenschaftliche Disziplin und Praxisfeld gleichermaßen ist das Kulturmanagement seit Anfang der neunziger Jahre etabliert. Der Konflikt zwischen kultureller Sinnsetzung sowie ökonomischen Rahmenbedingungen und Handlungsmaximen dauert an und wird für das Kulturmanagement zunehmend zum Problem. Vor diesem Hintergrund bietet das Buch Impulse für eine neu zu führende Debatte um Zustand und Perspektiven des Kulturmanagements. In den Beiträgen werden Wege zu einer fortgeschriebenen theoretischen Begründung aufgezeigt, kulturpolitische Diskurse auf einen aktuellen Stand gebracht sowie Handlungsfelder einer zeitgemäßen Praxis des Kulturmanagements beschrieben. Zu den Themen gehören dabei unter anderem Fragen nach den Akteuren der Kultur, Techniken von Vermittlung und Marketing, Formen des Selbstmanagements und Perspektiven des Kulturtourismus.

Inhaltsverzeichnis

Theoretische Ansätze - Programmatische Konzepte - Handlungsfelder

Innenansichten

Portrait

Verena Lewinski-Reuter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturmanagement der FernUniversität Hagen.Dr. Stefan Lüddemann ist Leiter des Feuilletons der Neuen Osnabrücker Zeitung und freier Autor.

Leseprobe

Einleitung

Kulturmanagement Wege in die Zukunft (S. 7)

Verena Lewinski-Reuter und Stefan Lüddemann

Das Kulturmanagement ist seit knapp zwei Jahrzehnten an deutschen Hochschulen etabliert. In dieser Zeit hat es durch verschiedene Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Kulturschaffende nachhaltige Erfolge in der Praxis erzielen können, indem es zu einer Professionalisierung im gesamten Kulturbereich wesentlich beitrug. Zugleich veränderte es mit dem vertieften Nachdenken über Kultur auch deren gesellschaftliche Einschätzung und half, neue Möglichkeiten der kulturellen Praxis und Vernetzung anzuleiten.

Kulturmanagement entwickelte sich auf zwei parallelen Ebenen und weist entsprechend zwei Bedeutungen auf: Kulturmanagement ist wissenschaftliche Disziplin und Gegenstand kultureller Managementpraxis zugleich. Die Verläufe dieser beiden Stränge bedingen und befruchten sich gegenseitig und stehen folgerichtig in Abhängigkeit. Entsprechend konsolidierte sich die junge Disziplin:

Eingeführte Ausbildungsgänge und ein gesichertes Tableau von Instrumentarien markieren das Ergebnis erster Phasen der Ausformung des Kulturmanagements. Seit seiner Etablierung als Hochschulfach, die in Deutschland mit dem Beginn der neunziger Jahre einsetzt, haben die Vertreter des jungen Faches Curricula entwickelt, in Sammelbänden das Selbstverständnis der neuen Disziplin über den Diskurs von Vertretern aus Kulturtheorie und -praxis organisiert und strukturiert, Einführungen vorgelegt oder den inzwischen erreichten Wissensstand der Disziplin in der Form des Handbuchs zusammengefasst.

Wie sehr sich das Kulturmanagement im Fluss aktueller Veränderungen von Theoriebildung und Praxisformen wandelt und sich deshalb gegen definitorische Festlegungen sperrt, belegt das nach wie vor zentrale Kompendium und Nachschlagewerk der Diszip- lin, das nicht nur den ebenso inoffiziellen wie viel sagenden Titel Loseblattsamml
ung" führt, sondern entsprechend auch als Ringbuch mit immer neuen Beiträgen auf tendenziell unabschließbare Fortsetzung hin angelegt ist.

Dass die weiterhin bestehende Uneinheitlichkeit des Kulturmanagements in Theorie und Praxis neue Anstrengungen systematisierender Darstellung herausfordert, belegt ein aktuelles wissenschaftliches Großprojekt, das der jungen Disziplin noch einmal eine erweiterte Gestalt und zugleich schärfere Kontur verleihen dürfte. Sichtbare Erfolge innerhalb der Praxis belegen die hier nur in Umrissen beschriebenen Zugewinne. Zugleich blieben bis heute unübersehbare Defizite in theoretischer Begründung und Kohärenz adaptierter Methoden.

Solche Defizite zeigen den Bedarf auf, dieses interdisziplinäre Feld selbst weiter wissenschaftlich auszugestalten und zu professionalisieren. Das Kulturmanagement ist trotz vielfältiger Anstrengung weiterhin eine Import"-Disziplin, die ihr Angebot an Instrumentarien und Inhalten aus verschiedenen Fachdisziplinen bezieht. Über solche Interdisziplinarität hinaus bleibt die Substanz des Kulturmanagements teilweise ungreifbar.

Eine Entwicklung des Kulturmanagements kann also nur mittels einer eigenständigen Theoriebildung erfolgen, mit der eine exklusive Kompetenz ausgewiesen werden könnte. Im Sinn der Theorieausbildung stellt sich die Frage: Wie können die divergierenden Bezugsdimensionen des Kulturmanagements in einer einheitlichen Theorieperspektive wenigstens soweit koordiniert werden, dass ein eigenständiger Erkenntnisfortschritt erzielt werden kann? Es gilt, das Kulturmanagement neu als Aufgabe der Integration von Theorie und Praxis zu begreifen.

Vermehrte Anstrengungen der Integration erfordert auch das Faktum, dass im Kulturmanagement weiter evidente Differenzen zwischen kultureller Sinnsetzung und ästhetischem Bildungsanspruch auf der einen Seite sowie ökonomischen Rahmenbedingungen und Handlungsmaximen auf der anderen Seite bestehen. In ihrer praktischen Ausformung sind leite
nde Begriffe und Themen eines Verständnisses von Kultur als Aufgabe des Managements inzwischen historisch geworden.

Umwegrentabilität, Kultur als Stadtmarketing und regionaler Inwertsetzung um nur einige Stichworte zu nennen haben ihren Ausgangspunkt in den achtziger Jahren genommen. Sie markierten einen Paradigmenwandel, der Kultur nicht mehr als Frage der Partizipation, sondern als zentrales Thema der Lebensgestaltung (Erlebniskultur) wie als Gegenstand der Bewirtschaftung" (Marketingkultur) sichtbar werden ließ.

Pressestimmen

"Für alle, die an einem anspruchsvollen wissenschaftlichen Dialog und theoretischem Diskurs interessiert sind, ein Gewinn, eine wahre Fundgrube." www.socialnet.de, 16.10.2008
"Besonders die Beiträge zu den Handlungsfeldern geben interessante Einblicke. So liest man über Entwicklungen des Kulturtourismus in Mecklenburg-Vorpommern, über Bürgerschaftliches Engagement im Kulturmanagement oder erhält einen Einblick in Sachen Sponsoringverträge." politik und kultur - Zeitung des Deutschen Kulturrates, 04/2008
EAN: 9783531909158
Untertitel: Perspektiven aus Theorie und Praxis. 2008. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 2.
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum: Mai 2008
Seitenanzahl: vi336
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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