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Kompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung


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Februar 2008

Beschreibung

Beschreibung

In aktuellen OECD- und UNESCO-Dokumenten sowie dem Nationalen Aktionsplan für die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" wird gefordert, Kriterien und Standards zu entwickeln, mit denen die Qualität von nachhaltigkeitsbezogenen Bildungsprozessen weiter konkretisiert und der Kompetenzerwerb in formellen und informellen Kontexten festgestellt werden kann. Um darüber fundierte Aussagen treffen zu können, bedarf es einer angemessenen Operationalisierung und Messung von Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung.

Inhaltsverzeichnis

1;Inhalt;5 2;Einleitung;7 3;Geleitwort;13 4;OECD Referenzrahmen für Schlüsselkompetenzen ein Überblick;15 4.1;1 Der Kompetenzbegriff;16 4.2;2 Grundlage für die Definition von Schlüsselkompetenzen;16 4.3;3 Drei Kategorien von Schlüsselkompetenzen;18 4.4;4 Bildungspolitische Herausforderung;20 4.5;Literatur;21 5;Gestaltungskompetenz als Kompetenzkonzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung;23 5.1;1 Verständnis von Bildung für nachhaltige Entwicklung;25 5.2;2 Legitimation von BNE;26 5.3;3 BNE als Kompetenzerwerb;29 5.4;4 Kritik der Orientierung am Kompetenzkonzept;37 5.5;Literatur;42 6;Zwischen Risikowahrnehmung und Komplexität: Über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten kompetenten Handelns im Umweltbereich;45 6.1;1 Einleitung: Anforderungen und Kompetenzen im Umweltbereich;45 6.2;2 Komplexe Systeme;46 6.3;3 Risikowahrnehmung;47 6.4;4 Dilemmata;49 6.5;5 Konsumgewohnheiten;50 6.6;6 Ein kognitives Handlungsmodell;52 6.7;7 Ermöglichung kompetenten Handelns: Die Ansatzpunkte;54 6.8;Literatur;58 7;Zur Messung von Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung;61 7.1;1 Testaufgaben für die Kompetenzmessung;62 7.2;2 Besonderheiten für die Datenerhebung;65 7.3;3 Messung von Kompetenzstrukturen;68 7.4;4 Fazit;72 7.5;Literatur;72 8;Kompetenzmodelle in Fortbildungen pragmatische Wege;75 8.1;1 Forschungsstand;76 8.2;2 Kompetenzmodelle im Diskurs der Erwachsenenbildung;77 8.3;3 Die Kompetenzmatrix der Lehrkompetenz einer Bildung für nachhaltige Entwicklung;81 8.4;4 Empirische Anschlussmöglichkeiten: Erfassung von Lehrkompetenz einer Bildung für nachhaltige Entwicklung durch ein qualitatives Forschungsdesign;84 8.5;Literatur;85 9;Operationalisierung und Messung von Bewertungskompetenz;89 9.1;1 Einordnung des Konstrukts Bewertungskompetenz;89 9.2;2 Das Syndromkonzept;91 9.3;3 Die Unterrichtseinheit zum Massentourismus-Syndrom;93 9.4;4 Die Operationalisierung von urlaubsbezogenen Werten;94 9.5;5 Die Operationalisierung von Reiseentscheidungen;96 9.6;6 Zur Konsistenz zwische
n Werten und Entscheidungen;98 9.7;7 Erklärungen für den Konsistenzrückgang;99 9.8;8 Fazit;100 9.9;Literatur;101 10;Wie können Kompetenzen und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften ermittelt und beschrieben werden?;103 10.1;1 Kompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften verschiedene Sichtweisen auf ein Thema;103 10.2;2 Kompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften in lernenden Organisationen;104 10.3;3 Kompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften von Individuen;107 10.4;4 Ein integratives Konzept zur Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften;113 10.5;Literatur;120 11;Unsicherheit, Reflexivität und Prozeduralität Zur Empirie und Methodik von Kompetenzkriterien in der Bildung für nachhaltige Entwicklung;123 11.1;1 Orientierungsmuster im Biokonsum und ihre Lernpotenziale;124 11.2;2 Methodisch-konzeptionelle Zugänge zu Kompetenzen im Umgang mit Unsicherheit;132 11.3;3 Lernkompetenzen für nachhaltige Entwicklung;137 11.4;Literatur;137 12;Kompetenzen für Bildung von Lehrpersonen Kompetenzen für Bildung für nachhaltige Entwicklung von Lehrpersonen: Entwurf für ein Rahmenkonzept;141 12.1;1 Hintergrund;142 12.2;2 Das Projekt KOM-BiNE;142 12.3;3 Ausblick;155 12.4;Literatur;155 13;Forschendes und selbstreflexives Lernen im Umgang mit Komplexität;159 13.1;1 Handlungsleitende Einstellungen und Überzeugungen im Umgang mit Komplexität;160 13.2;2 Wie lehrt und lernt man den Umgang mit Komplexität?;163 13.3;3 Design und Fragestellung;168 13.4;4 Erste Ergebnisse;170 13.5;5 Ausblick;175 13.6;Literatur;176 14;Bildung für nachhaltige Entwicklung und interdisziplinäre Kompetenzen Zum Profil von Lehrkräften;179 14.1;1 Was bedeutet es, interdisziplinär zu arbeiten?;181 14.2;2 Welches sind die Herausforderungen interdisziplinären Arbeitens?;183 14.3;3 Welches sind die für erfolgreiches interdisziplinäres Arbeiten erforderlichen ( Teil-) Kompetenzen?;188 14.4;4 Zum Profil von Lehrkräften der Grundschule ein Ausblick;193 14.5;Literatur;194 15;Das Lernen mit Neuen Medien als Ansatz
zur Vermittlung von Gestaltungskompetenz;199 15.1;1 Neue Herausforderungen erfordern neue Wege des Lernens;199 15.2;2 Das Konzept der Schlüsselkompetenzen;199 15.3;3 Bildung für nachhaltige Entwicklung als didaktischer Orientierungsrahmen;201 15.4;4 Lernen mit Neuen Medien und der Erwerb von Schlüsselkompetenzen;203 15.5;5 Fragestellung;205 15.6;6 Empirisches Design;206 15.7;7 Ergebnisse;209 15.8;8 Fazit und Ausblick;211 15.9;Literatur;212 16;Entwicklung und erste Validierung eines Fragebogens zur Erfassung des systemischen Denkens in nachhaltigkeitsrelevanten Kontexten;215 16.1;1 Einleitung;215 16.2;2 Bisherige Forschungsbefunde;217 16.3;3 Zielsetzung;223 16.4;4 Methodisches Vorgehen;224 16.5;5 Ergebnisse;226 16.6;6 Zusammenfassung und Diskussion;229 16.7;Literatur;230 17;Indikatoren einer Bildung für nachhaltige Entwicklung;233 17.1;1 Hintergrund;234 17.2;2 Was ist ein Indikator?;236 17.3;3 Indikatoren und Qualität;238 17.4;4 Indikatoren einer Bildung für nachhaltige Entwicklung;240 17.5;5 Sprachgebrauch in Diskussionen über BNE-Indikatoren;243 17.6;6 Schlussfolgerungen;245 17.7;7 Perspektiven und Themenfelder der weiteren Forschung;246 17.8;8 Abschließende Bemerkung;248 17.9;Literatur;249 18;Steuerungswissen Kompetenzen im Spiegel von Indikatoren;253 18.1;1 Zwei Seiten der Medaille;254 18.2;2 Die Medaille: Qualität;261 18.3;3 Implikationen: (Nicht-)Wissen6;263 18.4;4 Resümee;267 18.5;Literatur;268 19;Autorinnen und Autoren;273


Portrait

Dr. Inka Bormann ist wissenschaftliche Assistentin am Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin.Professor Dr. Gerhard de Haan ist Leiter des Arbeitsbereichs Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin.

Leseprobe

OECD Referenzrahmen für Schlüsselkompetenzen ein Überblick (S. 15)

Dominique Simone Rychen

Die Gesellschaft, insbesondere das Bildungssystem und die Bildungspolitik sind gefordert, so der Grundtenor, vermehrt jene Kompetenzen zu fördern, welche die Menschen befähigen, mit den vielfältigen Herausforderungen verantwortungsbewusst und kompetent umzugehen.

Die EU Kommission (2002: 7) stellt z.B. fest, dass traditionelle Konzepte und Einrichtungen immer weniger die Aufgabe erfüllen, den Menschen einen aktiven Umgang mit den Folgen von Globalisierung, demographischem Wandel, digitaler Technologie und Umweltschäden zu ermöglichen. Dabei seien aber die Menschen mit ihren Kenntnissen und Kompetenzen der Schlüssel für die Zukunft Europas.

Die Investition in Bildung lohne sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen (OECD 2001a), denn nachhaltige Entwicklung und sozialer Zusammenhalt, so die OECD-Bildungsminister (OECD 2001b:2), hingen entscheidend von den Kompetenzen der gesamten Bevölkerung unserer Länder ab. Aber welche Kompetenzen sind für eine auf die Zukunft ausgerichtete demokratische Gesellschaft wichtig?

Lassen sich einige wenige Kompetenzen definieren, die zum persönlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlergehen beitragen? Diese und ähnliche Fragen standen im Zentrum des OECDProjektes DeSeCo das Akronym von Definition and Selection of Competencies: Theoretical and Conceptual Foundations.

In diesem Projekt ging es nicht einfach darum, eine neue Liste von Schlüsselkompetenzen zu erstellen. Ziel war es vielmehr, konzeptuelle und theoretische Grundlagen für die Bestimmung von wichtigen Kompetenzen zu erarbeiten. Die Auseinandersetzung mit der Frage der Schlüsselkompetenzen bewegte sich im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis.

Das Thema wurde nicht nur aus verschiedenen akademischen, sondern auch aus sektor- und länderspezifischen Perspektiven b
eleuchtet. Expertinnen und Experten, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, Vertreterinnen und Vertreter aus dem Wirtschafts- und Bildungssektor und aus verschiedenen internationalen Organisationen haben sich an diesem internationalen Projekt beteiligt (vgl. Rychen/Salganik 2001, Rychen/Salganik/McLaughlin 2003).

Der mehrjährige, interdisziplinäre Forschungsprozess resultierte in einem breit abgestützten konzeptuellen Referenzrahmen für die Bestimmung und Messung von Schlüsselkompetenzen. Für eine ausführliche Darstellung des Kompetenzrahmens und die Beschreibung der einzelnen Schlüsselkompetenzen wird auf den Schlussbericht Key Competencies for a Successful Life and a Well-Functioning Society (Rychen/ Salganik 2003, Hrsg.) bzw. auf die Zusammenfassung Definition und Auswahl von Schlüsselkompetenzen (OECD 2005) verwiesen.

1 Der Kompetenzbegriff

In Anbetracht der unterschiedlichen, zum Teil vagen Verwendung des Kompetenzbegriffs sowohl in der Alltagssprache wie auch in der Wissenschaft war die begriffliche Klärung ein erster unerlässlicher Schritt im Forschungsprozess. Weinert (2001) hat mit seinem Beitrag zum DeSeCo Projekt den Kompetenzbegriff massgeblich geprägt.

Die Definition, auf die sich DeSeCo bezieht, basiert auf einem funktionalen Ansatz: Ausgangspunkt sind die Anforderungen. Eine Kompetenz ist demnach die Fähigkeit, (komplexe) Anforderungen in einem bestimmten Kontext erfolgreich zu erfüllen. Eine Kompetenz ist nicht auf kognitive Fähigkeiten reduzierbar.

Vielmehr beinhaltet der Kompetenzbegriff auch ethische, soziale, emotionale, motivationale und verhaltensbezogene Komponenten, die zusammen als System effektives Handeln in konkreten Situationen ermöglichen bzw. über die ein Individuum verfügt (oder durch Lernen verfügen kann), um Anforderungen erfolgreich zu meistern.

Das Modell, das dem Kompetenzbegriff zugrunde liegt, ist holistisch und dynamisch in dem Sinne, dass Anforderungen, psy
chosoziale Ressourcen (kognitive, praktische, motivationale, emotionale, soziale Komponenten) und Kontexte integrale Teile von Kompetenz darstellen (vgl. Weinert 2001, Rychen/Salganik 2003, Gonzci 2003).
EAN: 9783531908328
Untertitel: Operationalisierung, Messung, Rahmenbedingungen, Befunde. 2008. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 2.
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Seitenanzahl: 276 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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