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ICD-10 literarisch


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Januar 2008

Beschreibung

Beschreibung

Die literarische Darstellung von psychischen Erkrankungen ist off- sichtlich fiir viele Schriftsteller von Interesse, wie die groBe Anzahl diesbeziiglicher Elemente in Erzahlungen und Romanen zeigt. - tiirlich spielen diese Darstellungen nicht immer die HauptroUe in li- rarischen Werken, sondern sind z.T. nur ein Nebenaspekt im R- men eines groBeren Werkes. Von den in der Literatur so zahlreichen Publikationen konnten hier aus Platzgriinden nur einige wenige - sammengestellt werden. Insofern ist das Buch eher als eine Beispi- sammlung anzusehen. Doch was bringt Schriftsteller dazu, eine psychische Krankheit als - jet zu wahlen? Wahrscheinlich gibt es eine Vielzahl von Motivat- nen. Unter anderem konnte es darum gehen, am Beispiel psychischer Erkrankungen Grenzerfahrungen menschlicher Existenz darzust- len. Auch mag bei einigen Darstellungen die Fremdheit oder die Skurrilitat der Symptomatik einer bestimmten psychischen Erkr- kung den Schriftsteller faszinieren. Das Interesse der Schriftsteller an psychischen Erkrankungen steht offensichtlich auch im Zusamm- hang mit der Entwicklung der Psychiatric und den immer genaueren Beschreibungen und verbesserten atiopathogenetischen Vorstell- gen liber psychische Erkrankungen. So ist zu beobachten, dass im 19. Jahrhundert, als sich erstmals eine wissenschaftlich orientierte Psy­ chiatric entwickelt - insbesondere verkorpert durch die franzosische Psychiatric mit den Autoren Pinel und Esquirol - Depressionen, S- zid und Wahnerkrankungen zu einem viel beachteten Sujet der Lite­ ratur wurden und dann von dort z.T. in Opernlibretti iibernommen wurden, die dann wiederum die Komponisten zu interessanten mu- kalischen Kompositionen verleiteten.

Inhaltsverzeichnis

Dementielle Erkrankungen.- Elegie für Iris.- Das Gehirn meines Vaters.- Psychische Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen.- Unter dem Vulkan.- Die künstlichen Paradiese.- Bekenntnisse eines englischen Opiumessers.- Über das Rauchen.- Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen.- In einem Netz von Linien, die sich verknoten.- Der Horla.- Depression und Suizidalität.- Die Leiden des jungen Werthers.- Ein Fall aus der Praxis.- Ein Brief.- Angststörungen, dissoziative Störungen, somatoforme Störungen, Somatisierungsstörung, hypochondrische Störung, Depersonalisationsstörung.- Die Taube.- Finster und stumm.- Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen.- Buhl oder Der Konjunktiv.- Der Augenzeuge.- Die folgende Geschichte.- Henry Jekylls vollständige Erklärung.- Buddenbrooks.- Der eingebildete Kranke.- Die Verwandlung.- Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren.- Bedingungen für die Nahrungsaufnahme.- Die Kunst, einzuschlafen.- Inferno.- Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen.- Michael Kohlhaas.- Dr. Fischer aus Genf oder Die Bomben-Party.- Die Heilungen.- Fräulein Else.- Der Spieler.- Das Labyrinth.- Der Kleptomane.- Orlando.- Geschichte der O.- Der Schrei der Eule.- Zwei Verträge.- Die Blechtrommel.- Intelligenzminderung.- Von Mäusen und Menschen.- Entwicklungsstörungen.- Das Dorf.- Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn der Kindheit und Jugend.- Die Geschichte vom Zappel-Philipp.

Leseprobe

F5: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren (S. 275-275) ,

Unter diesem Kapitel werden u.a. Essstörungen und Schlafstörungen subsumiert. Ess- und Schlafstörungen sind sehr häufig Störungen, die als isolierte Störung vorkommen, oder aber, wie insbesondere die Schlafstörung, oft im Rahmen anderer Erkrankungen als Teilsymptomatik bestehen. Essstörungen sind u.a. durch ein verändertes Essverhalten und die daraus resultierende Veränderung des Körpergewichts nach oben oder unten gekennzeichnet. Die Anorexia nervosa (Magersucht) ist gekennzeichnet durch erheblich reduzierte Nahrungsaufnahme verbunden mit z.T. exzessivem, lebensbedrohlichem Gewichtsverlust. Damit verbunden sind typische Symptome wie Körper-Wahrnehmungsstörungen (die Patienten empfinden den Körper als zu dick u.a.) und einer Reihe körperlicher Folgesymptome.

Die Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) ist durch Heißhunger-Attacken und selbstinduziertes Erbrechen gekennzeichnet. Beide Störungen sind häufig assoziiert. Die Anorexia nervosa und die Bulimia nervosa kommen hauptsachlich im jungen Alter vor und vorzugsweise bei jungen Frauen zwischen 15 und 25 Jahren. Die Häufigkeit in dieser Risikogruppe liegt bei etwa 1 Prozent bei der Anorexic und 1 bis 3 Prozent bei der Bulimic. Atiopathogenetisch besteht ein komplexes Zusammenspiel prädisponierender Faktoren und Faktoren, die wechselseitig die Störung aufrechterhalten. Neben den neurobiologischen und psychosozialen wie auch soziokulturellen Faktoren kommt auch der Familienstruktur oft cine wichtige Rolle zu.

Es scheint in den Familien essgestörter Patienten häufig ein bestimmtes Interaktionsmuster vorzuliegen, im Sinne von gesteigerter Rigidität, Überbehütung, Konfliktvermeidung und geringer Konfliktlosungsfahigkeit. Essgestorte Patienten versuchen die Kontrolle iiber seelische und korperliche Funktionen zu behalten. Nahrungsaufnahme wird in diesem Zusammenhang oft als Kontrol
lverlust erlebt. Auch setzen Essgestörte ihre Symptomatik zur Kontrolle der Umgebungsbedingungen ein, z.B. im Hinblick auf die Interaktion mit den unmittelbaren Bezugspersonen. Bei der primären Insomnie spielen offensichtlich eine erhöhte Angespanntheit (Nicht-Abschaltenkönnen"), schlafbehindernde Gedanken sowie ungünstige Schlafgewohnheiten (z.B. zu friihes Zubettgehen) eine wichtige Rolle.

Weitere Ursachen sind emodonale Belastungen und Stresssituationen. Schlafstörungen sind sehr häufig, die Prävalenz liegt zwischen 15 bis 30 Prozent in der Allgemeinbevölkerung, behandlungsbedürftige Insomnien dürften bei 10 bis 15 Prozent vorliegen, wobei primar psychogene Insomnien dominieren. Über 1 Million Bundesbiirger (1,5 %) nehmen regelmaBig ein Schlafmittel. Bei über drei Viertel der Schlafgestörten lassen sich organische, psychiatrische oder neurologische Störungen und Erkrankungen feststellen. Bei ca. 10 Prozent bestehen Missbrauch bzw. Abhängigkeit von Alkohol oder Medikamenten, die auch ursachlich für die bestehende Schlafstörung sein können. Schlafstörungen sind ein häufiges Symptom psychischer Erkrankungen. So weisen z.B. 90 Prozent an einer Depression Erkrankte Schlafstörungen auf.
EAN: 9783835096677
Untertitel: Ein Lesebuch für die Psychiatrie. 2006. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 19.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: Januar 2008
Seitenanzahl: 448 Seiten
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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