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Der Genozid im Völkerrecht


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Oktober 2003

Beschreibung

Beschreibung

¿Die Vertragschlie¿nden Parteien best¿gen, da¿V¿lkermord, ob im Frieden oder im Krieg begangen, ein Verbrechen gem¿internationalem Recht ist, zu dessen Verh¿tung und Bestrafung sie sich verpflichten.¿ Trotz seiner Formulierung war Artikel I der V¿lkermordkonvention von 1948 lange Zeit nichts anderes als eine Absichtserkl¿ng. Die Schaffung internationaler Strafgerichte sowie die Rechtsprechung nationaler Gerichte zeigen jedoch, da¿die Staaten die Pflicht aus Artikel I ernst zu nehmen beginnen. Dabei handelt es sich, wie William A. Schabas an vielen Beispielen in seinem Buch zeigt, um einen vielschichtigen Vorgang, der mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden ist und zugleich eine Reihe neuer Fragen aufwirft. Als 1944 der polnische Jurist Raphael Lemkin f¿r die Ermordung der europ¿chen Juden den Begriff Genozid pr¿e, wollte er damit einem Verbrechen einen Namen geben, f¿r das die herk¿mmlichen Tatbest¿e nicht ausreichten, weil sie nur Teilaspekte dieses Verbrechens und nicht das Verbrechen in seinem vollen Umfang bezeichneten. In den N¿rnberger Prozessen wurde es noch unter die Verbrechen gegen die Menschlichkeit gefa¿, doch schon 1948 wurde eine Konvention verabschiedet, die allein dem V¿lkermord, seiner Verh¿tung und Bestrafung gewidmet war. Seither ist dieser Tatbestand zu einer Grundnorm des V¿lkerrechts geworden. Er hat Eingang gefunden in die Statuten der Ad-hoc-Strafgerichte f¿r das ehemalige Jugoslawien und f¿r Ruanda, und auch das Statut des unl¿st geschaffenen st¿igen Internationalen Strafgerichtshofs nennt als erstes Verbrechen, f¿r das der Gerichtshof zust¿ig ist, das Verbrechen des V¿lkermords. Doch was genau bedeutet V¿lkermord? Inwieweit unterscheidet er sich von anderen Verbrechen, die ebenfalls die Vernichtung oder Zerst¿rung von Menschenleben zum Ziel haben? Z¿en die Vergewaltigung, die ¿ethnische S¿erung¿ oder der Einsatz von Atomwaffen auch zu den Handlungen des V¿lkermords? Wer bestimmt ¿ber Merkmale, die eine bestimmte Gruppe von Menschen zu einer nationalen, ethnischen oder rassischen Gruppe machen. Sind es die Opfer oder die T¿r? Und warum geh¿ren politische Gruppen nicht zu den von der Genozidkonvention gesch¿tzten Gruppen? Auf Fragen wie diese gibt der Autor des vorliegenden Buches Antwort. Als Jurist und Berater humanit¿r Organisationen ist William Schabas ein ausgewiesener Kenner des V¿lkerrechts, der sich mit der Entwicklung der Menschenrechte und deren Schutz besch¿igt. So stellt er auch eine Darstellung der menschenrechtlichen Wurzeln des Genozidverbots an den Anfang seiner Untersuchung, bevor er sich den Bestimmungen der Konvention zuwendet. Artikel f¿r Artikel erkl¿ und kommentiert er deren Inhalt und Bedeutung und spannt dabei den Bogen von den ersten Entw¿rfen f¿r eine Genozidkonvention ¿ber Probleme des Vorsatzes und der T¿rschaft bei der Begehung von V¿lkermord bis hin zu den M¿glichkeiten und Grenzen pr¿ntiver Ma¿ahmen. Einen breiten Raum nehmen in diesem Zusammenhang Prozesse vor nationalen und vor allem internationalen Gerichten ein, die sich zumeist auf den Krieg im ehemaligen Jugoslawien - und hier insbesondere auf das Massaker von Srebrenica - sowie auf den V¿lkermord von 1994 in Ruanda beziehen. Sie machen nicht nur deutlich, welche gro¿n juristischen Schwierigkeiten sich hinter augenscheinlich klaren Sachverhalten verbergen, sondern zeigen auch, in welchem Ma¿ staatliche Stellen an der Planung und Durchf¿hrung der Verbrechen beteiligt waren. Ihnen allein die Ahndung von V¿lkermord zu ¿berlassen w¿ gleichbedeutend mit einer weitgehenden Straflosigkeit f¿r die T¿r, wie es bekanntlich jahrzehntelang der Fall gewesen ist. Insofern ist das Buch auch ein eindringliches Pl¿yer f¿r eine von der gesamten Staatengemeinschaft unterst¿tzte internationale Strafgerichtsbarkeit.

Portrait

William A. Schabas ist Professor für internationales Recht an der Middlesex University in London und Professor für Menschenrechte am Irish Centre for Human Rights der Irish National University in Galway. Von 2002 bis 2004 war er einer von drei Mitgliedern der internationalen Kommission für Wahrheit und Versöhnung von Sierra Leone.
EAN: 9783930908882
ISBN: 3930908883
Untertitel: Originaltitel: Genocide in International Law. The Crimes of Crimes.
Verlag: Hamburger Edition
Erscheinungsdatum: Oktober 2003
Seitenanzahl: 800 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Holger Fliessbach
Format: gebunden
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