HUDU

Nummer sechs


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gebunden
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September 2003

Beschreibung

Beschreibung

Fanny ist die J¿ngste, der Nachk¿mmling, die "Nummer Sechs", wie
sie der Vater gerne nennt. Der geliebte, stets anderweitig besch¿igte
Vater, um dessen Anerkennung sie ein Leben lang k¿ft. Jetzt ist
er alt, und der Platz an seiner Seite ist seit dem Tod der Mutter
frei geworden. Aber l¿t sich die eigene Vergangenheit zur¿ckholen?

V¿nique Olmi erz¿t in knappen Bildern von gro¿r
Eindringlichkeit die Geschichte einer Tochter, der Au¿nseiterin der
Familie, spricht von der schmerzlichen Distanz zwischen Kindern und
Eltern, von der Suche nach dem Blick des Vaters als Teil der eigenen
Identit¿

Portrait

Véronique Olmi wurde 1962 in Nizza geboren und lebt heute mit ihren zwei Kindern in Paris. In Frankreich wurde sie, als eine der bekanntesten Dramatikerinnen des Landes, für ihre Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit 1990 hat die ausgebildete Schauspielerin zwölf Theaterstücke verfasst, am Anfang stand sie bei deren Aufführung auch selbst auf der Bühne und/oder führte Regie. Ihre Theaterstücke wurden in viele Sprachen übersetzt, einige Stücke liegen auch in deutscher Übersetzung vor (bei Suhrkamp) und wurden und werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt.

Pressestimmen

Fanny ist der Nachzögling in der Familie - das sechste Kind, mit dem eigentlich niemand mehr gerechnet hat. Die Geschwister sind beinahe erwachsen, "Patrice, der Älteste, war zwanzig und schon fast aus dem Haus. Christophe, der fünfte, war zehn, ich schloss mit meiner Ankunft einen Kreis, der sich bereits geöffnet hatte."

Während ihrer Kindheit hat Fanny alle Zeit der Welt, ihre Umgebung sehr genau zu studieren. Wenn der Vater als Spätfolge des Krieges wieder einmal Migräne hat und das ganze Haus auf Zehenspitzen geht oder Mutter sich mit ihren Freundinnen über die Beschwernisse mit der Haushaltshilfe austauscht.

Heute ist der Vater hundert Jahre alt und besucht Fanny und ihre Tochter regelmäßig am Wochenende. Er sitzt nur still am Tisch, wartet, während seine Tochter Rückschau hält auf die vergangenen Jahre. Denn ihr, der Jüngsten, fällt das Bewahren der Erinnerung zu. Und sie sieht es als ihre Aufgabe an, den Vater bis zu seinem Tod zu begleiten, hat gerade er ihr doch einmal das Leben gerettet, als sie mit ihrem hübschen Sommerkleid ins Meer hinaus marschiert war. Nun ist sie an der Reihe sein Leben zu retten. Keine leichte Aufgabe.

"Jetzt weiß ich auch, dass man jeden geliebten Menschen hassen kann. Für Augenblicke. Aus Schmerz."

Die französische Autorin Véronique Olmi, die in Deutschland mit ihrem ersten Roman "Meeresrand" bereits für Aufsehen sorgte, fasst in "Nummer sechs" nicht nur das Leben einer ganzen Familie, sondern allgemein das Leben im 20. Jahrhundert zusammen. Sehr prägend sind die strengen moralischen Regeln, die unabdingbar in der Erziehung der Kinder gelten und die verstörenden Erlebnisse des Vaters im ersten Weltkrieg.

Faszinierend ist dabei Olmis Sprache. Einerseits erzählt sie in kurzen knappen Sätzen, oft spart sie dabei Gefühle aus, oder deutet sie nur an. Andererseits verwendet sie wunderschöne poetische Formulierungen, wenn Fanny beispielsweise ihre Position in der Familie als "Schweif des Kometen" beschreibt, so dass mit einem leisen Bedauern das Buch bereits nach knapp hundert Seiten zugeklappt wird. Zu gerne hätte der Leser noch Fanny und der Geschichte ihrer Familie gelauscht.

Ein literarisches Kleinod.

© Manuela Haselberger

EAN: 9783888973383
ISBN: 3888973384
Untertitel: Originaltitel: Numéro six. 7. , Aufl.
Verlag: Kunstmann Antje GmbH
Erscheinungsdatum: September 2003
Seitenanzahl: 98 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Sigrid Vagt
Format: gebunden
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