HUDU

Blaue Hemden - Rote Fahnen


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Januar 1996

Beschreibung

Beschreibung

Zu DDR-Zeiten war die Freie Deutsche Jugend ein Zweimillionenverband. Die meisten DDR-Bürger wurden als Heranwachsende Mitglieder, viele auch Funktionäre; die FDJ war ein Teil ihrer Jugend, mit dem Erinnerungen an viele Gemeinschaftserlebnisse verbunden sind. Schon ein Jahr nach der Wende blieb von der FDJ nur noch eine linke Splittergruppe übrig. Die Feier des fünfzigjährigen Jubiläums am 6. März 1996 in der Kongreßhalie Berlin Alexanderplatz geriet zum VeteranentreJfen. Die einst so stolze »Kaderschmiede«, die Partei, Staat und Armee mit Führungsnachwuchs versorgt hatte, schrumpfte in kurzer Zeit zur Bedeutungslosigkeit. Als Gegenstand der historischen Analyse bietet die FDJ ein wesentlich anderes Bild als in der Memoirenliteratur und in der Erinnerung von Zeitgenossen. 1nsbesondere über die FDJ der Gründerzeit sind zwei Lesarten in Umlauf, die schwer miteinander in Einklang zu bringen sind, und doch ist keine falsch: einerseits selbstbestimmte, pluralistische Gemeinschaft junger Menschen, die einen demokratischen Ausweg aus den vom Hitlerreich hinterlassenen Trümmern auf den Straßen und in den Köpfen suchten; andererseits ferngesteuertes 1nstrument kommunistischer Machtpolitik. Wer wie ich mit vierzehn, fünfzehn Jahren das Kriegsende und die Anfänge gesellschaftlicher Neuorganisation mitgemacht hat, wird seine eigenen Erfahrungen eher in der ersten Version wiedererkennen. ich erinnere mich gut an die schockartigen Erlebnisse, die damals das Leben völlig veränderten und mich, obwohl ich im Westteil Berlins lebte, in die Reihen der FDJ führten.

Inhaltsverzeichnis

Prolog.
I Von den antifaschistischen Jugendausschüssen zur Freien Deutschen Jugend (1945-1947).
Politischer Neubeginn.
Kriegsjugend.
Hitlerjugend.
Neubeginn von unten.
Der jugendpolitische Kurs der KPD im Exil.
Nachkriegsplanungen.
Die antifaschistischen Jugendausschüsse.
Der Zentrale Jugendausschuß in Berlin.
Auf der Suche nach Bündnispartnern.
Die kommunistische Strategie.
Auseinandersetzungen über die Schuldfrage.
Jugendarbeit vor Ort.
Neue Linie der KPD: rasche Vereinigung.
Widerstand gegen Einheitsorganisation.
Die Gründung der FDJ in der SBZ.
Programm und Organisation.
I. Parlament der FDJ in Brandenburg.
Affront gegen die Kirchen.
Das Führungskorps.
Stürmisches Wachstum.
Die Arbeit in den Wohngruppen.
Sport, Wandern.
Kindergruppen.
Jugend und Freizeit.
»Das neue Leben muß anders warden ...«.
Überparteilich und doch kommunistisch geführt.
Gegenströmung.
II Transformation zur SED-Massenorganisation (1947-1953).
SED verlangt politische Profilierung.
Der Große Bruder tritt auf.
Der Kalte Krieg zieht herauf.
Ausschaltung und Verfolgung der bürgerlichen Konkurrenz.
Planerfüllung wird Hauptaufgabe der FDJ.
»Wir brauchen die Initiative der Jugend«.
»Verstärkte FDJ-feindliche Bewegung«.
Der Monopolanspruch wird durchgesetzt.
Seid bereit! - Immer bereit! Junge Pioniere werden Vorfeldorganisation der FDJ.
Kampf um die Oberschulen.
Stürmt die Festung Wissenschaft!.
Es lebe Generalissimus Stalin: Das III. Parlament der FDJ in Leipzig.
Neue FDJ-Verfassung sichert Führungsposition der SED.
Im Zeichen des Stalin-Kults.
Kampagnen.
Kaderreserve für Partei, Staat und Wirtschaft.
SED-Angebote an die Jugend.
Politische Schulung.
2. Parteikonferenz der SED: Planmäßiger Aufbau des Sozialismus.
Militarisierung der Einheitsjugend.
»Dienst für Deutschland«.
Der Kampf gegen die Junge Gemeinde.
Die Arbeiter revoltieren: der 17. Juni 1953.
FDJ unter Beschuß der Parteiführung.
III Aufholen ohne einzuholen: Die FDJ in den fünfziger Jahren (1954-1961).
Vergebliche Bemühungen, Partei- und Jugendinteressen zu verschmelzen.
»Seid bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat«.
Abstimmung mit den Füßen.
Tauwetter.
Selbstkritik der FDJ-Führung.
Dammbruch für offene Diskussionen im Zeichen des XX. Parteitages.
Folgen der Ungarn-Krise.
FDJ: Sozialistische Jugendorganisation der DDR.
Keine Experimente: Abrechnung mit der Opposition gegen Ulbricht.
Neue Maxime: Wer nicht gegen uns ist, ist für uns.
Jugendpolitik zwischen Konsens und Konfrontation.
Die FDJ in der Arbeitswelt.
Exkurs: Die Jugendweihe.
VI. FDJ-Parlament 1959 in Rostock.
Opposition und Repression.
Die FDJ am Ende des gesellschaftlichen Transformationsprozesses.
IV Zwischen Mauerbau und »Kahlschlag«-Plenum (1961-1965).
Heiße Tage im August.
Werbung für den Wehrdienst.
Weltanschauliche Spaltung der jungen Generation vertieft.
FDJ im Produktionsaufgebot.
Deutsche Einheit nur noch im Sozialismus.
Start des NÖS als ökonomisches und gesellschaftliches Reformprojekt.
Das Jugendkommunique von 1963 verspricht neue Jugendpolitik.
«Deutschlandtreffen der Jugend« 1964.
Emanzipationsprozeß droht außer Kontrolle zu geraten.
Disziplinierungsbemühungen des Zentralrats.
»Sag' mir, wo du stehst«.
Das »Kahlschlag«-Plenum.
V Aus der Isolation in die »Weltoffenheit« (1966-1973).
Jugendpolitik im Schatten des »Kahlschlags«.
VII. SED-Parteitag und VIII. FDJ-Parlament.
Die Ereignisse in der Tschechoslowakei.
Nach der Intervention: Weltrevolutionäre Illusionen und Friedhofsruhe.
Die DDR am Ende ihres zweiten Jahrzehnts: Stagnation.
»Expansion auf Filzlatschen«.
Jugendforschung in der DDR.
»Antiimperialistische Solidarität«.
Die Ostverträge.
Der Sturz Ulbrichts.
Das IX. FDJ-Parlament 1971 in Berlin.
Die FDJ zu Beginn der Honecker-Ära.
X. Weltjugendfestspiele 1973 in Berlin.
VI Stagnation und Ungeduld (1973-1987).
Enttäuschte Hoffnung auf das Vertragswerk von Moskau, Warschau und Berlin.
Die »sozialistische Nation« auf dem Weg ins kommunistische Jahrtausend.
»Vorwärts zu neuen Erfolgen«.
Immer Ärger mit den Intellektuellen.
FDJ-Alltag Ende der siebziger Jahre.
Verunsicherungen in der neuen internationalen Konfrontation.
Gefahr aus Polen.
FDJ-Kulturkonferenz 1982.
Krisenerscheinungen verstärken Militarisierung.
Obligatorische Wehrerziehung an DDR-Schulen.
»Der Friede muß bewaffnet sein!«.
Gegen den Konfrontationskurs der Supermächte: Verhandeln statt schießen.
Jugendleben außerhalb der Reglementierung.
Ablehnung des »neuen Denkens«.
Pyrrhussieg: Honecker in Bonn.
VII Agonie und Untergang (1988-1990).
Endzeitsymptome.
DDR-Jugendforschung im Abseits.
Selbstzweifel und Durchhalteparolen.
»Wir wollen raus«.
»Wir bleiben hier«.
Rücktritte und letzte Korrekturversuche.
Die Grenze ist offen.
Zurück nach Brandenburg.
Anmerkungen.
Literatur.
Personenregister.
Abkürzungen.
Die Autoren.
Dank.
Bildnachweis.

Portrait

Ulrich Mählert: Jahrgang 1968, Studium der Politischen Wissenschaften, Anglistik und Germanistik an der Universität Mannheim, 1994 Promotion, bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Mannheimer Arbeitsbereich DDR-Geschichte, seit 1999 Referent für Wissenschafts- und Archivförderung sowie internationale Zusammenarbeit in der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 1998/99 Organisation des Geschichtsforums 1949/89/99 "Getrennte Vergangenheit - Gemeinsame Geschichte" in Berlin.
EAN: 9783810017147
ISBN: 3810017140
Untertitel: Die Geschichte der Freien Deutschen Jugend. 1996. Auflage. Book.
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum: Januar 1996
Seitenanzahl: 292 Seiten
Format: kartoniert
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