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Die Feststellung der biologischen Abstammung


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kartoniert
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September 1999

Beschreibung

Beschreibung

Tobias Helms untersucht, unter welchen Voraussetzungen es im deutschen und französischen Recht möglich ist, die biologische Abstammung eines Kindes zu ermitteln. Dabei geht es zum einen um die bloße Kenntnis der genetischen Abstammung, zum anderen um die Begründung juristischer Beziehungen zwischen einem Kind und seinen leiblichen Eltern.

Die historische Entwicklung zeigt, daß das deutsche Recht der biologischen Abstammung eine besondere Bedeutung beimißt und traditionell nach Stabilität der abstammungsrechtlichen Verhältnisse strebt. Demgegenüber wird in Frankreich die freiwillige Begründung familienrechtlicher Verhältnisse stärker akzentuiert. Bei dem Versuch, sich an der gelebten Wirklichkeit zu orientieren, läuft das französische Recht allerdings teilweise Gefahr, Praktikabilität und Eindeutigkeit der Vater-Kind-Zuordnung aufs Spiel zu setzen.

Vor diesem Hintergrund wird das Kindschaftsrechtsreformgesetz vom 1. 7. 1998 eingehend analysiert: Einerseits war der Gesetzgeber bereit, eine größere Flexibilität und damit einhergehend eine gewisse Unsicherheit im Abstammungsrecht in Kauf zu nehmen, andererseits blieb er - im Vergleich zum französischen Recht - auf halbem Wege stehen, indem beispielsweise dem Erzeuger kein Recht auf Vaterschaftsanfechtung zugestanden wurde.

Insbesondere beschäftigt sich der Verfasser auch mit dem Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung, das dem französischen Denken völlig fern liegt. Allerdings weist er ihm auch im deutschen Recht nur einen begrenzten Anwendungsbereich vor allem im Adoptionsrecht zu, während es im allgemeinen Abstammungsrecht einen Fremdkörper darstelle. Darüber hinaus kritisiert der Autor die Anerkennung eines Auskunftsanspruchs des Kindes gegen seine Mutter auf Nennung seines Erzeugers und legt diesbezüglich Widersprüche innerhalb der neueren verfassungsrichterlichen Judikatur offen.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsübersicht:
1. Kapitel: Historischer Hintergrund: Frankreich - Deutschland - Zusammenfassung -
2. Kapitel: Abstammungsfeststellung mit Statusfolgen: Primäre Vater-Kind-Zuordnung und biologische Abstammung - Änderung der Vater-Kind-Zuordnung bei Auseinanderfallen von Status und biologischer Abstammung - Die heterologe künstliche Befruchtung -
3. Kapitel: Kenntnis der biologischen Abstammung: Isolierte Abstammungsfeststellung im deutschen Recht? - Der Konflikt zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Mutter und den Interessen des Kindes - Adoption - Heterologe künstliche Befruchtung -
4. Kapitel: Prozessuale Realisierung: Verfahrensgarantien im Statusprozeß - Zwangsweise körperliche Untersuchungen -
5. Kapitel: Zusammenfassung und Ergebnis: Abstammungssystem oder Anerkennungssystem - Statussystem - Gleichbehandlung - Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung? - Literaturverzeichnis

Pressestimmen

"Das hier zu besprechende Buch beruht auf einer profunden Kenntnis der Rechtsprechung und Literatur, auch der französischen. Auch aus weiteren Ländern, vor allem den USA, wird immer wieder Material herangezogen. Und es ist nicht nur die juristische, sondern auch die sozialrechtliche und statistische Literatur, in der sich der Verf. auskennt. Er beherrscht souverän sein Thema und hält sein Niveau von der ersten bis zur letzten Seite. Wer sich für die Frage des Rechts auf Kenntnis der eigenen Abstammung interessiert, kann zur Zeit wohl kaum eine bessere Information finden als dieses Buch. Und wer Freude an einem Vergleich des französischen und des deutschen Abstammungsrechts hat, kann hier auf seine Kosten kommen." Dr. Horst Klinkhardt, in: Der Amtsvormund, 9/2000
EAN: 9783428097951
ISBN: 3428097955
Untertitel: Eine rechtsvergleichende Untersuchung zum deutschen und französischen Recht. 'Schriften zum Internationalen Recht'. 1. Auflage. 251 S.
Verlag: Duncker & Humblot GmbH
Erscheinungsdatum: September 1999
Seitenanzahl: 251 Seiten
Format: kartoniert
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