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Verhaltenstherapeutische Langzeittherapien in der Praxis niedergelassener Therapeuten


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November 2000

Beschreibung

Beschreibung

Zusammenfassung: In einem prospektiven naturalistischen Design wurden 31
Patienten untersucht, die im Rahmen der Kassenärztlichen Versorgung eine
verhaltenstherapeutische Langzeitherapie (mit im Mittel 63 Sitzungen)
erhielten. Langzeittherapie in der Praxis niedergelassener Therapeuten
bedeutet ein Stundenumfang ? 40 Stunden. Alle Patienten wurden vor Aufnahme
in die Studie durch externe Interviewer mit dem Strukturierten Klinischen
Interview für DSM-III-R (WITT-CHEN et al., 1991) diagnostisch untersucht.
In die Studie wurden ausschließlich Patienten aufgenommen, die die DSM-III-R
Kriterien für das Vorliegen einer depressiven oder einer Angststörung erfüllten.
Symptomatik (SCL-90-R) sowie interpersonale Beziehungen (IIP) wurden zu
vier Zeitpunkten erhoben: Bei Behandlungsaufnahme, nach einem Jahr, nach
2,5 Jahren und nach 3,5 Jahren; zum Zeitpunkt der letzten Befragung waren
16% der verhaltenstherapeutischen Langzeittherapien noch nicht abgeschlossen.
Ergänzend wurde nach 3,5 Jahren ein katamnestisches Interview angeboten,
an dem sich noch 2/3 aller Patienten beteiligten. Hier die relevanten Ergebnisse:
1. Verhaltenstherapeutische Langzeittherapien waren in Verbindung mit den
Patienten, die unter naturalistischen Bedingungen in diese Behandlung fanden,
sehr erfolgreich. Die Symp-tombelastung änderte sich in allen Skalen des
SCL-90-R und im Gesamtwert GSI hochsig-nifikant. Die Effektstärke des Gesamtwerts
(berechnet nach der Formel ES = (xpost - xprä)/ sprä)) weist nach 3,5 Jahren
einen hohen Wert von ES= 1,11 aus. In der interperso-nalen Problematik,
gemessen in IIP, ließen sich ebenfalls hochsignifikante Veränderungen zwischen
Behandlungsbeginn und 3,5-Jahreszeitpunkt feststellen. Die Effektstärke
des Gesamtwerts der interpersonalen Belastung betrug ES= 0,87. Die interpersonale
Problematik reduziert sich später als die Symptombelastung dergestalt,
daß substantielle Veränderungen erst zwischen der 2,5 und 3,5-Jahres-Befragung
festzustellen waren. Im Erleben und Ver-halten der Patienten, gemessen
im VEV, ließen sich für die erfragten Zeitabschnitte hoch-signifikante
Veränderungen feststellen. 2. Eine Katamnese nach 3,5 Jahren zeigte aus
Patientensicht bzw. Perspektive eines unabhängigen Dritten deutliche Veränderungen
in den verschiedensten Dimensionen. 3. Die Langzeittherapien hatten unter
naturalistischen Bedingungen einen eher "ungeordneten" Verlauf. Dies betrifft
den Therapiebeginn und den Therapieverlauf: 1/3 der Patienten hatte sich
vor der beforschten Behandlung bereits einer oder mehrerer Therapien unterzogen
und Therapien wurden nicht selten unterbrochen. 4. Aufgrund der vorliegenden
Ergebnisse ist die Indikation verhaltenstherapeutischer Langzeittherapie
bei der Behandlung von Depression gemäß DSM-III(IV)-R, Achse 1, im Sinne
einer wissenschaftlichen Leitlinie "nützlich" , bei sehr schweren und bereits
lang anhaltenden depressiven Erkrankungen auch "notwendig"1, um zu einem
substantiellen und überdauerdem Therapieerfolg zu kommen. Bei einer Gegenüberstellung
mit den Ergebnissen von BROCKMANN (1999) betreffend einer Stichprobe tiefenpsychologisch/psychoanalytisch
behandelter Patienten wird deutlich, daß sich auch bei vergleichbaren Diagnosen
und statistisch ähnlich signifikant erfolgreichem Behandlungsverlauf die
Patientengruppen in verschiedenen Merkmalen wie z.B.der Schulbildung, dem
Zugangsmodus zur Psychotherapie, der Symptombelastung zu Beginn und Ende
der Psychotherapie sowie dem Gebrauch psychotroper Medikamente teilweise
erheblich unterscheiden.
EAN: 9783831106363
ISBN: 3831106363
Untertitel: Paperback.
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: November 2000
Seitenanzahl: 112 Seiten
Format: kartoniert
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