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Der Stern des Bundes


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Juli 1993

Beschreibung

Beschreibung

Zum ersten Mal kam dabei ein Gedichtband Georges sogleich als öffentliche Ausgabe heraus, ohne dass dieser zuvor als Privatdruck im »Verlag der Blätter für die Kunst« veröffentlicht worden wäre. In spruchhafter, Melodie und Reim meidender Sprache geschrieben, sond die drei Bücher dieser Sammlung je verschiedenen Bereichen zugewandt: Der Zeitkritik, dem Verhältnis von Ich und Gott und der Ermahnung des »Bundes« das letzte Buch. Diesem wohl geschlossensten Gedichtwerk Georges war während des Ersten Weltkriegs eine nachhaltige Wirkung beschieden.

Portrait

So streng und markant sein Profil, so unerbittlich lebte Stefan George für sein Lebensziel: Einzig Dichter wollte er sein, ein Kunstwerk schaffen, das in Würde, Schönheit und Autorität unvergleichbar eine Neugeburt des Lebens bewirken sollte. 1868 bei Bingen geboren, verlief das äußere Leben Georges eher unspektakulär, sieht man von einigen Krankheiten im mittleren Lebensalter ab. Persönliche Beziehungen gab es wenige in seinem Leben, gegen die Einsamkeit schützte sich George durch einen steten Kreis gleichgesinnter Dichter, Gelehrter und schließlich jugendlicher Jünger. Im Umgang mit den französischen Symbolisten und im Zuge der Übersetzung großer Teile der Baudelaireschen "Blumen des Bösen" entwickelte sich Georges eigene Dichtersprache, die anfänglich fast nur Spott erntete. Der Durchbruch gelang ihm kurz vor der Jahrhundertwende mit dem Band "Das Jahr der Seele" (1897), in der Folgezeit stieß seine hymnisch-eschatologische, oft predigerähnliche Lyrik vor allem bei der akademisch-musischen Jugend auf Beliebtheit, die während des Ersten Weltkriegs in Georges Werk eine literarische Bestätigung ihrer idealistischen Kampfesbegeisterung fand. Gedanklich ebenso wenig festgelegt wir wirklichkeitsenthoben, darüber hinaus mit großer Suggestivkraft ausgestattet, wurde Georges Lyrik teilweise für nationalistische Zwecke ausgeschlachtet. Annäherungsversuche der neuen Machthaber lehnte der Dichter ab, nur 11 Monate nach der nationalsozialistischen Machtergreifung starb er im Dezember 1933 in Muralto im Tessin.

Leseprobe

Ich bin der Eine und bin Beide ...

Ich bin der Eine und bin Beide
Ich bin der zeuger bin der schooss
Ich bin der degen und die scheide
Ich bin das opfer bin der stoss
Ich bin die sicht und bin der seher
Ich bin der bogen bin der bolz
Ich bin der altar und der fleher
Ich bin das feuer und das holz
Ich bin der reiche bin der bare
Ich bin das zeichen bin der sinn
Ich bin der schatten bin der wahre
Ich bin ein end und ein beginn.



Vor dem glanz der stetigen sterne...

Vor dem glanz der stetigen sterne
Wandelt tag und nacht der völker
Wie der geister wuchs und dürre -
Gilt das gleiche schlaf und wache.
Irdisch glorreichste verbände
Lockert satz von ebb und flut ...
Uns bedrückt nicht solches wissen
Unser jahr ist uns die grenze
Unser licht die glut im ringe
Und ihr dienst uns ziel und glück.


Pressestimmen

»Mit dem >Stern des Bundes< veröffentlichte George sein geschlossenstes, zugleich aber auch sprödestes Gedichtwerk. Ungereimt und arm an Metaphern, weisen die Strophen dieses Bandes auf ein Endzeit- und Krisengefühl hin, das sich in Texten vieler seiner Zeitgenossen drastisch widerspiegelt.
Insofern kann das Buch als traumatisch bedingtes Schlüsseldokument für die Literatur der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts verstanden werden.«
Ulf Heise, Neue Zeit, 10. Juli 1993
»[Der] Anhang enthält alles, was philologische Akribie erarbeiten kann ... Der Apparat zeigt klaren Sinn fürs Nötige und besticht durch Konsistenz, Präzision und Umsicht in der Auswertung der wissenschaftlichen Literatur.«
Michael Winkler, Germanistik 35 (1994), Nr. 2
EAN: 9783608951141
ISBN: 3608951148
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 1993
Seitenanzahl: 150 Seiten
Format: gebunden
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