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Freuds Lektüren


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August 2005

Beschreibung

Beschreibung

Freud war nicht nur Archäologe der menschlichen Seele, sondern auch Interpret literarischer Werke. Michael Rohrwasser stellt Freuds Kommentare zu C.F.Meyer, Wilhelm Jensen, Sophokles, Shakespeare, E.T.A. Hoffmann und Schnitzler vor; am Ende stehen Canettis Kommentare zu Freud. Rohrwasser untersucht Freuds Perspektive auf die Texte: Welchen Momenten der Literatur gilt sein Interesse? Welche Figuren, Verbindungen oder Lesarten bleiben unbeachtet? Woraus wird sein Interesse an Literatur gespeist und wie verwandeln sich die zitierten Bruchstücke in Freuds Konstruktionen? Man kann diese Fragen auch mit Freuds Worten stellen: Liest er mit »gleichschwebender Aufmerksamkeit« oder fixiert er »das eine Stück besonders scharf, eliminiert dafür ein anderes«? In diesem Wechselverhältnis von Psychoanalyse und Literatur stehen die kommentierten literarischen Texte und Freuds Selbstinszenierungen als Detektiv, als Archäologe oder Entschlüssler.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt
Einleitung
1. Geheime Schlüssel
2. Fragen, Spuren, Verdächtigungen

Freud und Sherlock Holmes
1. Das Unheimliche. Kino, Jahrmarkt und Hypnose
2. Freuds detektivische Lektüre des Sandmann
3. Entzifferungen. Schlüssel und Türhüter
3.1 Schlüssel und Dietrich - Türhüter und Zensor
4. Vom Verbrecher zum Detektiv
5. Der literarische Detektiv
5.1 Erzählbarkeit - Erfolg - Diskretion - 'als Freud noch Charcot hieß'
5.2 Epilog: Zwei literarische Psychoanalyse-Detektive

Freud liest Conrad Ferdinand Meyer
1. Chronologie der Kommentare
1.1 Goethe - C. F. Meyer
2. Die Richterin
3. Rätselcharakter, Spaltung und Spiegelung
3.1 Der Leser als Detektiv - Spiegelungen - Oben und Unten - Frauenrecht
4. Freuds Richterin
4.1 Familienroman - Inzest - Der Protagonist - Ödipus - Das biografische Geheimnis

Freud liest Jensens Phantasiestück Gradiva
1. Gibt es eine Literatur 'nach Freud'?
1.1 Gebende und Nehmende - Novellen - Theater - Literatur nach Freud?
2. Gradiva rediviva
2.1 Das mythologische Material - Kritik der Wissenschaften - Pompeji - Atalanta
2.2 Träume und Erkenntnis - Vulkanisches
3. Freud als Archäologe
3.1 Reduktion und Indienstnahme - Archäologie - Psychopathographie - Konkurrenz
4. Der Dichter und das Phantasieren - Ein Nachtrag zu Freuds Gradiva-Essay
4.1 Unterhaltungsliteratur und literarische Moderne - Distanzierungen

Freud liest Schnitzler. Ästhetizismus, Antisemitismus und Traumdeutung
1. Ästhetizismus oder Die Harmlosigkeit der Literatur
2. Bilderwelt und Schrift
3. Zauberei und Antisemitismus
4. E. T. A. Hoffmann
5. Die Verärgerung des Theoretikers (über den Fantasten)
5.1 Marco Polo und Hannibal - Die Übersetzbarkeit von Traumbildern
5.2 Epilog: Albert Ehrenstein

Canetti liest Freud
1. Geschichten vom Einfluss der Psychoanalyse
2. Verschlossenes Fenster und geöffnetes Ohr
3. Einsprüche
4. Der heimliche Dialog mit Freud und das Quaken der Frösche
5. Die Blendung - Masse und Traum

Portrait

Michael Rohrwasser ist außerplanmäßiger Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin und Literaturkritiker. Gastprofessuren in Wien, Stanford/USA, Columbus/USA, Opole/Polen, Essen, Freiburg, Mainz und Hamburg.

Pressestimmen

»Mit dieser Studie über Freuds Lektüren hat der Literaturwissenschaftler und Kritiker Michael Rohrwasser dem Leser ein außerordentlich material und kenntnisreiches Kompendium der Entschlüsselungskunst zur Verfügung gestellt«
Elisabeth von Thadden in Die Zeit
»Mit diesem autoritären Freud, einem geistigen Titanen, ringt Rohrwasser - dabei Elias Canetti nicht unähnlich, dessen >heimlichen Dialog mit Freud< er im letzten Kapitel zu Wort kommen lässt - kenntnisreich und in lauterer wissenschaftlicher Absicht. >Freuds Lektüren< werden am überzeugendsten, wenn der Autor Themen touchiert, die in Bereiche führen (Realtrauma; Psychologie der Macht), in denen die Psychoanalyse auch heute noch offenkundige Lücken aufweist.«
Christian Maier in Deutsches Ärzteblatt (August 2006)
»Rohrwassers Neulektüre Freuds (die von einer Darstellung der Freud-Lektüre Canettis abgerundet wird) besticht letztlich nicht allein durch die Differenziertheit der Argumentation und die methodische Bewusstheit, sondern auch durch ihren ansprechenden Stil.
So erkenntnisreich und fesselnd kann Literaturwissenschaft sein!«
Christian Winterhalter in Tageblatt (1.11.2006)
EAN: 9783898060943
ISBN: 3898060942
Untertitel: Paperback.
Verlag: Psychosozial-Verlag
Erscheinungsdatum: August 2005
Seitenanzahl: 408 Seiten
Format: kartoniert
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