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Der Augenblick der Liebe


€ 19,90
 
gebunden
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Juli 2004

Beschreibung

Beschreibung

Gottlieb Zürn, bekannt aus Martin Walsers Romanen "Das Schwanenhaus" und " Die Jagd", Ex-Makler, Privatgelehrter mit Domizil am Bodensee, erhält Besuch von einer jungen Doktorandin. Sie interessiert sich für seine Aufsätze über den französischen Philosophen La Mettrie und überreicht ihm, er ist erstaunt und merkwürdig geschmeichelt, eine Sonnenblume. Sie könnte, wie er sieht, seine Enkelin sein. Und doch vernimmt er sofort das Klirren erotischer Möglichkeiten. Sie, sphinxenhaft: "Es gibt nichts, wofür man nicht gestraft werden kann." Trotzdem, und weil er mit seiner Frau Anna längst im selben Wortschatz untergeht, folgt er der Doktorandin kurz darauf nach Kalifornien zu einem Kongreß über La Mettrie. Dort erfüllt sich ihre Prophezeiung - auf eine Weise, die gleich in mehrfacher Hinsicht zum Eklat führt. Sobald er drüben ist, wird in ihm Anna übermächtig, also zurück zu ihr. Sobald er zurück ist, muß er wieder hinüber. Aber das gestattet ihm das Buch nicht. Eros, Ehe, Erlebnishunger sind die äußeren Markierungspunkte dieses Romans, das Verhältnis von Leben, Literatur und Todeslust ist sein geheimes Motiv.

Portrait

Martin Walser, geboren 1927 in Wasserburg/Bodensee, lebt heute in Nußdorf/Bodensee. 1957 erhielt er den Hermann-Hesse-Preis, 1962 den Gerhart-Hauptmann-Preis und 1965 den Schiller-Gedächtnis-Förderpreis. 1981 wurde Martin Walser mit dem Georg-Büchner-Preis, 1996 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und 1998, dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und dem Corine - Internationaler Buchpreis; Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2008 ausgezeichnet. 2015 wurde Martin Walser der Internationale Friedrich-Nietzsche-Preis für sein Lebenswerk verliehen.

Pressestimmen

Er nennt sich selbst einen Privatgelehrten, residiert mit seiner Frau Anna am Bodensee und als Gottlieb Zürn hat er schon die Romane "Das Schwanenhaus" und "Die Jagd" seines Alter-Egos Martin Walser bevölkert.

Als er eines Tages von Beate, einer jungen Doktorandin aus Amerika besucht wird, die ihn zu seinem Spezialgebiet, das Leben des französischen Philosophen La Mettrie befragen möchte, ist Zürn geschmeichelt. Er, der in einer zufriedenen Ehe lebt, bei der sich sogar im Lauf der Jahre der Wortschatz des Paares angeglichen hat, ist den Reizen von Beate nicht abgeneigt. So weiß Zürn schon mit ziemlicher Sicherheit vorher, wann seine Frau Anna ihr Lieblings-Passepartoutwort "unglaublich" verwenden wird. Da kann etwas frischer Wind in der Beziehung nicht schaden. Dazu kommt, dass er den erheblichen Altersunterschied zu Beate als besondere Herausforderung empfindet. Sein Ehrgeiz ist geweckt.

Die Einladung zu einem Vortrag an der amerikanischen Westküste kommt gerade passend und so lässt sich der Alte vom Bodensee bereitwillig auf das erotische Abenteuer ein.

In seinem Roman "Der Augenblick der Liebe" ergeht sich Walser, der sonst so viel Wert auf die Feinheiten der Sprache legt, in einer doch eher bemüht wirkenden Altherren-Prosa in der Beschreibung eines Seitensprungs. Auch das ist nicht wirklich ein neues Sujet in der Literatur. Noch nicht einmal die vielen englischen Einsprengsel lassen den Text frischer oder moderner wirken.

So bleibt nach der Lektüre ein enttäuschter Leser zurück, dem es bei diesem Buch nicht vergönnt war, sich an Walsers reichen Sprache, wie er sie beispielsweise in seinem Roman "Ein springender Brunnen" bewiesen hat, zu erfreuen.

Manuela Haselberger
EAN: 9783498073534
ISBN: 3498073532
Untertitel: Kommen aber gehen. Zusammenfinden. Auseinanderkommen. Kehre. Lesebändchen.
Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: Juli 2004
Seitenanzahl: 256 Seiten
Format: gebunden
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