HUDU

Von Zuhause wird nichts erzählt


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Oktober 1996

Beschreibung

Inhalt

In der Kleinstadt Freising geboren, erste Tochter in einer jüdischen Familie, zieht Laura mit sechs Jahren nach München um. In der Borstei, der Wohnsiedlung des Konsuls Borst, die unter dem Motto eines friedlichen Gemeinschaftslebens der Bewohner steht, mit ihren eigenen Idealen und Regeln, findet man eine schöne Wohnung. Vom Freisinger Landleben ins Stadtleben von München, vom Kindergarten in die Volksschule, umgeben von vielen Menschen und vor allem Kindern, von lieben und bösen, wächst sie mit ihren Schwestern in den fünfziger Jahren auf. Meist unter der Obhut von "Tanten", denn die Eltern müssen schwer in ihrem Restaurant arbeiten - und haben trotzdem alles fest im Griff, wie sie glauben. Wenn die Stöger-Kinder reden, müssen alle über ihre kuriose Sprachmischung lachen. Sie haben das Gespür für das Lustige im Leben. Mit Begierde saugen sie alles auf, was Spaß macht und Lebenslust verspricht. Für aufgeweckte Kinder ist alles neu. Und so erzählt es die Autorin auch: das ganze Panorama der 50er und 60er Jahre, vom Jopa-Eis bis zum Pulloverladen, entrollt sich. Und doch ist da noch ein anderer Akzent. Die Eltern wälzen Auswanderungspläne für sich und Heiratspläne für Laura mit jüdischen Söhnen. Der heißgeliebte Lehrer singt immer noch gern die "schönen" Nazilieder. Als sie beim Baden in der Isar von einem deutschen Jungen vorm Ertrinken gerettet wird, bricht für den Vater fast eine Welt zusammen: so eine Schande, von einem Deutschen. Und die Mutter schimpft, die müßte man alle verbrennen. Aber die Kinder wollen gar nicht anders sein als alle ihre Freunde. Nach der Schule kommt Laura auf ein englisches College, wandert nach Kanada aus und heiratet , mit 21 Jahren. Was ist das nun? Autobiographie? Abrechnung mit den Deutschen? Abrechnung mit den Juden? Entstehung einer Schriftstellerin? Es hat von all dem etwas und ist keines davon allein. Dieses Buch ist etwas ganz Eigenes, das sich wie ein Roman liest, wie ein Roman gebaut ist, mit einer Sprache eigener Prägung. Er führt das Erwachsenwerden einer Tochter von überlebenden Juden vor, die untereinander polnisch und jiddisch reden. In ihrer bayerischen, deutschen Heimat wird sie zu einer jüdischen Deutschen der Nachkriegsgeneration. Das erzählt sie ganz ursprünglich und gleichzeitig in kunstvollem Originalton: Auch eine Liebeserklärung an Deutschland.

Portrait

Laura Waco Die Autorin wurde 1947 in Freising geboren, besuchte nach der Volksschule die Riemerschmid-Handelsschule, danach, im Hinblick auf die Auswanderung, ein englisches College. Mit 18 Jahren ging sie nach Kanada und ist seit 1968 in Kalifornien mit einem jüdischen Verteidigunsanwalt verheiratet.
EAN: 9783874100731
ISBN: 3874100731
Untertitel: Eine jüdische Geschichte aus Deutschland.
Verlag: Kirchheim Peter
Erscheinungsdatum: Oktober 1996
Seitenanzahl: 280 Seiten
Format: gebunden
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